Textshine im Test: Wie gut das KI-Korrektorat funktioniert

Die österreichische Firma Kinesis hat mir für einen Test einen Account eingerichtet. Ihr Service Textshine ist eine KI-Anwendung, die speziell auf die Korrektur von deutsch- und englischsprachigen Texten trainiert ist.
Das Ergebnis ist durchaus beeindruckend. Der Service hat verschiedenste Fehler gefunden, die bei doppeltem manuellem Korrekturlesen vorher nicht aufgefallen waren. Zum Test habe ich den Text auch Gemini und Laguagetool vorgelegt – beide waren bei weitem nicht so gründlich.
Trotzdem hat das Tool noch zwei neue Fehler eingebaut. So hat es einmal seltsamerweise einen Namen ersetzt und aus Ziegert (korrekt) dabei mehrfach Siegert gemacht, und einmal einen Bezug falsch erkannt. Auf eine Kontrolle der Ergebnisse kann man also nicht verzichten.
Von den 761 Änderungen im Wordtext (Umfang 315.000 Zeichen) bestanden allerdings mindestens neun Zehntel im Löschen eines Leerzeichens und Einfügen eines geschützten Leerzeichens.
Gekostet hätte das dann ca. 150 Euro (50 Cent für 1000 Zeichen). Das ist nicht viel weniger, als ich für ein Korrektorat zahle, das allerdings zusätzlich auch noch kleinere sprachliche Anmerkungen hat.
Textshine kümmert sich wirklich rein ums Korrektorat. Der Vorteil besteht vor allem darin, dass man den Text fast sofort zurückbekommt. Technisch läuft es als Upload (Word) auf der Website, das Ergebnis erreicht den Nutzer dann wenige Minuten später als E-Mail. Es geht also so schnell, dass tatsächlich keine menschliche Arbeit involviert sein kann.
Wenn es also mal eilig ist, könnte Textshine eine interessante Alternative darstellen, um die verd… Vertipper aus dem Manuskript zu bekommen. Textshine arbeitet mit deutschen und englischsprachigen Texten, wobei ich englisch nicht ausprobiert habe.
Was Textshine nicht kann: lektorieren. Die KI erkennt also nicht, ob ein Satz überhaupt einen Sinn ergibt, ob gerade die richtige Person spricht, ein Bild stimmig ist oder ein Fakt korrekt wiedergegeben wurde. Es geht rein um Rechtschreibung und Grammatik.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht unter Software. Lesezeichen für Permalink hinzufügen.