Was die Amazon-Detailseite über Ihr Buch verrät – und wie Sie die Details optimieren

Wenn Sie es geschafft haben, dass ein Interessent im Amazon-Shop aus Ihr Buchcover oder den Titel klickt, dann sind Sie Ihrem Ziel schon ziemlich nah: Ein Klick noch, höchstens zwei, und aus dem Interessenten ist ein Käufer geworden. Für diese letzte Aktion ist der Klappentext sehr wichtig – aber auch der Gesamteindruck, den Ihre Buchseite vermittelt.

Einen perfekten Klappentext zu schreiben, das ist ein eigenes Thema und Stoff für ein Wochenend-Seminar. Hier erkläre ich Ihnen, was die Buch-Detailseite sonst noch so hergibt. Denn Sie können sie nicht nur verwenden, um jemanden von Ihrem Werk zu überzeugen, sondern auch, um weitere Bücher zu verkaufen. Was ist bei den einzelnen Punkten zu beachten – und wie ändern Sie sie?

  1. Blick ins Buch: Der Blick ins Buch kann ein wichtiges Entscheidungskriterium sein. Er wird meist erst ein paar Tage nach dem Upload freigeschaltet, und auch Aktualisierungen dauern oft ein bisschen. Der Nutzer kann normalerweise zwischen der eBook- und der Print-Version wählen. Bei Erotik-Titeln ist der Blick ins Buch deaktiviert.
  2. Reihentitel: Wenn Ihr Buch zu einer Reihe gehört, können Sie in KDP einen Reihentitel eingeben, der (nach einiger Zeit) dann hier erscheint. So können Interessenten auch gleich die anderen Bücher der Reihe erwerben.
  3. Verknüpfung mit dem Taschenbuch: Oft stellt Amazon die Verknüpfung zwischen eBook und Taschenbuch automatisch her. Wenn nicht, können Sie das über eine Nachricht an den KDP- (für KDP-Nutzer) oder Authorcentral-Support (für Nutzer anderer Distributoren) erreichen. Schreiben Sie, welche ASINs genau verknüpft werden sollen.
  4. Weitere Angebote: Oft erscheinen hier Angebote von Dritthändlern, manchmal zu exorbitanten Preisen. Dagegen können Sie nichts tun, weil die Händler in Drittländern operieren, wo die Preisbindung nicht gilt. Es schadet aber auch nicht.
  5. Länge: Amazon rechnet die Seitenlänge nach einem geheimen Algorithmus aus, der oft weniger Seiten als die Berechnung über Normseiten (1500 Zeichen pro Seite) ergibt. Falls allerdings ein Taschenbuch existiert, wird dessen Umfang als Länge eingetragen – das kann ein Argument für die Beauftragung eines Taschenbuchs sein.
  6. Verbesserter Schriftsatz: Aktuelle Kindles zeigen eine besser lesbare Typographie. Dazu muss Ihr E-Book in ein neueres Kindle-Format umgewandelt werden, was manchmal ein paar Tage dauert und automatisch passiert.
  7. Pageflip: Ein neues Feature, das besseres Querlesen erlaubt. Wird ebenfalls nach einiger Zeit automatisch aktiviert.
  • Nicht im Bild: “Kunden kauften auch”: Eine wichtige Liste. Wird von Amazon normalerweise automatisch gefüttert. Interessant ist natürlich, was andere kauften, die Ihr Buch gekauft haben. Aber noch wichtiger ist, dass Ihr Buch unter “Kunden kauften auch” anderer Bücher auftaucht.

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  1. Dateigröße: So viel Platz nimmt Ihr Buch auf dem Kindle ein. Die für die Transferkosten wichtige Dateigröße ist in der Regel höchstens halb so groß und in den Preis-Details bei KDP einsehbar.
  2. Seitenzahl der Print-Ausgabe: Wird bei Vorhandensein einer Print-Ausgabe auch als Umfang des E-Books verwendet.
  3. Gleichzeitige Verwendung…: “Keine Einschränkung” bedeutet, dass Ihr E-Book keinen Kopierschutz (DRM) besitzt. Sie sollten im Sinne Ihrer ehrlichen Leser kein DRM einsetzen. Bei KDP sollte also “Digitale Rechteverwaltung nicht aktivieren” angekreuzt sein.
  4. Verlag: Als Self-Publisher können Sie hier ebenfalls etwas eintragen – wie wäre es mit einem Link zu Ihren Büchern?
  5. ASIN: Jedes Amazon-Produkt besitzt eine solche zehnstellige Nummer. Amazon-Links lassen sich nach dem Muster www.amazon.de/dp/ASIN leicht daraus kontruieren.
  6. X-Ray: Eine Art schlaues Inhaltsverzeichnis für Ihr E-Book. X-Ray-Daten werden nach einiger Zeit automatisch erzeugt.
  7. Word Wise: Eine Technik, die beim Lesen englischsprachiger Bücher hilft. Für deutschsprachige Titel selten aktiv.
  8. Kundenbewertung: Die mittlere Bewertung Ihres Buches. Print und E-Book werden zusammengerechnet und das arithmetische Mittel gebildet.
  9. Bestseller-Rang: Wo Ihr Buch im Vergleich zu den Millionen anderen steht.
  10. Rubriken: Ein E-Book kann normalerweise in zwei Rubriken eingeordnet sein. Falls ein Taschenbuch verknüpft ist, kann eine dritte Rubrik hinzukommen. Um in eine ganz bestimmte Kategorie zu gelangen, kann Ihnen der KDP-Support behilflich sein. Achtung, spammen Sie nicht: ein Liebesroman hat bei Reiseführern nichts zu suchen. Wählen Sie unpassende Rubriken, könnten schlechte Bewertungen die Folge sein.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

3 Kommentare

  1. Hallo Herr Matting !

    Bezüglich: Gleichzeitige Verwendung…: „Keine Einschränkung“ bedeutet, dass Ihr E-Book keinen Kopierschutz (DRM) besitzt. Sie sollten im Sinne Ihrer ehrlichen Leser kein DRM einsetzen. Bei KDP sollte also „Digitale Rechteverwaltung nicht aktivieren“ angekreuzt sein.

    Kann das Buch dann nicht auch durch unehrliche Leser weiter verbreitet werden?
    Was bedeutet es laut KDP “das Buch kann weiter gegeben werden”?

    Das ist nicht ganz zu verstehen.
    Lieben Dank

    1. Das Problem ist, dass unehrliche Leser das Buch IMMER weitergeben können. Das DRM lässt sich nämlich ganz leicht entfernen. Das ist zwar illegal, aber das stört unehrliche Leser (Diebe) nicht, denn das Klauen ist an sich schon illegal. Wie beim Ladendieb, der den Diebstahlschutz entfernt. Wobei das beim DRM noch viel einfacher ist, ein Mausklick. Der ehrliche Leser jedoch, der sich keiner illegalen Methoden bedienen will, kann ein eBook mit DRM z.B. nicht auf seinem Tolino- oder Kobo-eReader lesen (und umgekehrt, DRM gibt es ja auch bei Tolino, dann gehts nicht auf dem Kindle zu lesen).
      Weitergeben darf man eBooks generell nicht, aber man darf sie z.B. innerhalb der Familie nutzen. KDP erlaubt 7 Geräte gleichzeitig, Tolino 5.

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