Gastbeitrag: Der einsame Rufer verändert nichts – warum der Selfpublisher-Verband nötig ist

Den Selfpublisher-Verband gibt es seit nun fast dreieinhalb Jahren, den ersten Aufruf zu seiner Gründung haben Sie hier gelesen, inzwischen hat er 350 Mitglieder. Warum sollte man ihm beitreten? Ich habe Vera Nentwich, die Vorsitzende, um einen Gastbeitrag dazu gebeten.

Die Gründe, warum jemand seine Werke im Selfpublishing veröffentlicht, sind vielfältig. Einige wollen es als Botschaft verstanden wissen, weil sie etwas verändern möchten. Anderen gefällt es, die Fäden selbst in der Hand zu halten und höhere Einnahmen einzustreichen. Für wieder andere ist es eher eine Notlösung, weil sie davon träumen, von einem Verlag entdeckt zu werden. Allen ist eines gemein: Sie arbeiten alleine. Natürlich haben sie oft diverse Dienstleister, die ihnen zuarbeiten, aber ihre Entscheidungen treffen sie alleine und die Verantwortung gehört nur ihnen. Sich einer Organisation anzuschließen, ist nicht das, was sie in erster Linie möchten.

Unternehmen haben längst erkannt, dass diese Menschen, die großen Aufwand treiben, um ihre geschriebenen Worte an die Leserinnen und Leser zu bringen, eine dankbare und lohnenswerte Zielgruppe sind. Schließlich ist für die meisten, die damit beginnen, ein Traum das Ziel. Und mit den Träumen von Menschen lassen sich ganz grandios Geschäfte machen. Zudem handelt es sich um eine zwar große, aber inhomogene Masse, die daher leicht formbar ist. Widerstände oder Wünsche Einzelner fallen nicht ins Gewicht.

Deshalb gibt es den Selfpublisher-Verband e.V.

Es liegt in der Natur des Menschen, sich möglichst schnell Mitstreiter zu suchen oder sich anderen anzuschließen, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Das haben die Steinzeitmenschen schon getan, um das Mammut zu erlegen. Doch es genügt nicht, einfach nur mal kurz zu sagen, dass man irgendwann mal was zusammen machen möchte, um wirklich eine Unterstützung zu sein. Man muss sich auf ein gemeinsames Ziel einschwören und einen geregelten Umgang miteinander finden, um dem Ganzen die notwendige Ernsthaftigkeit zu geben. Ja, dazu gehören auch Pflichten eines Jeden. Nur so lässt sich wirklich etwas im Sinne Aller bewegen.
Selfpublishing und Organisation – ein Widerspruch?

Ich höre geradezu, wie jetzt einige aufstöhnen. Schließlich haben sie doch den Weg des Selfpublishing gewählt, um eben nicht an Regeln und Pflichten gebunden zu sein. Da sollen sie dies nun freiwillig eingehen? Aber diejenigen, die es ernst meinen, werden schnell erkennen, dass sich manche Dinge nur in der Gemeinschaft erreichen lassen und somit eine Organisation die Dinge nicht erschwert, sondern erheblich vereinfacht. Am Beispiel des Selfpublisher-Verbandes kann dies verdeutlicht werden, wenn man einfach mal die Möglichkeiten betrachtet, die der gerade erst seit drei Jahren bestehende Verband bereits für seine Mitglieder ermöglicht:

  • Zahlreiche Vergünstigungen bei Marketingplattformen
  • Günstige Hörproben
  • Kostenlosen geschützten E-Bookversand über ebookwatermark für sechs Monate
  • Ein kostenloses 3D-Video vom eigenen Buch
  • Vergünstigte Lektorate
  • Rabatte bei Profi-Seminaren
  • Kostenlose juristische Erstberatung
  • Vergünstigte Berufshaftpflicht
  • Möglichkeiten der Buchpräsenz auf den großen Messen
  • Möglichkeiten zu Lesungen und Vorträgen auf den großen Messen
  • Möglichkeiten zu Meet & Greets auf den großen Messen
  • Zahlreiche Regional-Treffen
  • Exklusive Webinare für Mitglieder
  • Und nicht zuletzt: Lebendigen Austausch!

Ab September 2018 wird der Verband zudem Deutschlands erstes Fachmagazin »der selfpublisher« herausgeben und Mitglieder werden es im Rahmen ihrer Mitgliedschaft kostenlos erhalten.

Viele bekannte Firmen haben sich dem Verband als Fördermitglied angeschlossen, um das Selfpublishing zu fördern und einen direkten Kontakt zu den Mitgliedern aufzubauen. Darunter sind z.B. BoD, Bookrix, tolino media, epubli/neobooks, Nova MD, R.O.M. Software (Papyrus Autor) oder snipsl. Mit anderen Unternehmen, wie der Marketing- und Vertriebsgesellschaft des Buchhandels (MVB), arbeitet der Verband vertrauensvoll zusammen und verleiht den Deutschen Selfpublishing-Preis.

Von Selfpublishern für Selfpublisher

Wenn man eine Organisation, wie den Selfpublisher-Verband, von außen betrachtet, vergisst man oft, dass dies keine anonyme Maschine ist, sondern dass es Menschen sind, die diese Organisation schaffen und steuern. Es sind die Mitglieder, die einen Verband zu dem machen, was sie gerne hätten. Die eigene Stimme verschwindet also nicht, wenn man sich dem Verband anschließt. Das Gegenteil ist der Fall: Sie bekommt einen Resonanzraum und damit eine viel höhere Chance, gehört zu werden.

In jedem Jahr gibt es eine Mitgliedsversammlung, bei der der Vorstand neu gewählt wird. Zudem gibt es einen Beirat und weitere Funktionen, in die jeder, der mag, sich, seine Ideen und sein Wissen einbringen kann. All dies sind demokratische Prozesse, die bekanntermaßen auch einmal Zeit in Anspruch nehmen können. Aber die Geschichte hat uns gelehrt, dass sich nur so langfristig etwas bewegen lässt.

Man kann natürlich weiter alleine vor sich hinarbeiten und vielleicht die Nase rümpfen, wenn jemand verlauten lässt, sich dem Verband anzuschließen. Aber letztlich werden nur die wirklich etwas für alle Selfpublisher erreichen, die genau dies tun: Sich dem Selfpublisher-Verband anschließen und gemeinsam mit anderen die Zukunft gestalten.

Vera Nentwich

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

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