Tipp: Audiobooks bei Amazon über ACX einstellen – auch für deutsche Autoren

ACX

Der Amazon-Service ACX (Audiobook Creation Exchange) hilft Autoren, gemeinsam mit auf der Plattform vertretenen Produzenten und Sprechern zunächst ein Hörbuch herzustellen und dieses dann bei Audible und bei iTunes zum Verkauf einzustellen. Allerdings erlaubt ACX derzeit nur US- und britischen Autoren den Zugang.

Ich hätte diese Einleitung nicht geschrieben, gäbe es keine Hintertür, die ein Nutzer der KBoards beschreibt.

So nutzen Sie ACX von Deutschland aus:

  1. Schreiben Sie eine E-Mail an sales@kemahbay.com.
  2. Sie erhalten einen Vertrag. Darin geben Sie keinerlei Rechte auf und verpflichten sich lediglich zur Zahlung einer Provision von 10%.
  3. Sie unterschreiben den Vertrag und erhalten im Austausch eine US-Adresse. Der Adresseninhaber kümmert sich auch um Steuer-Formalitäten.
  4. Sie eröffnen den ACX-Account mit dieser Adresse. Kennwort etc. kennen nur Sie selbst. Der komplette Veröffentlichungsprozess bleibt allein bei Ihnen.
  5. Zahlungen von Amazon erfolgen an die US-Adresse. Diese werden binnen fünf Tagen per Paypal, Scheck oder Überweisung an Sie weitergeleitet. Das kostet Sie zehn Protent Provision plus eventuelle Zahlungskosten.
  6. Sollte ACX nach Deutschland kommen, ist der Vertrag jederzeit kündbar – Sie brauchen bloß eine andere Adresse in Ihr ACX-Konto einzutragen.

 

Der Service hat auf den Kboard viel positives Feedback erhalten. Ich habe zudem beim Firmeninhaber nachgefragt. Hier noch ein paar Tipps von ihm:

  • Haben Sie Geduld mit Ihren Verkaufszahlen – es dauert oft Monate, bis sich signifikante Umsätze einstellen.
  • Hörbücher verkaufen sich selten besser als eBooks. Wenn sich schon Ihr eBook nur schwach verkauft, lohnt sich ein Hörbuch nicht.
  • Bei der Auswahl des Sprechers sollten Sie auch danach gehen, ob dieser eventuell schon eine Fanbasis mitbringt.
  • Sie müssen die Standard-ACX-Verträge mit Produzenten und Sprechern nicht so belassen. Oft sind auch Deals möglich, bei denen Sie weniger Vorabkosten haben und dafür mehr von Ihren Einnahmen abgeben. Fragen kostet nichts!

ACX funktioniert übrigens ein bisschen anders als KDP oder CreateSpace: Es handelt sich um eine Plattform, auf der Sie zunächst Mitarbeiter suchen, um mit diesen Ihr Hörbuch-Projekt zu realisieren. Es ist aber ebenfalls möglich, Eigenproduktionen hochzuladen.

Wenn Sie Verwandte oder Freunde in den USA oder Großbritannien haben, können Sie übrigens auch diese darum bitten, ihre Adresse verwenden zu können.

  1. Hi Matthias, ich bin jetzt schon fast ein Jahr im Kindle Publishing tätig und bin immer wieder über deinen Blog gestolpert. Sind interessante und hilfreiche Infos dabei, danke dafür 🙂
    Ich veröffentliche meine Bücher immer direkt auf Createspace, sodass ich sie als ebooks und paperbacks verkaufen kann. Schon länger möchte ich Audibles angehen und bin auf der Suche nach einer Lösung für ACX. Leider ist ACX ja immer noch nicht in Deutschland verfügbar.

    Eine Firma in den US anzumelden erscheint mir zu kompliziert und teuer. Ich möchte ACX mit royalty share nutzen, sodass ich keine Kosten für das Erstellen der Audiobücher habe. Bei meiner Suche bin ich auf http://www.usamail1.com gestolpert. Sieht nach einer guten und günstigen Lösung für eine amerikanische Adresse aus.

    Allerdings besteht noch diese Barriere: http://prntscr.com/93posg
    Wie regelt man das mit den Steuern? Ich kenne mich damit nicht aus und die Frage ist, reicht es sich mit der US Adresse anzumelden oder muss man noch andere Dinge bereitstellen/vorbereiten?

    Einen Service wie oben beschrieben nutze ich eher ungerne, da ich nicht abhängig von so einer Firma sein möchte. Hoffe du hast eine Lösung für meine Frage!

    Danke! & LG
    David

  2. Pingback: Die Woche im Rückblick 14.11. bis 20.11.2014 | sevblog - Self-Publishing und Schreiben

  3. Matthias Matting Danke für den Hinweis. Aber wenn Amazon schon so ein Unternehmen kauft/gründet, dann werden die mit Sicherheit Mitteln und Wege finden, um Produktionen exklusiv an sich zu binden, und sei es auch mit Vergünstigungen. Ich für meinen Teil möchte nicht noch mehr Bestandteil der Amazon-Monokultur (oder wahlweise Apple) werden. Es gibt in Deutschland ähnliche Projekte, die ich vorziehe und die nicht mit Multis verbunden sind, daher verstehe ich nicht, warum dieses hier so prominent erscheint, wo es doch offiziell nur für Amerikaner ist. Aber das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

  4. Du machst mit Produzenten und Sprechern Verträge, da regelst du auch, wem was gehört. Was die Steuern betrifft: Fragen! Da wird natürlich nichts hinterzogen, ein W8BEN muss trotzdem ausgefüllt werden.

  5. Findet man dort auch deutschsprachige Sprecher, wenn es bisher nur für UK/US offen ist? Und wie bekommt man sein Audiobook dann auf audible.de? Ich ging bisher davon aus, dass der deutsche Ableger von Audible komplett redaktionsgeleitet ist und keine offene Plattform wie KDP…

  6. "…Der Adresseninhaber kümmert sich auch um Steuer-Formalitäten…."
    Davor kann ich nur warnen. Die amerikanische Steuerbehörde verzeiht nicht so schnell wie die deutsche – und das will schon was heißen!
    Und die wichtigste Frage finde ich hier nicht beantwortet. Wem gehören die produzierten Dateien? Mir? ACX? Gemeinsam? Kann ich die Dateien auch in anderen Shops hochladen?