Autoren-Tipp: Wie Sie perfekte Tabellen in Ihre eBooks einbinden

Roman-Autoren begegnen ihnen nie – aber für Sach- und Fachbücher sind Tabellen oft unverzichtbar. Obwohl schon die allerersten in Deutschland erhältlichen eReader in der Lage waren, Tabellen sauber anzuzeigen, gelten sie als unzuverlässig oder schwer zu handhaben. Doch es gibt tatsächlich keinen Grund, sich vor Tabellen zu fürchten: Sie sind ein sinnvolles und auf allen Ausgabe-Geräten gut lesbares Mittel, Informationen übersichtlich darzustellen.

Wie Sie Tabellen nicht einbinden sollten

Insbesondere, wenn schon ein Druck-PDF des künftigen eBooks vorhanden ist, bietet sich eine Abkürzung an: ein Screenshot der im PDF hübsch eingebundenen Tabelle. Das sieht auf den ersten Blick wunderbar einfach aus – aber Sie sollten trotzdem nicht darauf zurückgreifen. Denn es ist ein fauler Zauber. Tabellen auf diese Weise ins eBook einzubinden, hat gleich mehrere Nachteile.

Zum ersten – Sie müssen für das Bild ja eine feste Größe wählen. eBook-Lesegeräte haben aber unterschiedliche Auflösungen, etwa von 600 x 800 (frühe Kindles) bis 2048 x 1536 (iPad). Ein zu kleines Bild sieht auf einem eReader mit hoher Auflösung pixelig oder unlesbar klein aus. Ein zu großes Bild ist andererseits auf einem eReader mit niedriger Auflösung nicht lesbar.

Die Einbindung als Bild statt in Textform hat aber auch noch zwei andere Nachteile: Die Inhalte der Tabelle sind über die Suchfunktion nicht auffindbar. Das ist bei einem Sach- oder Fachbuch mit mehreren Tabellen für den Nutzer unpraktisch. Und Sehbehinderte haben keine Chance, Ihre schönen Tabellen zu erfassen, sie sind für ihre Screenreader oder Vorlese-Software nämlich auf textliche Informationen angewiesen.

Wozu Sie Tabellen nicht verwenden sollten

Tabellen sind praktisch, um Informationen systematisch auf den Bildschirm zu bringen. Sie lassen sich aber auch missbrauchen. Nutzen Sie Tabellen nicht zweckentfremdet. Ein solcher Missbrauch könnte zum Beispiel darin bestehen, ein festes Bildschirm-Layout mit einer Tabelle herzustellen. Tabellen sind keine Layout-Instrumente.

Sie dafür einzusetzen, schränkt wiederum den Nutzen des Fließtexts ein. Und es verstößt nebenbei auch gegen die Amazon-Richtlinien, denn es begrenzt die Möglichkeiten des Lesers, sich selbst sein eigenes Layout herzustellen, ein wesentliches Feature von eBooks.

Wie Sie Tabellen richtig in Ihr eBook einbauen

Am einfachsten ist die Verwendung von Tabellen nach meiner Erfahrung mit Jutoh. Hier benutzen Sie einfach den Befehl „Tabelle einfügen“ und geben Spalten- und Zeilenzahl an. Danach können Sie die leere Tabelle mit ihren eigenen Texten füllen.

Eine Alternative wäre das kostenlose Programm Sigil. Damit können Sie die fertige ePub-Datei Ihres eBooks öffnen und nachträgliche eine Tabelle einsetzen. Nachteil: weitere Änderungen müssen Sie dann stets an dieser ePub-Datei ausführen.

Wenn Sie in Word mit der Tabellenfunktion gearbeitet haben, ist das aber auch kein Problem. Bei der automatischen Umwandlung generieren sowohl Amazon als auch Tolino Media oder Neobooks daraus saubere Tabellen. Bei Bookrix ist die in Word eingefügte Tabelle nach dem Upload zwar zerstört. Sie können jedoch mit dem Online-Editor von Bookrix eine neue Tabelle erstellen.

Tipp: Vermeiden Sie Tabellen in Tabellen – mit deren Darstellung haben tatsächlich einige Geräte Probleme.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.