Autoren-Tipp: E-Mail von Amazon – wie Sie reagieren müssen

Ab und zu kommt es vor, dass nicht Sie sich per Mail beim Amazon-Support melden, sondern ein Mitarbeiter schreibt Ihnen. Was ist passiert? Mal von der Möglichkeit abgesehen, dass Sie irgendeinen Newsletter abonniert haben – welche Nachrichten verschickt der Support üblicherweise, und wie sollten Sie darauf antworten?

Kindle Qualitäts-Mitteilung

Diese Nachricht beginnt so: “wir möchten Sie darüber informieren, dass Leser ein Problem mit Ihrem Buch gemeldet haben”. Danach folgen dann Tippfehler oder ähnliches – was Lesern eben so an Ihrem E-Book aufgefallen ist. Das ist im Grunde ein netter Service. Nicht alles, was auf diese Weise gemeldet wird, hat Hand und Fuß. Auch Leser können sich irren. Prüfen Sie die Meldung, korrigieren Sie eventuelle Fehler und laden Sie eine neue Version Ihres E-Books hoch. Eilig ist das nicht, Konsequenzen müssen Sie normalerweise nicht fürchten.

Urheberrechts-Mitteilung

Manchmal passiert es, dass dem Amazon-Roboter Ihr Buch bekannt vorkommt. Vielleicht haben Sie es schon einmal über einen Verlag oder unter anderem Namen publiziert, vielleicht ist es auch in Teilen online verfügbar. Oder der Roboter irrt sich ganz einfach. In all diesen Fällen erhalten Sie eine Nachricht, dass Sie Ihr Urheberrecht nachweisen sollen, und zwar in Form einer “Registrierung”. In den USA kann man tatsächlich sein Urheberrecht registrieren lassen, hierzulande aber nicht. Antworten Sie einfach, dass Sie hiermit versichern, Inhaberin der Urheberrechte zu sein.

Metadaten-Mitteilung

Unerfahrene Autoren vergessen gern mal einige der Bestimmungen, die Amazon für die Veröffentlichung bei KDP voraussetzt. So dürfen in der Buchbeschreibung etwas keine Preise genannt werden (etwa “jetzt nur 99 Cent”) und das Titelfeld darf außer dem Titel keine anderen Informationen enthalten (etwa “Thriller”). Wenn Amazon das auffällt, erhalten Sie eine Nachricht des sinngemäßen Inhalts: “Ihre Metadaten sind über den Buchtitel hinaus für Leserinnen und Leser störend und verwirrend. Bitte ändern sie diese, da wir sonst Ihre E-Books aus dem Verkauf nehmen werden.” Dieser freundlichen Bitte sollten Sie auf jeden Fall nachkommen, und zwar bald, denn die Drohung nimmt Amazon ernst. (Danke, Thomas, für die Ergänzung!)

AllStar-Mail

Hier werden Sie von diesen freundlichen Worten begrüßt: “herzlichen Glückwunsch! Sie haben sich im Monat … für einen All-Star-Bonus von KDP Select qualifiziert.” Der Anlass bietet tatsächlich Grund zur Freude – Sie gehören zu den 150 in Deutschland via KindleUnlimited meistgelesenen Autoren des betreffenden Monats. Das Geld landet dann mit den KU-Einnahmen des Monats auf Ihrem Konto.

Einladung zum Kindle-Deal

Bei einem Kindle-Deal wird Ihr Buch für bestimmte Zeit preisreduziert angeboten. Der große Vorteil gegenüber einer Preisaktion, die Sie stets auch selbst starten können: Auch bei Preisen unter 2,99 Euro erhalten Sie noch 70 Prozent vom Netto. Dafür müssen Sie Ihr Buch für den Aktionszeitraum im Select-Programm belassen. Die Einladung beginnt so: “wir kontaktieren vereinzelt Autoren und Verleger um für ausgewählte Bücher besondere Marketingmöglichkeiten anzubieten.” Danach folgt dann eine Anleitung: Klicken Sie hierhin, geben Sie diesen Code ein und unterschreiben Sie digital. Einen Kindle-Deal lehnt man eigentlich nicht ab …

