Expertenprogramm für SelfPublisher: Ein Sachbuch als Basis

Ein Sachbuch in Eigenregie zu schreiben, bedeutet viel Arbeit. Wirklich lohnenswert wird es, wenn Sie die Perspektive verändern. Nutzen Sie das Sachbuch als Basis für ein Expertenprogramm. Wie das funktioniert, zeigt Marcus Klug in diesem Gastbeitrag am Beispiel des Sachbuchs „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ auf.

Ein Sachbuch oder Fachbuch zu schreiben, ist oft wesentlich aufwendiger als ein Science Fiction- oder Fantasy-Roman. Für angehende Experten kann ein derartiges Vorhaben dennoch sehr lohnenswert sein. Und zwar dann, wenn Sie sich im Vorfeld schon genauer Gedanken dazu machen, inwieweit ein eigenes Sachbuch der Grundstein für ein Expertenprogramm sein kann, an dem weitere Produkte anknüpfen, über die Sie Ihr Wissen zu einem bestimmten Thema vermitteln.

Stellen Sie sich beispielsweise vor, Sie würden neben einer Festanstellung als Berater, Coach oder Speaker unterwegs sein und diesen Weg auf eine Weise verfolgen, der Ihnen neben Ihrem Job gutes Geld garantiert. Dabei legen Sie mit Ihrem Buch den Grundstein für ein Programm, welches Sie als Experte bekannter macht und welches schrittweise zu mehr finanzieller Unabhängigkeit führt. Es gibt bereits heute zahlreiche Online-Unternehmer, die so vorgehen. Die über Jahre an einem Programm mit verschiedenen Wissensprodukten für die Weiterbildung feilen, das die Basis für einen Mitgliederbereich bildet.

Markus Cerenak mit seinem Mitgliederbereich wäre dazu ein Beispiel. Sie zahlen beispielsweise 400 Euro im Jahr dafür, dass Sie auf sämtliche Wissensprodukte einer bestimmten Plattform zurückgreifen können, die laufend als Palette erweitert wird. Im Falle von Markus Cerenak lautet das Thema „Entspannt erfolgreich werden“. Dazu gehören dann verschiedene Online Kurse, Hörbücher, E-Books und Checklisten. Und das Thema „Entspannt erfolgreich werden“ bildet eine Überkategorie, zu der weitere Themen wie unter anderem „Den Arsch hochkriegen“, „Finde deine Leidenschaft“ oder „Erfolgreich bloggen“ dazugehören.

Bild 1: Wie wäre es, wenn Ihre Arbeit am Computer wieder zum Abenteuer werden würde?

Nun finde ich es genauso wie Markus ziemlich nervig, ständig einzelne Wissensprodukte als Stückwerk auf unterschiedlichsten Plattformen zu verkaufen. Deshalb folgende Idee dazu: Stellen Sie sich vor, Sie würden zunächst nur ein Produkt entwickeln, das bereits alle Themen und weitere Ideen zu Folgeprodukten beinhaltet, die für ein smartes Geschäftsmodell wie das Membership-Portal von Markus benötigt werden.

Und wenn Sie nicht nur am Computer arbeiten und auch hier und da unterwegs sein wollen, sich also mehr Abwechslung in Ihrer Schreibtischarbeit wünschen, denken Sie gleichfalls auch darüber nach, wie sich diese Vorstellung mittel- bis langfristig mit einem Portal verknüpfen lässt. Bei mir ist das etwa momentan so: Neben einer Festanstellung an einem Forschungsinstitut bin ich auch als Redner unterwegs. Und neben dieser Tätigkeit als Speaker möchte ich darüber hinaus in den nächsten zwei Jahren ebenso einen Mitgliederbereich aufbauen.

Der Grundstein zu diesen Aktivitäten bildet das Sachbuch „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“, das ich zusammen mit Michael Lindner geschrieben habe und welches im März 2017 auf tredition zum „Buch des Monats“ erkoren wurde. Dieses Buch, so mein Gedanken lange vor dem eigentlichen Schreibprozess, sollte thematisch sowohl in die Tiefe als auch in die Breite gehen. Daher kam ein Fachbuch definitiv nicht in Frage. Aber mit diesem einen Sachbuch mit einem Umfang von 350 Seiten habe ich bereits den Grundstein für alle weiteren Aktionen und Produkte gelegt, die in den nächsten zwei bis drei Jahren folgen werden. Und das können Sie auch, davon bin ich überzeugt. Das ist zwar zunächst aufwendig, dann aber auch sehr lukrativ. Die ersten Früchte habe ich bereits geerntet!

Daher werde ich in den nun folgenden Beitrag am Beispiel des Sachbuchs „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ genauer und ausführlicher darstellen, wie Ihr Weg zu einem digitalen Expertenprogramm auf der Basis eines einzelnen Buches aussehen könnte, welches Sie als Authorpreneur umsetzen. Das wäre das passende Mindset dazu.

Ein Authorpreneur ist ein Selfpublisher, der als Schreibprofi wie ein Unternehmer vorgeht und der erkannt hat, dass das alte Verlagsmodell häufig nicht mehr lohnenswert ist. Wenn Sie beispielsweise als Experte einen Fachbeitrag publizieren, dann bekommen Sie teilweise überhaupt kein Geld mehr dafür. Erst wenn Sie sich aus dem alten Verlagsmodell mental ausklinken und Ihre Produkte auch rechtlich selbständig aufsetzen, sind Sie flexibel genug, Ihre Wissensprodukte im heutigen Markt sinnvoll zu bewegen. Und um zu einem Schreibprofi zu werden, müssen Sie heute auch nicht mehr unbedingt Artikel für Zeitschriften und Magazine schreiben, je nachdem, welches Ziel Sie damit verfolgen.

Sie beginnen beispielsweise mit einem Blog und fangen an, regelmäßig zu schreiben, etwa von Woche zu Woche. Dann schreiben Sie parallel dazu Gastbeiträge auf anderen Blogs und größeren digitalen Plattformen, um mehr Reichweite und Bekanntheit aufzubauen. Und schließlich schreiben Sie längere Texte: kürzere E-Books und Ratgeber etwa. Dann kommt vielleicht der Marathon: das Sachbuch. Im Falle unseres Sachbuchs „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ sind wir diesen Marathon über zwei Jahre zu zweit gelaufen: Michael Lindner und meine Wenigkeit.

1. Die Idee

Wenn Sie als angehender Experte zu einem bestimmten Thema ein Programm entwickeln wollen, brauchen Sie zunächst ein tragfähiges Produkt. Da ein Wissensprogramm in der Regel aus verschiedenen Produkten besteht, die miteinander zusammenhängen, etwa im Sinne eines Mitgliederbereiches, sollte ein Buch, das die Basis zu einem derartigen Programm bildet, dementsprechend in die Breite und in die Tiefe gehen.

