Neue Kindle-Publishing-Guidelines von Amazon: Bilder müssen größer werden

Ein, zwei Mal im Jahr aktualisiert Amazon die Richtlinien für auf der Plattform hochgeladene E-Books, die so genannten Kindle Publishing Guidelines. Seit kurzem liegen sie nun in Version 2017.1 vor. dpc geht in einem ausführlichen Artikel auf die technischen Neuerungen ein. Was Autoren dazu wissen müssen (aber oft nicht beachten), habe ich in „Amazon-Richtlinien, die Sie beachten müssen“ zusammengefasst (und gerade aktualisiert).

Die neue Version enthält allerdings einen wichtigen Punkt, der alle KDP-Nutzer betrifft – und das schmerzlich. Erstmals nennt Amazon nämlich Anforderungen für im E-Book verwendete Bilder. Im neuen Abschnitt 9.4.2 definiert die Firma die „Image Quality Standards“. Die Anforderungen sind aus Nutzersicht nachvollziehbar: Bilder sollen auch auf dem besten verfügbaren Screen nicht pixelig aussehen. Das bedeutet, dass ganzseitig anzuzeigende Bilder mit mindestens 1200 x 1800 Pixeln in das E-Book einzufügen sind.

Wer sich daran hält und z.B. nicht mehr wie bisher mit Bildern mit 600 x 900 Pixeln arbeitet, der erhält zwar ein hübscheres, aber auch deutlich größeres E-Book. Und da Amazon an den Transferkosten von 12 Cent pro Megabyte nichts geändert hat, schlägt das ganz ordentlich ins Kontor, solange man über KDP veröffentlicht. Bildlastige E-Books – Kinderbücher oder Sachbücher etwa – lohnen sich damit zumindest via Kindle Direct Publishing noch deutlich weniger, nachdem sie schon bei der Umstellung auf gelesene Seiten bei KindleUnlimited benachteiligt wurden.

Wer das als Autor vermeiden will, hat zwei Optionen (solange Amazon nicht endlich die eigentlich eh überlebten, weil aus den Zeiten teurer Mobilfunktarife stammenden Transferkosten abschafft):

  • Die Publishing-Guidelines verletzen
  • Einen Distributor zu benutzen

Distributoren nehmen zwar einen gewissen Anteil am Honorar, zahlen aber unabhängig von der Dateigröße aus. Man kann dann zwar nicht mehr an KindleUnlimited teilnehmen, doch gerade bei bildlastigen Titeln ist das Einkommen daraus eh nicht so hoch und sind andere Märkte damit durchaus spannend.