Einladung zur Teilnahme an Prime Reading

Diese E-Mails verschickt Amazon quartalsweise. Sie beginnen mit “wir möchten Sie gerne einladen mit Ihrem/Ihren u.g. Title(n) an unserem Service Prime Reading teilzunehmen.” Auch hier folgt dann eine Anleitung, wie Sie vorgehen müssen. Ob Sie Prime Reading als Autor nutzen sollten, ist pauschal schwer zu sagen. Bei Reihen lohnt es sich jedenfalls eher als bei Einzeltiteln.

Vorsicht, Fälschung

Sie haben es gemerkt: in keinem der oben aufgeführten Fälle habe ich empfohlen, irgendwo Ihr Amazon-Kennwort einzugeben. Wenn eine Nachricht, angeblich von Amazon, Ihnen dies vorschlägt, wissen Sie, dass es sich um eine Phishing-Mail handelt. Darauf sollten Sie gar nicht reagieren. Falls Ihnen jemals etwas spanisch vorkommt: Klicken Sie nicht auf Links, fragen Sie lieber einmal mehr nach.

Haben Sie noch andere Standard-Mails von Amazon bekommen? Ergänzen Sie gern!

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Kategorisiert in Alle, Amazon, Tipps

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

12 Kommentare

  1. Guter und nützlicher Artikel. Danke, dass du uns so viel praktisches Wissen vermittelst. Ohne diese Webseite und das dazugehörige E-Book wäre ich tatsächlich fast schon aufgeschmissen. Bitte weiter so!

  2. So ganz stimmt es aber nicht, dass man keine Konsequenzen zu fürchten hat, wenn man gemeldete Fehler nicht umgehend korrigiert. Amazon versieht dann nämlich das Buch auf der Produktseite mit einem Vermerk “Qualitätsmangel”, was zu Umsatzeinbußen führen kann. Zudem kommt es immer wieder vor, dass Leser sich als Hobby-Lektoren betätigen und vollkommen korrekt formulierte Sätze bemängeln, weil sie der Meinung sind, das müsse anders geschrieben werden. Das ist absolut nervig! Jedes Mal muss ich mich dann tagelang mit dem Support von Amazon auseinandersetzen, die auf der Korrektur zunächst bestehen. Ich bin der Meinung, dass Amazon Meldungen der Leser nicht einfach kritiklos an die Autoren weitergeben, sondern sie zunächst einer Vorprüfung unterziehen sollte. Es kommt außerdem vor, dass Leser, mit einem 50 Jahre alten Duden bewaffnet, alle Worte bemängeln, die da so nicht drin stehen. Man sollte auch darüber nachdenken, ob die entsprechende Funktion in Kindle nicht besser entfernt gehört.

  3. Wieder das Spiel mit “Bitte Ihre Veröffentlichungsrechte nachweisen” (bei einem Taschenbuch mit bereits vorhandener E-Book-Ausgabe). Auf meine Standardantwort hin die weitere Antwort “Inhalte gefunden, die bereits auf Amazon veröffentlicht wurden”.

    Ich habe es dann mit der Zusendung einer BookRix-Gutschrift lösen können, wo dieser Titel enthalten war. Ein Artikel darüber wäre interessant, wie “zickig” es bei anderen Veröffentlichungs-Möglichkeiten in der Hinsicht zugeht. Jedenfalls danke für die Erläuterung hier, dass mit “Urheberrechtsantrag” etwas nach US-Recht gemeint ist. Beim nächsten Print-Buch denke ich über BoD nach, wenn da solche Überraschungen nicht zu erwarten sind.