Das Schreiben eines Fachbuchs als Authorpreneur kommt deshalb eher nicht in Frage, weil die Fokussierung bei einem Fachbuch in der Regel auf einem Thema liegt und dementsprechend zu wenig Abwechslung geboten wird. Ihr zukünftiges Buch sollten Sie sich dementsprechend als Hintergrundfolie zu einer Palette von ganz unterschiedlichen Wissensprodukten vorstellen, die später unter einem Dach zusammengeführt werden.

Wichtig ist außerdem noch bei der Entscheidung für ein bestimmtes übergeordnetes Thema, dass Sie sich nicht nur wirklich gut mit diesem Thema auskennen, sondern dass dieses Thema darüber hinaus auch so viel Potenzial in sich birgt, das Sie sich damit theoretisch in den nächsten 10 Jahren beschäftigen könnten.

Bild 2: Versetzen Sie sich in die Perspektive eines Kindes, das mit Begeisterung lernt

Dieses Thema sollte Ihnen außerdem möglichst viel Freude und Spaß bereiten. Sie sollten dafür brennen. Und daher werde ich Ihnen jetzt an dieser Stelle auch nicht empfehlen, erst einmal unter Google Trends nach den neuesten Modeerscheinungen zu suchen oder unter Amazon genauer zu recherchieren, ob es zu einem bestimmten Thema Bedarf gibt und was dazu vor allem bei Buchbesprechungen an negativen Rezensionen verfasst worden ist. Denn gerade über negative Besprechungen können Sie relativ schnell herausfinden, wo Lücken bei einem Thema vorhanden sind, etwa wenn Besprechungen auf Amazon so beginnen: „An sich birgt das Thema XYZ ja sehr viel Potenzial, aber ich hätte mir gerade bei diesem Thema gewünscht, dass der Autor (…).“

Warum sollten Sie eben nicht so vorgehen? Was nützt es mir, wenn ich weiß, dass ein Buch über Stricken sehr erfolgreich sein könnte, wenn ich an sich mit Stricken überhaupt nichts am Hut habe? Sie sollten stattdessen ein Thema finden, das neben der Frage, ob es dafür genügend potenzielle Käufer gibt, vor allem in persönlicher Hinsicht mit Ihren Interessen zusammenhängt. Und wenn Sie sich jetzt darüber hinaus noch vorstellen, dass dieses Thema für Sie in den nächsten Jahren von Relevanz sein sollte, dann dürfte spätestens klar sein, dass Sie dafür ausreichend intrinsisch motiviert sein sollten.

Dies möchte ich auch deshalb noch einmal ganz besonders betonen, weil es gerade für Angestellte ein ganz schön harter Brocken sein kann, ein derartiges Vorhaben über Jahre neben der Festanstellung zu realisieren, weil Sie dafür schon zwei, drei Jahre Zeit benötigen. Oder als Selbständige, die weniger Auftragsarbeit machen und lieber an eigenen Wissensprodukten arbeiten wollen, um darauf hinzuarbeiten, dass Sie eines Tages von der eigenen smarten Geschäftsidee leben können.

Und wenn mehrere Ideen im Kopf vorhanden sind? Bei einem ersten Brainstorming werden Sie wahrscheinlich immer mehrere Ideen zu verschiedenen Themen haben. Sie können all diese Ideen nach dem ersten Brainstorming erst einmal auf systematische Weise sammeln und dann ein Ranking vornehmen. Dabei sollten Sie beachten, dass diese Ideen auf der einen Seite Ihr Herz und Ihre Leidenschaft höher schlagen lassen und auf der anderen Seite mit einem gesellschaftlichen Trend zusammenhängen, der für eine größere Entwicklung steht oder in einer Nische viel Potenzial aufweist.

Sagen wir, Sie hätten nach einer gewissen Zeit 10 mögliche Themen identifiziert. Welches dieser Themen funktioniert auf einer übergeordneten Ebene? Das wäre schon einmal die erste wesentliche Fragestellung. Können Sie zu diesem Thema neben einem umfangreicheren Buch als Basis auch Podcasts, Videos, Online-Trainings und weitere Produkte entwickeln und umsetzen? Bereits bei diesem Gedanken werden wahrscheinlich einige Themen wegfallen.

Nun gibt es noch eine weitere Übung: die innere Reise. Stellen Sie sich vor, Sie wären mit Ihrem Thema bereits erfolgreich. So habe ich mir beispielsweise vor dem Hintergrund des Sachbuchs „Morgen weiß ich mehr“ vorgestellt, wie ich als Redner deutschlandweit Vorträge halte und daneben ein Membership-Portal etabliere. Zudem habe ich mir vorgestellt, dass ich das für die nächsten 10 Jahre mache.

Ich verspreche Ihnen: Wenn Sie das auf diese Weise angehen, wenn Sie sich einmal für eine längere Zeit innerlich auf diese Entscheidung konzentrieren, werden Sie recht schnell auf ein übergeordnetes Thema kommen. Ein übergeordnetes Thema.

Bei mir lautete dieses Thema am Ende: „Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“, ein Thema, was Einzelpersonen und Organisationen wahrscheinlich noch in den nächsten 10 Jahren gut beschäftigen wird, da der Umbau unserer Kultur und Wirtschaft im Übergang zum digitalen Zeitalter hierzulande gerade erst so richtig begonnen hat, wenn man diese Entwicklung branchenübergreifend von der Privatwirtschaft, über den Bildungssektor bis hin zur Gesundheitsbranche denkt. Dabei interessiert mich vor allem die Frage, wie Menschen und Organisationen, die viel mit Wissen und Informationen zu tun haben, mehr aus ihrem Potenzial machen können, zu Gestaltern des digitalen Wandels werden.

2. Das Mindset

Die eigene Denkweise bzw. eine bestimmte Mentalität, eine vorherrschende psychische Prädisposition im Sinne eines Denk- und Verhaltensmusters. Wenn ich mir vorstelle, dass ich auf der Basis eines Buches in den kommenden Jahren als Redner auf der Bühne auftreten möchte, dann sollte ich zunächst ausprobiert haben, ob das auch wirklich etwas für mich ist. Das gilt auch für die Vorstellung, als Coach oder als Trainer unterwegs zu sein oder als Fachbuchautor, der ein eigenes von einem Verlag unabhängiges digitales Programm entwickeln will.

Vorab: Ich habe all diese Möglichkeiten systematisch durchgetestet. Ich habe beispielsweise Social Media-Beratung für Trainer angeboten, eigene Workshops gegeben und mehrfach Vorträge vor kleinerem bis größerem Publikum gehalten. Das reichte bis dato von 100 bis zu 1.000 Personen auf Kongressen in der Form einer Keynote Speech. Bei all diesen Tests habe ich festgestellt, dass mir Impulsvorträge am meisten Freude bereiten: und zwar aus einem Grund. Ich liebe es, Menschen Impulse zu geben und im Falle des Themas „Lernen und Arbeiten im digitalen Zeitalter“ aufzuzeigen, dass man vor diesem Zeitalter keine Angst haben braucht, auch wenn demnächst vielleicht verstärkt die Roboter kommen, und dass die Möglichkeiten zur Gestaltung viel größer sind als wir häufig denken, da wir es mit einem größeren Umbruchszeitalter zu tun haben.

