Autoren-Tipp: Wie Sie das Rückgaberecht für eBooks für sich nutzen

Kindle-Nutzer können eBooks schon seit dem Start des eReaders bis zu zwei Wochen nach dem Kauf zurückgeben – und zwar sehr komfortabel über “Mein Kindle” und ohne dass Amazon irgendwelche Fragen stellt oder Probleme bereitet. Händler haben zwar die Möglichkeit, im Kaufprozess den Käufer zum Verzicht auf sein Rückgaberecht zu zwingen, doch ob und wie Thalia, Hugendubel und so weiter das umsetzen, wird man erst noch sehen.

Aus meiner Autorensicht hoffe ich, dass alle eBook-Anbieter dem Beispiel Amazons folgen. Ein Rückgaberecht (wie beim Online-Kauf gedruckter Bücher) hilft bei der Akzeptanz und damit der Durchsetzung des eBooks – und ist dadurch ein Gewinn für alle Self Publisher, die durch die aktuellen Strukturen des Buchhandels derzeit noch vor allem digital veröffentlichen. Von diesem allgemeinen Bonus abgesehen, gibt es auch Wege, wie Autoren direkt vom Rückgaberecht profitieren können.

  • Weisen Sie, zum Beispiel im Nachwort, explizit auf das Recht des Kunden hin. Sie zeigen damit, dass Sie Ihrer eigenen Arbeit vertrauen. Was haben Sie davon, wenn der Leser Ihr eBook behält, weil er muss – und nicht, weil es ihm gefallen hat? Sie können den Leser aber zusätzlich bitten, Ihnen den Grund der Rückgabe mitzuteilen. So schaffen Sie eine echte Bindung.
  • Berücksichtigen Sie, dass Ihre Leser ehrliche Menschen sind. Wer ein eBook kostenlos abstauben will, braucht sich doch gar nicht die Umstände zu machen, es erst zu kaufen: Unzählige illegale Angebote im Netz stellen fast jeden Titel kostenlos bereit.
  • Die Rückgabe-Möglichkeit bewahrt Ihr eBook unter Umständen vor schlechten Rezensionen. Es kann immer passieren, dass jemand Ihr Werk kauft, der nicht zur Zielgruppe gehört und der dann unzufrieden damit ist. Mit der Option, es ohne finanziellen Schaden zurückzugeben, entfällt oft die Notwendigkeit, andere Nutzer davor zu “warnen”.
  • Eine Rückgabequote, die über den üblichen ein bis zwei Prozent liegt, ist auch ein wichtiges Diagnose-Instrument: Vermutlich stimmt dann etwas mit Ihrem eBook nicht. Vielleicht wecken Cover, Titel oder Beschreibung falsche Erwartungen? All das können (und sollten) Sie korrigieren.
  • Bei Preisaktionen kann es passieren, dass Nutzer das Buch nur wegen des Rabatts kaufen und dann feststellen, dass es doch nicht gefällt – dann kann sich die Rückgabequote vorübergehend erhöhen.
Kein Grund zum Ärgern: Amazons Rücksende-Möglichkeit
Kein Grund zum Ärgern: Amazons Rücksende-Möglichkeit
Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

2 Comments

  • Was das Rückgaberecht von eBooks angeht kann ich diese Ansicht nicht teilen. Ich bin ganz im Gegenteil strikt gegen die Einführung des Rückgaberechts. Wir haben es hier mit digitaler Materie zu tun und nicht mit bedrucktem Papier wie bei einem Paperback Buch oder einer gebundenen Ausgabe.

    Es ist ganz einfach, ein eBook erst auf der Festplatte des Computers zu speichern, um es anschliesend offiziell zurückzugeben. Das ist bei einem gedruckten Buch eine völlig andere Geschichte. Ein eBook sollte wie Software behandelt werden. Rückgabe ausgeschlossen. Wir haben bereits genug Piraterie. Das muss nicht noch mit Rückgaberecht von digitalen Dateien (nichts anderes ist ein eBook) legalisiert werden.
    – Hans

One Pingback

Comments are closed.