  4. Leider scheint man bei Amazon nicht mehr mit einer einfachen Erklärung bzgl der Urheberrechte zufrieden zu sein. In einer Mail heute wurde dies sogar explizit ausgeschlossen:

    “Folgende Dokumente werden nicht akzeptiert:

    – eine Erklärung Ihrerseits, dass Sie die Veröffentlichungsrechte am Titel halten, ohne Bestätigung vom Autor/Urheberrechtsinhaber
    – ein Urheberrechtsantrag, dessen Registrierung noch nicht bestätigt wurde”

    1. Hallo, es sind übersetzte Standard-Mails. In D genügt die Erklärung der Urheberrechte (nicht verwechseln mit der Erklärung der Veröffentlichungsrechte, die braucht man als Urheber gar nicht bzw. hat sie eh, und Urheberrechtsanträge gibt es in D nicht)

      1. Ich war bisher einige Male mit der Urheberrechtsmeldung konfrontiert. Diese KANN erscheinen, wenn das Buch irgendwann und irgendwo, bzw. Textteile daraus, einmal veröffentlicht wurden. Theoretisch könnten auch “Piratenseiten” der Grund sein, wenn dort Textteile öffentlich lesbar sind.

        Ich habe stets geantwortet, den Text selbst verfasst und niemand die Rechte abgetreten zu haben. Einmal wurde ein Buch daraufhin freigeschaltet, sonst jedoch gesperrt. Bei BookRix ist es dann durchgegangen. Gibt es bekannte Fälle, wo die Standardantwort “Ich bestätige hiermit, die nötigen Urheberrechte an diesem Titel zu besitzen” zum Erfolg geführt hat?

        Seltsam ist das insofern, als dass immer wieder tatsächliche Plagiate auftauchen, die offenbar “durchgekommen” sind. Auch auf Hinweise hin werden diese nicht gelöscht, nur wenn sich die Betroffenen selbst melden.

        Eine weitere Amazon-Beanstandung war einmal, dass das Buch “irreführend” sei. Eine genaue Aufklärung ist nicht erfolgt, mir ist nur die Vermutung geblieben, dass das Pseudonym dem Namen einer Handelskette zu ähnlich war. Nach einer Änderung hat es geklappt, allerdings wurde auch die nachträgliche Änderung von schon veröffentlichten Büchern verlangt.

  5. Hallo Matthias,

    es gibt noch (mindestens) eine erfreuliche Mail von Amazon, wenn auch nur für Kinderbuchautoren: Das „Amazon FreeTime Unlimited“-Programm. Allerdings hat man wohl die Dauer verändert. Meine beiden Bücher mit den „Gute-Nacht-Geschichten vom kleinen Apfelbäumchen“ wurden noch für eine Frist von zwei Jahren gebucht, „Pauls Engelchen, Pauls Teufelchen“ hingegen nur für ein Jahr. Allerdings letzteres fast für den Preis von zwei Jahren. 🙂 Die Ausleihen der Kinder werden höchst wahrscheinlich auch beim Ranking berücksichtigt. Und so beginnt die Mail:

    „Guten Tag,
    wir möchten Sie gerne einladen, mit Ihrem/Ihren u.g. Titel(n) an unserem Service Amazon FreeTime Unlimited teilzunehmen. Ziel dieses Programms ist es, Kindern von 3-12 Jahren in sicherer Umgebung das Lesen nahezubringen und neue Leser für Ihre Kinderbücher zu gewinnen. (…)“

  6. Sinngemäß: Ihre Metadaten sind über den Buchtitel hinaus für Leserinnen und Leser störend und verwirrend.
    Bitte ändern sie diese, da wir sonst Ihre E-Books aus dem Verkauf nehmen werden.

    Herzen in Flammen (Venedig-Roman) – erfundenes Beispiel –

    musste dann geändert werden in: Herzen in Flammen.

    Es gibt tausende E-Books, die immer noch zu viele Meta-Daten haben, nur diesmal traf es mich.
    Gehört habe ich dann nie mehr etwas.

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