Das ist zum Teil vergleichbar mit der Zeit vor der Industrialisierung bzw. mit der Frühphase dieser Epoche. Auch wenn wir heute ganz selbstverständlich mit Auto und Flugzeug verreisen, telefonieren und fotografieren, so gab es auch Zeiten, als all diese Dinge noch nicht existierten. Das war die Zeit der Pioniere. Und die Erfinder dieser Errungenschaften waren Denker, Tüftler, Unternehmer und Visionäre. Diese Menschen haben zu der Konstruktion einer Realität beigetragen, die wir so vorher nicht kannten, obwohl sie so wenig wie wir wissen konnten, wie die Zukunft einmal aussehen würde.

Ich weiß, was Sie jetzt vermutlich denken: „Aber ich kann mich doch nicht mit derartigen Denkern und Tüftlern vergleichen.“ Ich bin davon überzeugt, dass Veränderungen immer im Kleinen beginnen und dass jeder Mensch prinzipiell ein Künstler sein kann, der berühmte Satz von Joseph Beuys. Der springende Punkt bei diesem Gedanken ist Ihr Mindset.

Auch wenn Sie vielleicht kein genialer Denker und Tüftler sind, so formen Ihrer Gedanken doch ein Stück weit die Realität mit bzw. die Zukunft im Übergang zum digitalen Zeitalter, die noch nicht gänzlich erschaffen wurde. Das ist auch einer der Gründe, warum immer mehr Organisationen ihren Mitarbeitern mehr Freiräume in der Arbeit zugestehen.

Die hierarchische Organisation von Unternehmen geht auf die industrielle Revolution zurück. Damals drehte sich im Management alles um Kontrolle. Heutige Firmen brauchen dagegen einen ganz anderen Ansatz, weil sie selber spüren, dass wir uns in einem Umbruchszeitalter befinden und noch mehr Industrialisierung und Optimierung eigentlich die falsche Reaktion auf den digitalen Wandel darstellen.

Denn erhöhtes Chaos im Übergang begünstigt Kreativität. Und Kreativität braucht mehr Freiraum zum Denken, zum Entwickeln und Umsetzen von Ideen und weniger rigide Kontrolle und noch mehr Beschleunigung.

Bild 3: Auch wenn die Pyramide schon sehr alt ist. Befreien Sie sich von ihren Fesseln im Denken!

Wenn Sie also planen, neben Ihrer Arbeit oder als Selbständige ein Buch zu schreiben und auf der Basis dieses Buches weitere Aktionen zu starten, wie etwa das Durchführen von Trainings, dann sollten Sie vorher einmal möglichst systematisch durchgetestet haben, was Ihnen wirklich liegt.

Und bleiben Sie am Ball und lassen Sie sich in Ihren Vorhaben auch dann nicht entmutigen, wenn es einmal zu Rückschlägen kommt. Was Ihnen auf Ihrem längeren Weg auch helfen kann, ist regelmäßige Meditation, etwa einzelne Übungen aus dem MBSR-Programm, ein von dem Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn in den späten 1970iger-Jahren in den USA entwickeltes Programm zur Stressbewältigung, das aus verschiedenen Übungen wie etwa Sitzmeditation und Yoga besteht, und dass sich auch bestens für mehr Fokus und Konzentration im Alltag eignet. Hier ein Link zu verschiedenen Übungen aus diesem Programm. Oder das regelmäßige Laufen, angefangen bei regelmäßigen Spaziergängen, über kürzere Laufstrecken bis hin zu Halbmarathon und Marathon-Distanzen.

Ich gehe diesen Weg jetzt schon seit einigen Jahren. Und sowohl das regelmäßige Meditieren als auch das Laufen haben mir stark dabei geholfen, diesen Weg weiterzugehen. Durchzuhalten. Nicht frühzeitig die Flinte ins Korn zu werfen.

3. Das erste Produkt: ein Sachbuch

Auf der Plattform von Matthias Matting zum Selfpublishing ist bereits viel darüber geschrieben worden, was die Grundbausteine eines gelungenen Buches darstellen, das Sie als Selfpublisher umsetzen wollen, in unserem Fall ein Sachbuch, welches die Basis zu einem eigenen Expertenprogramm darstellt.

Grundbausteine sind ein ansprechender Titel, eine ansprechende Beschreibung Ihres Produkts und eine möglichst professionelle Covergestaltung, die am besten ein Designer vornimmt, der sich wirklich damit auskennt. Hinzu kommen ein ausgefeiltes Konzept (gerade bei längeren Büchern) und eine überzeugende Strukturierung sowie ein Schreibstil, der zum Lesen anregt. Gerade über den letzten Punkt könnte ich jetzt sehr viel schreiben.

Belassen wir es an dieser Stelle bei zwei wesentlichen Anregungen für Sie:

  1. Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Regisseur und wären damit beauftragt, Ihr Sachbuch als Film umzusetzen. Da ich als Redner unterwegs bin und diese Aktivitäten auch noch weiter ausbauen will, habe ich mir zumindest die Texte, die ich für unser Sachbuch „Morgen weiß ich mehr“ verfasst habe teilweise wie eine Art von Film vorgestellt, der auf der Bühne vor Publikum abgespielt wird. Dazu habe ich auch eigene Bilder gezeichnet. In der Regel haben Sie bei dieser Übung sofort eine andere Dramaturgie im Kopf, wenn Sie so schreiben. Wie würde beispielsweise ein Sachbuch aussehen, das wie ein Thriller funktioniert? Dazu gibt es zahlreiche Anregungen: etwa das Buch „Spannend schreiben“ von Christian Schärf oder „Spannung – der Unterleib der Literatur“ von Hans Peter Roentgen.
  2. Wie sieht es mit Fallbeispielen aus? Gute Beispiele geben uns Impulse. Daher sind auch in unserem Sachbuch zahlreiche außergewöhnliche Beispiele von Personen und Organisationen enthalten, die schon heute damit begonnen haben, den digitalen Wandel zu gestalten. Etwa das Beispiel von Salman Khan, der einst als Finanzanalyst arbeitete und eine digitale Bildungsplattform neben der Arbeit auf der Basis von Erklärvideos auf YouTube gründete, die heute so erfolgreich ist, dass er seinen ursprünglichen Job an den Nagel hing. Oder das Beispiel einer Organisation, in der Mitarbeiter nicht so wie bei Google eigene Projekte zu 20, sondern zu 100 Prozent in Teamarbeit umsetzen können: Valve.

