Kindle-AllStar-Boni für August 2016: Neue Zählweise schafft Verwirrung

Bonus time

In diesem Monat hatte ich bei der Erfassung der AllStar-Zahlen einige überraschte Autorinnen und Autoren am Draht, die zwar in ihrer Abrechnung eine bestimmte Zahl gelesener Seiten gezählt hatten, aber trotzdem einen geringeren Bonus erhielten. Die Zahlen in der Statistik sind deshalb diesmal auch etwas weniger zuverlässig, denn Amazon hat erstmals durchgesetzt, was schon immer Standard sein sollte: Dass der Bonus pro Autor (also pro Pseudonym) und nicht pro Account gezahlt wird. Wer also unter zwei Namen schreibt, erhält unter ungünstigen Umständen gar keinen Bonus. Unter günstigen Umständen könnte sich die Bonussumme dadurch allerdings auch erhöhen – mit zweimal 4,5 Millionen Seiten gibts zum Beispiel mehr als mit einmal 9 Millionen… In der KDP-Abrechnung sind die Pseudonyme aber nicht aufgeführt, sodass man beim Überschlag auf eine höhere Zahl kommt.

Wie sieht es bei den zu erreichenden Lesemengen aus? Beim Buchbonus sind die Anforderungen leicht gewachsen – der Einstieg lag nun bei etwa 500.000. Ab mindestens 850.000 Seiten gab es 500 Euro (Juli: 840.000), und den höchsten Bonus von 750 Euro zahlt Amazon ab etwa 2,1 Millionen gelesenen Seiten (Juli: 2 Millionen).

Beim Autorenbonus mussten im August etwa 460.000 Seiten zusammenkommen. Die 1500-Euro-Stufe begann bei rund 680.000 Seiten (Juli: 650.000). 2500 Euro gab es bei etwas über 1,2 Millionen (Juli: eher 1,3 Millionen). Die Schwelle zu den 3500 Euro Bonus stieg leicht von 2,1 auf gut 2,2 Millionen Seiten. Wer 3 Millionen Seiten erreichte, sollte 5000 Euro Bonus erhalten. Die Grenze zum Höchstbonus von 7500 Euro ist diesmal nicht ganz deutlich, vermutlich liegt sie so um die 3,8 Millionen Seiten.

Die grafische Darstellung unten fasst die Verhältnisse zusammen – auch im Vergleich mit den Vormonaten. Auf der x-Achse sind die Boni aufgezeichnet, darüber können Sie den jeweiligen Bereich ablesen. Die schräge Linie zwischen zwei Boni zeigt den Unsicherheits-Bereich, wer dort landet, bekommt entweder den niedrigeren oder den höheren Betrag. Hier reichten dann die fleißigen Meldungen der Selfpublisher nicht aus, Klarheit zu schaffen.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

3 Kommentare

  1. Zitat: “Dass der Bonus pro Autor (also pro Pseudonym) und nicht pro Account gezahlt wird. Wer also unter zwei Namen schreibt, erhält unter ungünstigen Umständen gar keinen Bonus.”

    >>> Und das ist auch gut so: Jemand hat einen Account und stellt im Erotik-Bereich unter 10 Pseudonymen und zehn verschiedenen Buch-Titeln immer die selben Geschichten teils in einer anderen Reihenfolge ein (meistens auch noch im Internet geklaut).

    Soll der noch belohnt werden? Weil alles über einen Account läuft? Nun läuft es jeweils unter einem Namen – und er geht wahrscheinlich leer aus. Auch eine Strategie von Amazon, um die Tricksereien zu bekämpfen.

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