KindleUnlimited: Ausleih-Bonus sinkt auf Rekord-Tief, All-Stars-Boni jetzt auch in Deutschland

Der Monat Oktober dürfte für viele KDP-Nutzer eine große Enttäuschung darstellen. Nicht nur, weil die Verkäufe bei den meisten eingebrochen sind, ohne durch Ausleihen kompensiert zu werden – auch die Auszahlung für Ausleihen ist auf ein Rekord-Tief gesunken. Amazon zahlt pro Leihvorgang im Oktober 1,07 Euro – nachdem es im September noch 1,62 Euro gab.

Damit nun die Top-Autoren nicht abspringen, kommen die “All Stars”-Boni aus den USA auch nach Deutschland. Gemäß der KDP-Tabelle erhalten Autoren und Titel, die im Oktober am häufigsten ausgeliehen wurden, folgende Bonuszahlungen:

Autoren-Rangliste (Autoren mit den meisten Ausleih-Vorgängen in KindleUnlimited und Verkäufen von Select-Titeln)

  • Platz 1-10: 3.000 €
  • Platz 11-20: 2.000 €
  • Platz 21-30: 750 €
  • Platz 31-100: 500 €

Titel-Rangliste (Select-eBooks mit den meisten Verkäufen plus Ausleih-Vorgängen in KindleUnlimited)

  • Platz 1-10: 750 €
  • Platz 11-50: 500 €
  • Platz 51-100: 250 €

Das Ergebnis für Oktober dürfte damit für die Mehrzahl der Autoren eine große Enttäuschung darstellen. Amazon hat den Fonds zwar von 2,28 Millionen auf 4,28 Millionen Euro erhöht – aber das sind immer noch etwa zwei Millionen zu wenig, um einen Mindestbonus von 1,50 Euro zu garantieren. Die All-Stars-Boni sind nur für die Autoren an der Spitze der Rangliste ein Trost (wo sie allerdings angesichts der Umsätze in den Top 100 auch nicht sonderlich ins Gewicht fallen), nicht aber für die Mehrheit der KDP-Nutzer. Der offensichtliche Erfolg von KindleUnlimited auf Leserseite (natürlich durch den kostenlosen Probemonat angestoßen) ist damit gleichzeitig die größte Bedrohung für das Programm, denn wenn die Autoren ihre Titel nun abziehen, dürfte sich das auf das Leihprogramm nicht förderlich auswirken.

Die AllStars-Label werden ab sofort auf den Buch-Detailseiten angezeigt (s.u.). Für belletristische Titel hat Amazon auch eine eigene Werbe-Seite eingerichtet. Sachbücher tauchen dort aber leider nicht auf. Wer als “All Star” wieviel Geld erhält, wird Amazon den Betroffenen in Kürze per E-Mail mitteilen. Die Ranglisten selbst sind auf Amazon nicht abruf- oder einsehbar.

So sieht ein AllStars-Label auf der Detailseite aus, hier für mein Buch “Fire TV – das inoffizielle Handbuch
Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat ĂĽber 50 BĂĽcher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. FĂĽr sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der MĂĽnchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet auĂźerdem als Kolumnist fĂĽr das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor fĂĽr SPACE, Federwelt und Telepolis. SchlieĂźlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

3 Comments

  • Ich als Autor habe mit 50 cent maximal gerechnet, wenn die zahlen stimmen wird das ein tolles Jahr! Hoffen wir mal das es stimmt.

  • Ja, so ist das mit dem Flatrates, wenn die Titelanzahl schneller wächst als die zahlenden Nutzer, dann wird der Topf tendenziell kleiner. Ich fĂĽr meinen Teil schaue mir das in Ruhe an, werde nachrechnen und meinen Autoren die – hoffentlich richtige – Antwort empfehlen. Der Oktober war bei mir im Vergleich zum September bezogen auf Amazon nicht schlechter. Aber der November verläuft bisher (verglichen zum Vorjahr) enttäuschend. Mal sehen, wie lange ich noch in allen Flatrates dabei bin.

  • Amazon Anspruch nach Exklusivität in Select lässt sich nur so lange durchziehen, solange sie mit einem substanziellen finanziellen Mehrgewinn fĂĽr die AutorInnen verbunden ist.
    Nachdem die Gratisaktionen deutlich an Nutzwert eingebüßt haben, ist nun KOLL/KU (ja, ich zähle beide zusammen) in der Bringschuld.

    Die Exklusivität kann sich insofern für Amazon zum Bumerang entwickeln. Denn das Spielchen machen AutorInnen nicht auf Dauer mit, wenn der Nutzen immer unbedeutender wird.

    Und sollten die Tolino-Zahlen wirklich so stimmen (was ich bezweifle, aber nicht die Tendenz insgesamt), wäre DE der erste große Markt, auf dem Amazon zudem auch noch an Reichweite einbüßt. Was Leser und damit Käufe bzw. Ausleihen kostet.

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