Neben diesen Anregungen war bei dem Schreiben unseres Sachbuchs, mit dem wir über zwei Jahre neben der Arbeit beschäftigt waren, noch ein anderer Punkt ausschlaggebend. Wir mussten nämlich erst einmal unseren Schreibstil soweit aufeinander angleichen, dass sich das Buch später in etwa wie aus einem Guss lesen lassen ließe. Ob es uns tatsächlich gelungen ist, in etwa wie aus einem Guss zu schreiben, können selbstverständlich nur andere Menschen beurteilen, also unsere Leser. Entscheidend war bei diesem Prozess vor allem auch die Unterstützung durch eine professionelle Lektorin. Denn neben dem mehrfachen „Durchkneten und Überschreiben Ihres Rohmaterials“ bringt die dritte Person noch einmal eine entscheidende Außenperspektive in den Schreibprozess mit ein.

Viele Redundanzen und Ungereimtheiten sowie einzelne noch weiter erklärungsbedürftige Passagen konnten an den passenden Stellen überarbeitet und angeglichen werden. Allerdings war das Buch auch nach dem Lektorat noch nicht fehlerfrei. Diesen abschließenden Prozess habe ich als ganz besonders anstrengend in Erinnerung. So wie das ja auch häufig gesagt wird: „Die letzten 10 Prozent haben es noch einmal ganz besonders in sich!“.

Ich habe unser Buch auch nach dem Lektorat einschließlich eines zusätzlichen Probedrucks noch zweimal komplett sehr konzentriert gelesen und hier und da überarbeitet, was weitere Fehler wie Rechtschreibfehler anbelangte. Bei der gebundenen Ausgabe und der Paperback-Version ist unser Buch jetzt nahezu fehlerfrei, während bei der E-Book-Version noch ein paar Fehler enthalten sind. Aber auch hier gilt bei aller Professionalität im Denken: Es gibt kein 100 Prozent fehlerfreies Buch! Verabschieden Sie also von diesem Gedanken!

Ein weiterer wichtiger Punkt waren die Finanzierung und das Auslagern einzelner Arbeitsprozesse. Neben professionellem Coverdesign und Lektorat arbeitete mein Partner Michael Lindner zum Teil für die Recherche auch mit „virtuellen Assistenten“ zusammen. Solche Assistenten, etwa Studierende aus Osteuropa, die sich auf Recherche spezialisiert und sich neben dem Studium etwas dazuverdienen wollen, werden beispielsweise über die Firma Strandschicht vermittelt.

Ich weiß, was Sie jetzt möglicherweise denken: „Ist das nicht Ausbeutung?“. Mein Standpunkt dazu lautet so: Solange das Lohngefälle in diesen Ländern niedriger ist und der Verdienst in einem vertretbaren Verhältnis dazu steht, finde ich das in Ordnung. Anders sieht es dagegen mit solchen Dienstleistungen aus, wie sie zum Teil auf dem Markplatz mechanical turk von Amazon angeboten werden.

Wir wollten von Anfang an stark mit solchen Komponenten arbeiten, da es ja in unserem Sachbuch „Morgen weiß ich mehr“ auch darum geht, wie man die Kraft des Internets auf konsequentere Weise in der Entwicklung und Umsetzung eines eigenen Wissensprodukts für sich nutzt.

So haben wir beispielsweise im Vorfeld zu der Veröffentlichung unseres Sachbuchs auch eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne auf Startnext durchgeführt. Dabei haben wir 2.100 Euro eingenommen und damit mehr als die Hälfte der Kosten für das Lektorat bereits im Vorfeld finanziert. Zudem teilen wir uns die Kosten, die in etwa bei 5.000 Euro liegen, wenn man von den vielen Arbeitsstunden einmal absieht, die für das Schreiben eines solchen Buches erforderlich sind. Eine weitere entscheidende Hilfe ist tredition.

tredition vereint mit seinem modernen Verlagskonzept das Beste aus den beiden Welten Self-Publishing & Verlag“, so der Slogan dieses Dienstleisters aus Hamburg. Und auch wenn ich zunächst skeptisch war, muss ich mittlerweile sagen, dass ich von diesem Angebot sehr überzeugt bin, wirklich empfehlenswert! Denn im Gegensatz zu BoD bezahlen Sie einmalig 149,90 Euro oder kaufen 35 Exemplare Ihres Buches. Dafür ist Ihr Buch dann dauerhaft im Handel als gebundene Ausgabe, Hardcover und E-Book erhältlich, etwa unter anderem auch auf Amazon. Und dafür müssen Sie nicht wieder nach einem Jahr erneut zahlen.

Und das Beste daran: Ihre Fragen werden wirklich meistens kompetent und relativ schnell und zeitnah beantwortet; ich hatte zu den einzelnen Formaten und speziell zum Marketing wirklich sehr viele Fragen, die alle beantwortet wurden. Zudem ist ein Teil des Marketings und der Pressearbeit zu Ihrem Buch mit enthalten, etwa das Versenden einer Pressemitteilung über einen größeren Verteiler. Und wenn Sie Journalisten finden, die über Ihr Buch schreiben, dann wird das auch über tredition abgewickelt. Sie schreiben eine Mail an tredition und die schicken dann ein Exemplar Ihres Buches an den jeweiligen Journalisten, der sich für Ihr Buch interessiert, ohne dass Sie sich selber darum kümmern müssen, was den Versand und die weitere Abwicklung anbelangt.

Noch ein wesentlicher Gedanke zu Ihrem ersten Sachbuch, wenn Sie tatsächlich mit einem solchen Buch auch die Basis für ein eigenes Expertenprogramm mit weiteren Produkten setzen wollen. Als Trainer und Speaker ist es nach wie vor wichtig, dass Sie auch das ein oder andere überzeugende Buch veröffentlichen. Nur die Frage, wie Sie das veröffentlichen, sollten Sie heute im Übergang zu den Möglichkeiten des digitalen Zeitalters als Authorpreneur anders denken. Zunächst einmal die Frage nach dem Aufwand und der Finanzierung.

Wenn Sie 5.000 Euro Kosten haben und hunderte von Stunden mit dem Schreiben Ihres ersten Sachbuchs verbracht haben, macht es meiner Meinung nach nur wenig Sinn, sich zu überlegen, wie man diesen ganzen Aufwand mit dem Verkauf pro Stück ausgleichen könnte. Das wäre als Selfpublisher schon fast „Sisyphos“-Arbeit, wie ich finde.

Sie haben gerade Ihr Buch das erste Mal am Telefon verkauft, freuen sich darüber, und kommen bald schon wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Damit sich der Aufwand auch wirklich lohnt, die zwei Jahre harte Arbeit und die zahlreichen Entbehrungen am Wochenende, müssten Sie jetzt „nur noch“ 1.999 Stück von Ihrem ersten Buch verkaufen. Und damit wir diesen Gedanken auf die Spitze treiben, stellen Sie sich jetzt noch zusätzlich vor, Sie würden das jetzt pro Stück am Telefon machen: zunächst warm, dann in der Form von Kaltakquise. Na? Wie gefällt Ihnen diese Vorstellung?

Die schlechte Nachricht: Marketing und Akquisetätigkeiten sind extrem wichtig, egal wie gut Ihr Produkt auch sein mag! Die gute Nachricht: Es geht auch anders!

