Gestatten: Lecter, Psychiater, Feinschmecker, Kannibale – Charaktere einführen (Teil 4): Reaktion und Vorbereitung

Dirtyand handsome guy in despair

Damit der Leser einen Charakter in den Kontext stellt, den der Autor für ihn vorgesehen hat, braucht es in vielen Fällen – andere Charaktere. Wir als empathische Wesen (mal von den Psycho- und Soziopathen unter Ihnen abgesehen, sorry) orientieren uns in vielen Fällen an anderen. Wie wir reagieren. Was wir empfinden.

Gestatten: Lecter, Psychiater, Feinschmecker, Kannibale – Charaktere einführen (Teil 3): Dynamisch und in Handlung

Bright flamy symbol on the black background

Im letzten Artikel haben wir uns angesehen, wie Thomas Harris in »Das Schweigen der Lämmer« den Charakter Hannibal Lecter statisch sowie mit einigen Informationen einführt. Geschickt gemacht, bringen Sie damit Ihre Romanfigur dem Leser schon recht nahe.

So machen Sie den Auftritt Ihres Romanhelden unvergesslich – Charaktere einführen (Teil 1)

Scary girl in bath stretching her hand to camera, Halloween theme

Sie werden von entfernten Bekannten auf eine Party eingeladen. Sie gehen hin, erwartungsvoll und zugleich ein wenig ängstlich. Das Loft, in das die Gastgeber eingeladen haben, gefällt Ihnen. Der Blick über die Stadt und den Fluss raubt Ihnen den Atem. Auch das Büffet biegt sich mit allem, was Sie gerne essen und trinken, sogar den 2003er Saint-Émilion sehen Sie, Ihren absoluten Lieblingsbordeaux. Die Einrichtung? He, genau Ihr Geschmack. Aber etwas fehlt doch da noch … Richtig: die anderen Gäste.

Entfesseln Sie die Power, die in jedem Ihrer Sätze steckt: Was Sätze und Straßen gemeinsam haben

Ein Text besteht für viele Autoren aus zwei Dingen: aus den Wörtern und aus der Geschichte, zu der sich die Wörter fügen. Mit Wörtern spielen sie herum, suchen das Passende für das, was sie ausdrücken wollen. Die Autoren machen sich Gedanken über die Geschichte oder, in einem Sachbuch, über das Thema und plotten und planen… Entfesseln Sie die Power, die in jedem Ihrer Sätze steckt: Was Sätze und Straßen gemeinsam haben weiterlesen

Autoren-Tipp: Die Grundlagen des Erzählens oder: Wie ich letzten Sommer von einer Ente attackiert wurde

Beginner's luck

Es gibt zwei Arten von Romanen. Solche, die vor allem eine Geschichte erzählen wollen. Und solche, bei denen die Geschichte Nebensache ist. Letztere nennt man gelegentlich »anspruchsvolle Literatur« – »Literaturbetriebsliteratur« nennt sie mein Agent.

Stephen Kings Doctor Sleep – und was Sie daraus lernen sollten (Teil 2 von 2)

Das Böse muss absolut glaubwürdig sein.

In seinem Roman »Doctor Sleep« (Heyne 2013), der Fortsetzung seines Klassikers »Shining« (Bastei-Lübbe 1985) stolpert Stephen King in einige Fallen, in die auch Anfänger regelmäßig tappen. Das sorgt dafür, dass King in diesem Buch weit unter seinen Möglichkeiten bleibt und viele Leser nicht richtig warm mit dem Roman wurden.

Stephen Kings Doctor Sleep – und was Sie daraus lernen sollten (Teil 1 von 2)

Leser mögen keine eindimensionalen Schurken (Bild: kubangirl / Depositphotos.com)

Ah, Bestseller! Nichts hassen Autoren (die Nicht-Bestseller unter ihnen) mehr, nach nichts streben sie so sehr. Sorry für den Reim.
Einer der Bestseller überhaupt ist Stephen King. Das liegt daran, dass er ein herausragender Erzähler ist. Dass auch ihm nicht immer alles gelingt, ist tröstlich. Zugleich bieten auch seine weniger gelungenen Bücher noch immer wunderbares Anschauungsmaterial.

Schreibt-Tipp: Klischees in Sprache und Inhalt – vermeiden und nutzen (Teil 1 von 2)

Auch ein Klischee - und trotzdem schön...

Autoren sollen Klischees meiden wie der Teufel das Weihwasser. Diese Aussage ist längst selbst ein Klischee, ein inhaltliches. Aber auch das Bild vom Teufel und dem Weihwasser ist schon lange ein Klischee, ein sprachliches. Was Klischees sind, wann Sie sie vermeiden und wann und wie Sie sie nutzen sollten, sehen wir uns in diesem und dem nächsten Artikel genauer an.