Autoren-Tipp: Jenseits der Preisaktion – zehn Marketing-Ideen für Ihr Buch

Preis- und Verschenkaktionen sind als unentbehrliche Marketing-Helfer den meisten Autoren bekannt. Doch eine Preisaktion sollte immer nur ein Teil Ihres Buch-Marketing-Plans sein. Nicht nur, weil Sie sonst vielleicht Ihre Fans langweilen: Tatsächlich kurbeln temporäre Preissenkungen den Verkauf Ihres Buches umso besser an, je höher seine Position in den einschlägigen Rankings vorher war. Wie erreichen Sie im Vorfeld eine möglichst gute Platzierung? Zehn Tipps dazu – die Reihenfolge ist keine Wertung; was am besten funktioniert, hängt auch vom Genre und vom Wettbewerb ab.

1. Blogtour veranstalten

Ziehen Sie mit Ihrem Buch um die Welt – zumindest um die virtuelle Welt der einschlägigen Buch-Blogs. Das funktioniert besonders gut ein, zwei Wochen vor dem Start, um auf den großen Termin aufmerksam zu machen. Und es bedarf guter Vorbereitung: Sie müssen passende Buchblogger(innen) ins Boot holen. Die wollen vermutlich Ihr Buch vorher lesen, also muss es rechtzeitig in ansehnlichem Zustand sein. Dann müssen Sie sich Stationen überlegen, um die Leser nicht zu langweilen – es sollte auf jedem teilnehmenden Blog etwas anderes passieren. Ein Zeitplan muss her, und natürlich müssen Sie die Aktion auch rechtzeitig ankündigen.

2. Gewinnspiel ausschreiben

Sie brauchen nur einmal auf eine Cornflakes-Packung zu schauen: Menschen mögen die Chance, etwas zu gewinnen. Das gilt auch für Leser. Ein Gewinnspiel erhöht die Aufmerksamkeit für Ihr Buch. Es hat aber auch die Chance, auf speziellen Gewinnspielseiten geteilt zu werden, die sich sonst nicht für Ihre Bücher interessieren. Der Preis sollte dazu einen gewissen Wert besitzen (über 100 Euro), und die Aufgabe darf nicht zu schwer sein. Achtung, Gewinnspiele, die an den Kauf des Buches oder an eine Besprechung bei Amazon geknüpft sind, sind nicht erlaubt. Sie könnten aber durchaus etwa nach dem Namen der Hauptperson fragen, sodass der Teilnehmer sich zumindest ein wenig mit Ihrem Buch beschäftigen muss. Rechnen Sie trotzdem nicht damit, dass alle Teilnehmer sich wirklich für Ihr Buch interessieren. Mit Gewinnspiel-Tools können Sie sich bei der Verlosung helfen lassen.

3. Online-Lesung

Lesungen haben generell den Vorteil, dass sie einen persönlichen Kontakt zwischen Autor und Leser herstellen. Wenn Ihre Fans Sie persönlich kennengelernt haben, werden sie Ihre Bücher noch deutlich lieber kaufen, weil Sie eben keine anonyme Autorin mehr für sie sind. Mit einer Online-Lesung etwa über YouTube oder Periscope erreichen Sie ohne große Reisekosten und physische Organisation Leserinnen und Leser in aller Welt. Wichtig ist natürlich, dass Sie die Lesung rechtzeitig ankündigen. Einen Mitschnitt können Sie später auf Ihrer Website und auf YouTube veröffentlichen.

4. Wohnzimmer-Lesung

Die Wohnzimmer-Lesung ist das genaue Gegenteil zur Online-Lesung. Sie laden Ihre Fans in ein Wohnzimmer ein. Das muss nicht Ihr eigenes sein, aber wenn doch – umso besser. Derart mit einem Autor auf Tuchfühlung gehen zu können, kann aus normalen Fans „Super-Fans“ machen, die jedes Ihrer Bücher kaufen und auch vielen anderen davon zu erzählen. Es ist auf jeden Fall ein Erlebnis auch für Sie. Wenn Ihnen das zu intim wird, können Sie sich auch in ein Fan-Wohnzimmer einladen lassen – und dies vielleicht vorher als Event verlosen.

5. Bücher signieren

Wenn es eine gedruckte Version Ihres Buches gibt (und es gibt viele Gründe dafür) – bieten Sie Ihren Lesern eine signierte Ausgabe an. Dazu lassen Sie entweder eine kleine Auflage drucken (günstigste Variante), kaufen Autorenexemplare bei Createspace oder einem anderen PoD-Anbieter oder lassen sich vom Leser das gekaufte Buch schicken (am umständlichsten). Ein signiertes Buch wird immer seinen besonderen Platz im Buchregal der Leserin haben.