So betrachten wir unser Sachbuch auch als Marketing-Instrument. Und auch wenn ich vereinzelt Bücher am Telefon und in Gesprächen verkaufe, was ich jetzt schon häufiger getan habe, war der Kerngedanke, was Aufwand und Nutzen anbelangt, von Beginn an ein anderer. Wenn Sie beispielsweise als Trainer 1.000 Euro pro Tag verdienen, dann brauchen Sie im Grunde genommen wesentlich weniger Verkaufstätigkeiten durchführen, damit sich der Aufwand für das Schreiben Ihres ersten Sachbuchs wirklich lohnt, und dann müssen Sie auch nicht mehr alleine in der verkauften Menge an Büchern pro Stück denken.
Vielmehr geht es dann für Sie darum, als Experte bekannter zu werden und Ihre Reputation im Netz und in anderen Medien weiter auszubauen, um über diese Aktivitäten wiederum zu mehr und möglichst finanziell noch lukrativeren Aufträgen zu gelangen – etwa als Trainer. Oder noch besser: Ein eigenes Expertenprogramm im Netz mit weiteren Produkten aufzubauen, mit dem Sie immer weniger Geld gegen Zeit tauschen müssen.

Im Gegensatz zu einem professionellen Verlag, der meistens recht langsam ist, können Sie Ihr Buch, wenn es einmal steht, auch mehrfach überarbeiten und thematisch anpassen. So verstehen wir unser Sachbuch „Morgen weiß ich mehr“ auch als offenen Prozess und werden in der ersten Jahreshälfte 2018 eine aktualisierte und erweiterte Version unseres Buches erneut über tredition veröffentlichen, in der sämtliche neue Ideen und Verbesserungsvorschläge zu unserem Buch mit einfließen werden, da wir dazu einen Testbogen mit Fragen ausgearbeitet haben, den wir an ausgewählte Leser und einzelne Experten versenden.
Ferner ist unser Sachbuch modular aufgebaut. Es enthält vier Kapitel mit den Schwerpunkten „Zukunftsvisionen“, „Lernen im digitalen Wandel“, „Wissens- und Kreativarbeit“ und „Strategie“, drei Experten-Interview und einen Komponenten-Anhang mit mehr 120 Komponenten zu solchen Themen wie unter anderem „Ihre persönliche Online-Weiterbildung“ und „Eigene Wissensprodukte entwickeln und vertreiben“, die alle auch autonom funktionieren. So schrieb ein begeisterter Leser auf Amazon dazu: „Großartig finde ich den Aufbau des Buches. Der ist nämlich modular und ermöglicht interaktives Lesen; so kann man seinen eigenen Leseweg selbst bestimmen. Und genauso bestimmt jeder seinen persönlichen Digitalen Wandel selbst. Die Türen sind offen.“

Warum ich Ihnen das gerade erzähle? Sie sollten Ihr erstes Sachbuch so anlegen, dass die einzelnen Bausteine zu einem eigenen Expertenprogramm schon im Buch enthalten sind. Das bedeutet in unserem Falle beispielsweise, dass jedes Modul aus unserem Buch prinzipiell auch als Vortrag oder Online-Training umgesetzt werden könnte. Oder der „Strategie“-Teil. Hier bekommen Angestellte und Selbständige anhand von Fallbeispielen auf systematische Weise einen Leitfaden zu der Frage an die Hand, wie der Weg zum Experten mit eigenen digitalen Wissensprodukten aussehen könnte und wie hoch der Aufwand und der Nutzen dabei einzuschätzen ist, etwa der Weg zum Profi-Blogger oder zum Online-Coach. Speziell dieser Leitfaden könnte wiederum auch die Basis für einzelne Beratungsleistungen sein, die an den Leitfaden anknüpfen: Basistraining + Einzelberatung und so weiter.

Stellen Sie sich also Ihr erstes Buch modular aufgebaut vor. Und fragen Sie sich dabei, inwieweit die einzelnen Module an andere Wissensprodukte wie Vorträge, Trainings, Coachings oder an ein eigenes Expertenprogramm anknüpfen könnten.

4. Das Marketing

Bild 5: Die Produkt-Treppe, entwickelt von Ehrenfried und Brigitte Conta Gromberg

Das Marketing ist der wichtigste Schlüssel zu Ihrem Erfolg. Und leider wird der Aufwand für das Marketing nach wie vor häufig kolossal unterschätzt. Stanislav Melnik vom Affenblog führte einmal in einem Interview an, dass der Aufwand pro Blog-Beitrag, was das Marketing anbelangt, in etwa bei 5 bis 10 Stunden liegt. Für das Schreiben rechne er dabei noch einmal bei längeren Beiträgen 10 Stunden, macht in etwa ein Verhältnis von 50:50. So ähnlich sieht das Verhältnis auch bei einem Sachbuch aus, das Sie als Selfpublisher vermarkten wollen, wenn Ihr Buch endlich im Handel erhältlich ist. Auch hier sollten Sie genügend Zeit für das Marketing mit einrechnen!

Daher kommen Sie auf dem Weg zu einem erfolgreichen Expertenprogramm nicht umhin, sich sowohl theoretisch als auch praktisch ausgiebiger mit dem Marketing Ihres Buches zu beschäftigen. Während die Theorie mit der Planung und einzelnen Strategien zusammenhängt, geht es in der Praxis darum, vom Denken ins Machen zu kommen, und zwar möglichst regelmäßig. Aus Marketing und Verkauf wird eine neue Gewohnheit. Das Etablieren von neuen Gewohnheiten dauert in der Regel 8 bis 12 Wochen, so die Wissenschaft. Dazu kann es hilfreich sein, mit bestimmten Kennzahlen zu arbeiten. Denn Unternehmer sind Sie erst, wenn Sie „Ihre“ Zahlen kennen.

Nehmen wir ein Beispiel: Sie kalkulieren eher vorsichtiger und haben sich für den Verkauf Ihres Buches vorgenommen, mindestens 400 Exemplare zu verkaufen. Den Erfolg einzelner Maßnahmen Ihres Marketings können Sie beispielsweise an Ihrem Provisionskonto auf tredition überprüfen, wenn Sie sich dazu entschieden haben, Ihr Buch über tredition zu vertreiben.

Schritt 1: Die Plattform-Strategie vor der Veröffentlichung eines Buches

Marketing-Maßnahmen brauchen immer etwas Zeit. Daher sollten Sie zunächst am besten ein bis zwei Jahre vor der Veröffentlichung Ihres Sachbuchs damit beginnen, eine passende Website mit möglichst hochwertigen und nützlichen Inhalten aufzusetzen, die zu Beginn noch keine Werbung enthalten sollte. Wir haben das auch so gemacht. Parallel dazu beginnen Sie auch damit, einen Newsletter aufzubauen. Am Anfang können Sie auf eine zunächst kostenfreie Software wie Mailchimp für das E-Mail-Marketing setzen. Neben diesen Maßnahmen würde ich Ihnen außerdem empfehlen, zusätzlich noch mindestens auf einen zusätzlichen Social Media-Kanal zu setzen, etwa auf Facebook oder auf YouTube. Grundsätzlich gilt bei all diesen Aktionen: Weniger ist mehr!

