Plagiat oder kein Plagiat?

Stefan asked 4 Monaten ago

Hallo, ich fand auf einer Seite im Netz eine sehr berührende Geschichte. Die Story hatte etwas unter 30k Wörter und war in der Mitte aufgegeben worden, also ohne Ende. Ich musste daran etwas ändern, also übersetzte ich den Text zunächst vom Englischen ins Deutsche und schrieb sie dann zu Ende. Ich gab ihr auch einen neuen Anfang, kürzte Sachen raus, ergänzte meine eigenen Vorstellungen usw, versetzte alles in eine andere historische Epoche und nach Deutschland. Meine Version der Geschichte hat nun 75k Wörter und doppelt so viele Kapitel. Obwohl meine Heldin in dieser Geschichte und die ursprüngliche Heldin oberflächlich betrachtet zwei verschiedene Personen sind, bleiben wesentliche Dinge gleich, die nicht zu ändern sind. Sie sieht sich mit dem gleichen Problem am Anfang konfrontiert und hat die im wesentlich gleichen inneren Monologe, bzw Ängste und die Dinge entwickeln sich zu Beginn der Geschichte in gleicher Abfolge für sie.
Ich schaue mein “Werk” nun mit einem absoluten Zwiegefühl an. Manchmal denke ich, ich habe etwas Eigenes kreiert, aber dann kommen mir ganz harte Zweifel, und ich habe das Gefühl, nicht mehr als ein Plagiator zu sein, denn ich weiß, dass ich eine solche Geschichte ohne die Vorlage der anonymen Person aus dem Netz niemals hätte schreiben können.
Was denkt ihr dazu bitte? Ist es ein Plagiat oder eine Eigenkreation in diesem Fall?

2 Antworten
Matthias Matting Mitarbeiter answered 4 Monaten ago

Ein Plagiat ist es, wenn du es komplett als deine eigene Arbeit ausgibst. Tatsächlich handelt es sich um eine Bearbeitung. Bearbeitungen sind nicht illegal, und das, was du hinzugefügt hast, dafür hast du auch alle Rechte. Zur Veröffentlichung brauchst du allerdings die Genehmigung des Urhebers der Ursprungsgeschichte. (siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Bearbeitung_(Urheberrecht) )

Stefan answered 4 Monaten ago

Danke sehr!

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