Amazons Indie Lese-Festival im Februar: Was Sie wissen müssen

Im Februar, das hat Amazon bereits zahlreichen Autoren per E-Mail angekündigt, wird es auf der Website ein großes „Indie Lese-Festival“ geben. Ganz egal, ob Sie daran teilnehmen – für Ihre Buchvermarktung ist es sicher nicht ganz unwichtig, was in diesem Zeitraum passiert.

Welche E-Book-Deals wird es geben?

Amazon verspricht für den Zeitraum für jede Woche “Tausende neue Angebote”. Insgesamt müssen also ein paar Tausend E-Books reduziert angeboten werden. Der Natur der Aktion gemäß werden keine Verlagsbücher darunter sein.

Wie groß werden die Rabatte?

Die teilnehmenden E-Books sind um 70 Prozent reduziert.

Was verdient der Autor?

Der Autor erhält seinen Honorarsatz auf Basis des ursprünglichen Preises (also z.B. 70 % bei ursprünglich 2,99 €), multipliziert mit dem reduzierten Nettopreis (also z.B. 70 % von 99 Cent). Der Preis pro gelesener Seite ändert sich nicht.

Lohnt sich das?

Das kann man pauschal nicht beantworten. Es lohnt sich umso mehr:

  • je besser Ihr E-Book vorher platziert ist
  • je höher der Ursprungspreis ist

Vermutlich wird die Aktion die Bestseller-Rankings ganz schön durcheinander werfen. Wer schon am Anfang dran ist, hat vermutlich weniger davon, weil das Buch am Monatsende und im März zum Normalpreis dann nicht mehr oben mitspielt. Andererseits könnte es sein, dass die Leser am Anfang noch mit mehr Eifer dabei sind als zum Schluss der Aktion.

Soll ich mit Neuveröffentlichungen warten?

Eine Neuerscheinung ohne Select-Option dürfte es im Februar tatsächlich schwer haben. Wenn Sie einen neuen Titel planen, der nicht exklusiv bei Amazon erscheinen soll, dann haben Sie zwei Optionen:

  • Sie warten bis in den März, sonst geht Ihnen der Ranking-Bonus einer Neuveröffentlichung verloren
  • Sie veröffentlichen exklusiv in den anderen Shops. Ich könnte mir vorstellen, dass Sie mit dieser Prämisse dort durchaus auch Marketing-Aktionen erhalten. Fragen!

Beide Optionen können Sie auch kombinieren.

Was kann ich tun, um meine Chancen zu verbessern?

Auch unter den reduzierten E-Books herrscht Wettbewerb. Je weiter oben in den Rankings ein E-Book steht, und das gilt auch für die Deal-Listen, desto öfter wird es gekauft. Wenn Sie die Preisaktion für Ihr E-Book zusätzlich selbst bewerben, könnte das Ihre Chancen durchaus verbessern. Außerdem sollten Sie bei Titeln ohne Rezensionen rechtzeitig dafür sorgen, dass der Leser nicht die Katze im Sack kaufen muss – noch würde die Zeit für eine Leserunde gerade so ausreichen.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

6 Kommentare

  1. Was hat sich Amazon dabei gedacht?

    Seit Anfang Februar veranstaltet Amazon das Indie-Festival. Großer Freude bei den Autoren, denn Amazon-Aktionen/Deals waren bisher stets sichere Einnahmequellen und die Teilnahme eine kleine Ehre. Nun sind es pro Woche 1000 E-Books zum Schleuderpreis. Und was geschieht? Sofort brechen die Einnahmen ein. Kaum jemand kauft noch ein E-Book zum Normalpreis ab 2,99 Euro. Die ‚Sammler’ horten wahllos und die Verkäufe sind doch nur unwesentlich höher als sonst, die Einnahmen aber um mehr als die Hälfte geringer. Das mag Autoren freuen, die sonst nicht so erfolgreich sind und statt 10 unversehens 100 E-Books verkaufen. Die etablierten Autoren hingegen müssen tief durchatmen und sich fragen, was Amazon sich dabei gedacht hat.

    Mit dieser Aktion macht Amazon genau das, was verhindert werden sollte. Sie bewerben Indie-E-Books in der Grabbelkiste! Statt das Preisniveau ab 2,99 zu festigen, sind jetzt auch Bestsellerautoren für 1 Euro ‚zu haben’.

    Das Käuferverhalten wird sich ändern. Ab März wird der Käufer auch E-Books für 2,99 als teuer empfinden. Etablierte Autoren werden Wochen, wenn nicht gar Monate brauchen, um sich von dieser Aktion zu erholen. Und das Schlimmste ist: Wer nicht am ‚Festival’ teilnimmt, wird noch weniger verkaufen. Der Ruf ist dahin! Amazons indirekte Aussage lautet: Indie-E-Books sind Billigschund! Greift zu!

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