Schritt 2: Die Produkt-Treppe und Ihr erstes Freebie

Um Reichweite auf Ihrer Website aufzubauen und möglichst viele Leute dazu zu bewegen, sich in Ihren Newsletter einzutragen, brauchen Sie ein sogenanntes „Freebie“. Das ist ein Geschenk, ein Gratis-Wissensprodukt für Ihre zukünftigen Newsletter-Abonnenten. Hier sind E-Books und Checklisten besonders beliebt. Aber es geht auch noch wesentlich hochwertiger: etwa ein Mini-Kurs zu einem bestimmten Thema als Starter-Geschenk, etwa als E-Mail-Serie oder gar als Video-Reihe.
Pauschal kann man allerdings nicht sagen, welches dieser „Freebie“-Typen sich am ehesten empfiehlt: ausprobieren, eventuell auch mit einem A/B-Test. Das ist ein Test etwa auf Mailchimp, mit dem Sie herausfinden können, welches Gratis-Angebot von Ihren Webseiten-Besuchern besser angenommen wird. Dazu gibt es auch Statistiken in Mailchimp oder bei anderen Anbietern wie Active Campaign und Klick Tipp.

Bei der Produkt-Treppe geht es wiederum um eine stufenförmige Logik, die von einem ersten kostenfreien Gratis-Produkt, über Tragschicht-Produkte, bis hin zum Premium-Produkt führt (siehe dazu auch die Info-Grafik zur Veranschaulichung im oberen Bereich). Die Produkt-Treppe ist ein einfaches Visualisierungs-Werkzeug für Business-Modelling und eignet sich hervorragend für Wissensprodukte: von kostenfeien Mini-Produkten wie Checklisten bis zu einem Premium-Wissensprodukt wie eine Keynote Speech. Sie wurde entwickelt von Ehrenfried und Brigitte Conta Gromberg, die dazu auch ein eigenes Programm anbieten, was ich selbst absolviert habe.

So könnte beispielsweise Ihr erstes Buch 20 Euro kosten, Ihr erster größerer Online-Kurs 200 Euro und Ihr Premium-Produkt in der Form eines Trainings oder Workshops live vor Ort 1.000 Euro. Bei Premium-Produkten ist außerdem noch der persönliche Kontakt von entscheidender Bedeutung. Telefonat oder persönliches Treffen.

Ein Produkt, was über 500 Euro kostet, werden Sie vermutlich als Kunde nur dann kaufen, wenn Sie vorher in einem persönlichen Gespräch oder Termin davon überzeugt worden sind; das ist die psychologische Schwelle. Ab 500 Euro aufwärts, so wissen wir von Marketing-Studien, reicht es nicht mehr aus alleine über das Netz zu verkaufen.

Entscheidend ist bei dem Weg zum eigenen Expertenprogramm außerdem, dass Sie es mit der Zeit schaffen sollten, dass einzelne Produkte in Ihrem Programm vorhanden sind, die immer wieder gekauft werden und die dabei schon für genügend Umsatz sorgen, um Ihre Grundkosten abzudecken: Das wären die Tragschicht-Produkte, etwa mehrere Online-Trainings, die zu Bestsellern werden, während Ihr Sachbuch die Basis zu allen Folgeschritten im Programm darstellt!

Schritt 3: Systematisches Marketing nach dem Veröffentlichen Ihres ersten Buches

Das Problem beim Marketing liegt darin, dass Sie sich schnell verzetteln können, wenn Sie nicht gleich systematischer vorgehen. Außerdem fehlen Ihnen auch die nötigen Ressourcen dazu, sämtliche Marketing-Werkzeuge erfolgreich anzuwenden, die prinzipiell in Frage kommen würden. Das ist der Unterschied zu einem größeren Unternehmen, was die Verteilung von einzelnen Maßnahmen anbelangt.

Sie haben jetzt schon drei grundsätzliche Marketing-Instrumente im Online-Bereich kennengelernt, die Sie definitiv auch anwenden sollten

1. Content-Marketing: Sie publizieren möglichst hochwertige Inhalte auf Ihrer Website (Blog), passend zum Buch, die überzeugen. Das können Texte, Podcasts und Videos sein.

2. Newsletter-Marketing: Sie beginnen parallel zum Aufsetzen Ihrer Website damit, einen eigenen Newsletter aufzubauen. Dabei verfeinern Sie mit der Zeit auch die Vorgehensweise. Sie beginnen zunächst mit einzelnen Mails, die Sie in bestimmten Zeitabständen an Ihre Abonnenten schicken, bevor Sie in Serien denken. Serien sind dazu gedacht, Abonnenten zum Kauf eines Produktes zu animieren. Dabei fallen Sie selbstverständlich nicht direkt mit der Tür ins Haus!

3. Suchmaschinen-Marketing: Wenn Sie regelmäßig hochwertige Inhalte über Ihre Website veröffentlichen, sagen wir beispielsweise über den Zeitraum von einem Jahr einmal pro Woche, dann wird auch Ihr Ranking in Google davon positiv beeinflusst, vorausgesetzt Sie haben Ihre Beiträge mit den passenden Schlagwörtern versehen. Dasselbe gilt auch für den Kauf Ihrer Bücher über den Newsletter. Dadurch verbessert sich auch das Ranking in Amazon.

In den weiteren Schritten geht um Reichweite und Verkauf.

4. Die Landingpage zum Buch: Bevor Sie so richtig in das Marketing und die Pressearbeit zu Ihrem Buch einsteigen, sollten Sie unbedingt auch an eine Landingpage denken. Die können Sie zum Beispiel mit dem Thrive Content Builder erstellen, der sich sehr gut in WordPress integrieren lässt.

Bei unserem Sachbuch haben wir als Basis für die Landingpage zunächst einen Buchtrailer als Video produziert, der maximal zwei Minuten lang sein sollte und den wir in der Form eines Interviews angelegt haben. Hinzu kommen sogenannte „Testimonials“, also Empfehlungen zu unserem Buch, sowie selbstverständlich auch die Links zu einer Leseprobe und den direkten Kauf.

Eine solche Seite bildet auch eine gute Basis für Journalisten, die Sie ansprechen wollen, denn diese haben häufig nur sehr wenig Zeit. Daher bekommen diese auf einer Landingpage die Kerninhalte Ihres Buches auf multimediale Art in aller Kürze mit weiteren Empfehlungen geboten. Hier die Landingpage zu unserem Buch als Vorlage.