6. Über Buchthemen schreiben

Vor allem für Sachbuch-Autoren interessant: Es gibt zu jedem erdenklichen Thema Blogs und andere Websites, die regelmäßig dazu Beiträge veröffentlichen. Bieten Sie einen Gastbeitrag an! Gegen kostenlose Inhalte haben die wenigsten Betreiber etwas. Ihr Artikel muss einzigartig sein, darf also nicht anderswo veröffentlicht worden sein. Es kann sich aber durchaus um ein Kapitel aus Ihrem Buch handeln. Ihr Lohn ist dann ein Link zu Ihrem Buch. Darüber freuen sich Google und Ihre Umsätze.

7. Auf einer Buchmesse ausstellen

Buchmessen sind (vor allem am Wochenende) chaotisch, laut und teuer – aber sie sind auch eine großartige Gelegenheit, neue Leser zu finden und vorhandene kennenzulernen. Einen eigenen Stand werden Sie sich als Autor kaum leisten können. Aber es hat sich, mit den Lieblingsautoren beginnend, als erfolgreiche Strategie herausgestellt, sich zusammenzutun. Für 20 Autorinnen und Autoren kostet ein repräsentativer Stand dann nur noch 200 oder 300 Euro pro Person. Die von den Messen angebotenen Einzeltitel-Ausstellungen (meist um die 100 Euro) lohnen sich hingegen selten. Auch Mitglieder des Selfpublisher-Verbands können Ihre Bücher übrigens am Stand des Verbandes in Frankfurt und Leipzig präsentieren.

8. Die richtige Kategorien wählen

Diesen Punkt vergessen Autoren im Eifer der Veröffentlichung gern. Wenn ein Leser ein Buch zu einem bestimmten Thema der Genre sucht, klickt er sich meist über den Kategorienbaum durch. Dann sollte Ihr Buch in der passenden Kategorie möglichst weit oben erscheinen. Gerade am Anfang ist das in den beliebten Kategorien schwer, deshalb sollten Sie mit einer weniger umkämpften Kategorie starten. Sortieren Sie Ihr Buch aber nicht bewusst falsch ein: Damit handeln Sie sich Enttäuschung der Leser und am Ende schlechte Bewertungen ein. Tipp: die Autorentools warnen Sie, wenn Ihr Buch in einer Kategorie nicht mehr unter den Top 100 ist.

9. Den Klappentext optimieren

Der Klappentext ist Ihr wichtigstes Verkaufsinstrument. Ihm sollten Sie doppelt so viel Aufmerksamkeit widmen wie allen anderen Texten, die Sie formulieren. Wenn ein Leser den Klappentext liest, ist er nur noch einen Klick vom Kauf entfernt. Erleichtern Sie diesen Schritt, so gut Sie können. Das Wichtigste sollte dabei immer am Anfang stehen. Verraten Sie nicht zu viel von der Story, aber gerade so vuel, dass der Leser mehr erfahren möchte. Beweihräuchern Sie sich nicht selbst, stellen Sie aber durchaus die Vorteile Ihres Buches und Ihre eigene Kompetenz heraus. Tipp: Der Klappentext-Editor zeigt, wie Ihr Klappentext bei Amazon aussehen wird.

10. Mit den richtigen Menschen sprechen

Sie sind als Autor nicht der einzige, der Interesse am Erfolg Ihres Buches hat: Auch der Online-Buchladen, der es verkauft, ist ja am Erfolg finanziell beteiligt, und falls Sie einen Distributor nutzen, dann bekommt auch dieser seine Prozente. Im Gegenzug sind die Beteiligten oft gern bereit, sich mit Aktionen für Ihr Buch einzusetzen. Sprechen Sie mit ihnen! Stellen Sie Ihr Buch vor, erklären Sie, warum es ein ganz besonderes Buch ist. Das Hauptproblem besteht hier darin, die entsprechenden Kontakte zu erhalten. Denn die Ansprechpartner sind in der Regel für Tausende Autoren zuständig und veröffentlichen ihre Adresse nicht so einfach. Deshalb ist es hier wichtig, sich mit anderen Autoren zu vernetzen. Wenn der Erfolg da ist, kommen die Store-Manager dann oft von sich aus auf Sie zu, aber bis dahin müssen Sie selbst aktiv werden.