Die große Selfpublishing-Umfrage 2018: Wie Selfpublisher heute arbeiten

Willkommen zum dritten Teil der Auswertung. Diesmal geht es vor allem darum, wie Selfpublisher arbeiten und wie sie sich und die Branche sehen.

21. Wie vermarkten Sie Ihr Buch?

In der Grafik habe ich die Antworten bei “immer” und “fast immer” addiert. Nur jeder Zwanzigste unternimmt zur Vermarktung gar nichts. Ganz weit vorn stehen Soziale Netzwerke, die eigene Website und Mund-zu-Mund-Propaganda. Das effizienteste Marketing-Instrument, den Newsletter, setzt erst jede(r) Fünfte ein. Die Beliebtheit von Verschenkaktionen hat sich im Vergleich zu 2016 fast halbiert. Jede(r) Dritte nutzt nach wie vor Preisaktionen. Die Zusammenarbeit mit Buchhändlern hat abgenommen, ebenso das Veranstalten von Lesungen; Buchblogger sind als Partner beliebter geworden.

22. Wie gewinnen Sie Rezensionen für Ihr Buch?

Bei den Antwortmöglichkeiten hatte ich auch illegale Wege zugelassen. Vielleicht gibt es ja bloß keiner (trotz zugesicherter Anonymität) zu, aber niemand würde für Rezensionen bezahlen. Gut! Drei Viertel warten einfach – auch eine Strategie, die aber nicht die einzige sein sollte. Unter den aktiven Strategien liegen Buchblogger klar vor den Leserunden.

23. Welche dieser Arbeiten lassen Sie von Dritten ausführen?

Wann kommen Auftragnehmer zum Einsatz? Hier sind vor allem zwei Trends erkennbar. Die Professionalisierung ist daran sichtbar, dass Cover, Lektorat und Korrektorat noch häufiger an Dritte vergeben werden. Bei E-Book-Layout hat sich die Quote halbiert. Das liegt dann wohl daran, dass die Tools immer besser werden; dank Vellum, Jutoh und dem ePub-Export der Schreibprogramme braucht man hier keine externe Hilfe.

24. Wie arbeiten Sie mit Buchhändlern zusammen?

Wie groß ist das Interesse am Buchhandel? Fast die Hälfte der Befragten hat bisher nichts mit dem Buchhandel zu tun, würde aber gern mit Händlern zusammenarbeiten. Da gibt es offenbar riesigen Bedarf. Etwa ein Viertel hat daran gar kein Interesse, das verbliebene Viertel ist jetzt schon im Handel aktiv.

25. Haben Sie sich bereits bei einem Buchhändler vorgestellt?

Sehen wir uns das Interesse am Buchhandel noch genauer an. Was passiert, wenn ein Selfpublisher sich ein Herz fasst und sich beim Buchhändler vorstellt? Von denen, die es probiert haben, ist jeder fünfte sofort abgeblitzt. Ein Drittel hatte ein nettes, aber ergebnisloses Gespräch. Aber immerhin bei zwei Fünfteln stand das Buch der Autorin danach im Regal des Händlers.

26. Wie bewerten Sie die folgenden Statements?

Die Fragen sprechen, denke ich, für sich selbst. Eine Note unter 3 signalisiert eher eine Zustimmung, über 3,0 ist es eher eine Ablehnung. Die Noten haben sich im Vergleich zu 2016 kaum geändert, sie sind nur ausgeprägter geworden. Zum Beispiel ist die Zustimmung klarer, dass E-Books zu billig angeboten würden, und die Ablehnung einer Qualitätskontrolle wird deutlicher. Die Buchpreisbindung wird erstmals im Mittel als positiv wahrgenommen. Am kontroversesten wurde die Frage nach der Zeitgemäßheit der Verlage beantwortet, hier waren Zustimmung und Ablehnung besonders klar (im Mittel ergab das dann trotzdem eine 3).

27. Welche Bezeichnung würden Sie sich selbst geben?

Wie sehen sich die Antwortenden selbst? Auch bei dieser Frage wird der Trend zur Professionalisierung deutlich. Die Selfpublisher trauen sich öfter, sich “Autor/in” oder auch “Schriftsteller/in” zu nennen. Auch der Anteil der HybridsutorInnen ist deutlich gestiegen.

28. Veröffentlichen Sie Ihre eBooks mit DRM (Kopierschutz)?

Kopierschutz nutzt niemandem. Sehen das die Selfpublisher auch so? Auf jeden Fall hat sich herumgesprochen, was das überhaupt ist. Nur noch jede(r) Zehnte weiß nicht, ob er oder sie einen Kopierschutz einsetzt. Die Hälfte entscheidet sich bewusst dagegen.

29. Nutzen Sie die Möglichkeit, bei den folgenden Anbietern eBooks zu leihen und zu verleihen?

Leihmodelle sind die Zukunft – wie werden sie unter AutorInnen genutzt? Heimlicher Star ist hier die Onleihe der Stadtbibliotheken, die immerhin fast die Hälfte der Nutzungsquote von KindleUnlimited erreicht, zumindest, wenn es um das Lesen geht.

30. Wie informieren Sie sich über Self Publishing?

Die wichtigste Informationsquelle für Selfpublisher ist nach wie vor das Netz. Seminare sind deutlich wichtiger geworden, ebenso Messen und Experten. Jede(r) Fünfte list Bücher und E-Books, wie schon 2016.

So weit für heute! Wir sehen uns in ein paar Tagen wieder, um Fragen zur Veröffentlichungsstrategie zu diskutieren.

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Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

2 Comments

  • Hallo, Matthias,
    Du schreibst “Das effizienteste Marketing-Instrument, den Newsletter, setzt erst jede(r) Fünfte ein.”

    Ich nutze Newsletters, es ist aber nicht grade so, dass sobald einer herauskommt, die Verkaufszahlen in die Höhe schnellen. Vielleicht hast Du ja mal Lust, darüber zu schreiben, was einen Newsletter zum effizientesten Marketing-Instrument macht? Was zu beachten ist?
    Liebe Grüße von Marianne.

    • Hab ich durchaus schon 🙂 Man müsste sich konkret ansehen, warum es bei dir nicht funktioniert.

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