5. Kooperationsmarketing: Wenn Sie schon über längere Zeit im Web aktiv sind und bereits auch Kontakt zu anderen Bloggern und Experten aufgenommen haben, wird Ihnen das auch zu Gute kommen, wenn Sie ein Buch vermarkten wollen. So werden in diesem Fall auch andere Blogger und Experten Ihr Buch eher besprechen, wenn Sie bereits Vertrauen zu Ihnen gefasst haben und von Ihren Inhalten überzeugt sind. Sie können diesen ganzen Prozess auch dadurch beschleunigen, dass Sie etwa ein erstes E- Book als Freebie schreiben, in dem Sie die Produkte von anderen Bloggern und Experten empfehlen. Das führt dann im besten Fall dazu, dass Ihr Buch über eine Website empfohlen wird, die wirklich viele Leser, möglichst passend zu der Zielgruppe (Zielgruppen) Ihres Buches, erreicht. Außerdem können Sie über Gastbeiträge auf anderen Plattformen nachdenken.

6. Presse/Medien: Selbstverständlich ist es darüber hinaus sinnvoll, neben all diesen Online-Instrumenten auch gezielt Kontakt zu Journalisten, zur Lokalpresse, Fachmedien und eventuell sogar zu Medien wie Radio und Fernsehen zu suchen. Hier sollten Sie allerdings einen guten Aufhänger haben, den richtigen Ansprechpartner und das genaue Format, die passende Rubrik kennen, die für Ihr Anliegen prinzipiell in Frage kommen würde.

Ein Beispiel: Wenn ich weiß, dass ein Reporter für eine Lokalzeitung in der Rubrik „Zeitgeschehen“ viel zu wissenschaftlichen Themen und Technik schreibt, dann könnte diese Person auch der richtige Ansprechpartner für eine Geschichte mit Lokalbezug sein, bei der es an sich um ein Buch zum digitalen Wandel geht, so wie das bei unserem Sachbuch „Morgen weiß ich mehr“ der Fall gewesen ist.

Wichtig sind in diesem Beispiel allerdings die Geschichte einer Person und der Lokalbezug und weniger das Produkt. Folgende Fragen etwa: Welche besonderen Erkenntnisse gab es beim Schreiben Ihres Buches, die auch für andere Menschen interessant sein könnten? Wie lautet Ihre persönliche Geschichte dazu? Das ist etwas, was Journalisten neben dem Neuigkeitswert für gewöhnlich interessiert. Das Produkt spielt dabei in der Regel definitiv eine untergeordnete Rolle!

5. Fazit: Auf dem Weg zum Expertenprogramm

Was die Systematik betrifft, so können Sie sich zunächst an „warmen Kontakten“ zu anderen Bloggern, Experten, Journalisten und Leuten abhangeln, die Sie persönlich kennen, bevor Sie weitere Aktionen starten, etwa Gastbeiträge schreiben, Rezenten für die Besprechung Ihres Buches finden, oder gar ein Webinar zu Ihrem Buch aufsetzen (ein Online-Seminar zu den Kerninhalten mit dem späteren Link zum direkten Kauf).

Und in all diesen Fällen sehen Sie dann über Ihr Provisionskonto auf tredition, welche Ihrer Maßnahmen besonders erfolgreich waren und welche eher nicht. Nach all diesen Aktionen besteht dann der nächste Schritt darin, weitere Produkte zu entwickeln und umzusetzen, die mit Ihrem Sachbuch zusammenhängen und die den nächsten Schritt auf dem Weg zu Ihrem Expertenprogramm markieren.

Die erste „heiße“ Marketing-Phase zu unserem Sachbuch „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ werden wir in den nächsten zwei Monaten abschließen, also spätestens bis Mitte Mai 2017.

Parallel dazu arbeite ich gerade an der Aktualisierung meiner Website. Hier möchte ich bis Ende des Jahres einen Vlog-Auftritt mit zahlreichen Video- und Podcast-Beiträgen umsetzen, der noch stärker mit meinem Programm als Speaker zusammenhängt und eventuell einen ersten kostenpflichtigen Online-Kurs anbieten. Das wäre für mich der nächste logische Schritt zum eigenen Programm: „Wissensabenteuer für die digitale Zukunft“!

mklug
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  • Marcus Klug, geboren 1977, ist Redner, Blogger und Autor. Neben seiner Tätigkeit als Kommunikationswissenschaftler und Blogger für das Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) an der Universität Witten/Herdecke hat er bereits vor über zwei Jahren damit begonnen, zusammen mit Michael Lindner das Sachbuch „Morgen weiß ich mehr. Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution“ zu schreiben, welches im März 2017 zum Buch des Monats erkoren wurde. Das Sachbuch bildet die Basis zu einem eigenen Expertenprogramm als Speaker: „Wissensabenteuer für die digitale Zukunft“. Mehr Infos unter: www.marcusklug.de.

2 Comments

  • Sehr geehrter Herr Klug,

    Ihren Beitrag habe ich mir bis zum Ende durchgelesen und Folgendes angemerkt haben:

    1.) Wenn Sie Rechercheaufgaben an andere übergeben haben, finde ich es persönlich nicht gerechtfertigt, von einer “Expertise” zu sprechen. Eine solche sollte alle Aufgaben enthalten, die dazu nötig sind, um ein Sachbuch zu schreiben. Sie haben zu zweit nicht zwei Jahre gebraucht, nein, Sie haben zu x. (wobei x ungewiss ist) zwei Jahre “bezahlt”. Ein solches Werk zusammen mit Ihrem Co-Autor Ihr eigen zu nennen, ist recht fragwürdig, zumindest aus meiner Perspektive. Allein aus Protest würde ich “Ihr” (Sie, Ihr Co-Autor und x andere Menschen, die zur Entstehung beigetragen haben, also NICHT “Ihr” Werk!) Werk nie und nimmer kaufen – hätte meinerseits Interesse bestanden. Rechtlich gesehen ist es natürlich stimmig: Sie zahlen und lassen arbeiten.Urheberrechtsansprüche sind durch Ihre Zahlungen abgegolten/werden nicht erwartet, also OK. Man kann natürlich -und sollte es auch, wenn man nicht sonst in der Lage dazu ist- Arbeiten an andere übertragen, dann aber deren Namen erwähnen, z.B. Lektoren, Coverdesigner etc. Ob Sie das gemacht haben, habe ich absichtlich nicht überprüft und ich bitte Sie hiermit um Entschuldigung, falls es falsch ist und bitte Sie, nur in einem solchen Falle Entsprechendes als von mir nicht verfasst, nicht erwähnt zu betrachten: Ich habe die dafür notwendigen Links nicht angeklickt oder entsprechende Suchanfragen nicht durchgeführt, damit nicht ich die Person bin, die Ihr Ranking noch weiter steigert. Das könnte ich – nach dem Lesen Ihres Beitrages – nämlich keineswegs mit meinem Gewissen vereinbaren. Und zwar auch aus folgenden Grund:

    2.) Sie schreiben: “Denn im Gegensatz zu BoD bezahlen Sie einmalig 149,90 Euro oder kaufen 35 Exemplare Ihres Buches. Dafür ist Ihr Buch dann dauerhaft im Handel als gebundene Ausgabe, Hardcover und E-Book erhältlich, etwa unter anderem auch auf Amazon. Und dafür müssen Sie nicht wieder nach einem Jahr erneut zahlen.”
    Sehr interessant. Diese Sätze bitte ich Sie zu erläutern, hier in den Kommentaren. Ich verstehe nämlich nicht, was Sie mit “im Gegensatz zu BoD” ausdrücken möchten. Bitte erläutern Sie das und belegen am besten Entsprechende Aussagen mit Quellenangaben. Gerne dürfen Sie wieder -warum auch nicht, schließlich scheinen Sie in diesem Bereich Erfahrungen gesammelt zu haben und können Vergleiche/eine Wertung zu einer der Alternativen solcher Dienstleister angeben- etwaige Rechercheaufgaben an andere Menschen übergeben.

    3.) Wenn die Werbemaßnahmen mittels “Verteilern” von tredition doch so gut zu sein scheinen, wie es beim Durchlesen Ihres Artikels bei mir ankommt, warum haben Sie sich dann darum bemüht, selber noch Mailinglisten aufzubauen? Sie präsentieren meiner Meinung nach ein sehr zu Gunsten von tredition verzerrtes Bild, das kann ich auch belegen: Sie unterschlagen dem Leser -aus irgendeinem Grund- den im Vergleich zu tredition anfallenden, deutlich geringeren Preis von 19 Euro/Buchprojekt. Haben Sie davon nicht gewusst? Eine Bejahung nehme ich Ihnen nicht ab, schließlich haben Sie gründliche Recherchen durchführen lassen. Zusätzlich schreiben Sie, dass der Jahresbeitrag jedes Jahr neu fällig werde. Aha. Auch interessant. Ist dem so? Im nächsten Sinnabschnitt Ihres Beitrages setzen Sie den erwähnten “Gegensatz” zwischen den Zeilen fort, indem Sie “und das Beste daran” schreiben: “Und wenn Sie Journalisten finden, die über Ihr Buch schreiben, dann wird das auch über tredition abgewickelt. Sie schreiben eine Mail an tredition und die schicken dann ein Exemplar Ihres Buches an den jeweiligen Journalisten, der sich für Ihr Buch interessiert, ohne dass Sie sich selber darum kümmern müssen, was den Versand und die weitere Abwicklung anbelangt.” Auch das macht BoD. Durch Ihr vorangestelltes “im Gegensatz zu BoD” im vorhergehenden Absatz erwecken Sie -meiner Meinung nach bewusst- den Eindruck, dass AUCH DAS tredition macht, aber BoD nicht. Sie schreiben das -überraschenderweise- nicht, aber meinen tun Sie es dennoch.

    4.) Positiv anzumerken ist, dass Sie wirklich recht detailliert über “Ihr (ethisch gesehen für mich immer noch fragwürdiges) Werk berichten, wenn auch ziemlich tredition-lastig. Selbstverständlich sollte man sich tredition mal ansehen, da stimme ich Ihnen zu, vor allem, wenn das “Marketing” nicht in Anführungszeichen stehen sollte, das weiß ich nämlich nicht und möchte hier auch nichts Unwahres behaupten.

    P.S.: Sollten Sie nach dem Lesen dieses Beitrages der Ansicht sein, ich würde für BoD arbeiten, irren Sie sich: Ich scheue tredition allein aufgrund der Kosten. Wenn es nicht so hoche Startkosten (149 Euro oder 35 Bücher, das ist happig) geben würde und die Tantiemen höher ausfallen würden, dann fände ich das Konzept recht gelungen, vor allem die Möglichkeit, dass man direkt drei verschiedene Formate GLEICHZEITIG veröffentlichen kann, das macht BoD nicht, da haben Sie vollkommen Recht. Aber BoD räumt sich zu viele Rechte ein, zumindest dann relevant, wenn man kein Sachbuch veröffentlichen will. Somit verstehe ich auch nicht, warum Sie nicht BoD als Dienstleister gewählt haben, da wären Tantiemen höher ausgefallen. Aber das ist Ihre Entscheidung, mir geht es mit dieser Antwort nur darum, dass Sie klarstellen, was Sie mit “im Gegensatz zu BoD” gemeint haben und um die Äußerung meiner Meinung zu dem Outsourcing von Rechercheaufgaben an nicht als Co-Autoren zu erwähnende und erwähnte Menschen bei einem Sachbuch, von dem ich persönlich aufgrund der Begriffsbestimmung “Sachbuch” erwarten würde, die Autoren haben die Sachen selber geschrieben.

    • Hallo,

      ich kann Ihre Kritik nur zum Teil nachvollziehen. Das Schreiben eines Sachbuchs ist sehr viel Arbeit, auch wenn es heute zahlreiche digitale Komponenten gibt, die einem die Arbeit erleichtern.

      1.) Wir haben nicht die gesamte Recherche zu unserem Sachbuch “ausgelagert”, sondern lediglich zum Teil mit sogenannten “Virtuellen Assistenten” gearbeitet. Das heißt, dass mein Partner Michael Lindner einmal praktisch ausprobiert hat, wie derartige Dienste bei Recherche-Aufgaben funktionieren und ob derartige Dienste empfehlenswert sind. Da wir ziemlich viele Dinge praktisch ausprobiert haben, über die wir in unserem Buch schreiben, gehörte dieses Thema auch dazu. Und wir haben sehr wohl über zwei Jahren sehr intensiv an unserem Sachbuch gearbeitet. Dennoch gibt es heute viele digitale Möglichkeiten, die einem die Arbeit erleichtern.
      2. ) tredition ist für den Vertrieb eines Buches deshalb empfehlenswert, weil man einmalig 149,90 Euro für diesen Dienst bezahlt oder 35 Exemplare eines Buches kauft. Dafür fällt dann im Folgejahr aber keine weitere Bezahlung mehr an, was bei BoD der Fall ist. Man kann auch beispielsweise über Amazon und CreateSpace ein eigenes Buch vertreiben. Das wäre eine weitere Alternative. Und es gibt selbstverständlich auch noch zahlreiche andere Möglichkeiten.
      3.) Was die Werbung anbelangt: In meinem Beitrag ist recht detailliert aufgeführt, dass es nicht nur eine, sondern prinzipiell zahlreiche Marketing-Maßnahmen gibt, die für den Erfolg eines Buches im Verkauf von Bedeutung sind. Deshalb reicht es selbstverständlich nicht aus, alleine auf die Marketing-Maßnahmen von tredition (oder sonstigen Anbietern dieser Art) zu setzen, etwa auf das Versenden einer Presse-Mitteilung über einen größeren Verteiler. Das ist nur EINE von zahlreichen Maßnahmen. Das Aufbauen eines eigenen Blogs, eine E-Mail-Liste mit Abonnenten usw. gehört selbstverständlich auch dazu.
      4.) Mir geht es überhaupt nicht um BoD oder tredition. Die interessante Frage lautet eher so: “Inwieweit kann ein Sachbuch die Grundlage für ein Expertenprogramm sein?”

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