Meerkat, Periscope & Co: Buchmarketing für Autoren per Live-Lesung

Eine Lesung zu organisisieren scheint umständlich. Sie müssen einen Buchhändler ins Boot holen, Termine vereinbaren, die Veranstaltung ankündigen, Eintrittskarten verkaufen, gedruckte Bücher zum Verkaufen organisieren, zum Veranstaltungsort reisen, wenn er sich nicht in ihrer Heimatstadt befindet – kein Wunder, dass die meisten Selfpublisher noch nie eine Lesung abgehalten haben. Dabei hat so eine Lesung durchaus ihre Vorteile und kann ein spannendes Event rund um den Start Ihres neuen Buches sein.

Tatsächlich ist die Organisation einer Lesung längst viel einfacher. Von vielen Autoren unbemerkt, hat sich nämlich die Technik enorm weiterentwickelt. Dank Livestreaming-Apps wie Meerkat und Periscope brauchen Sie nur noch ein Smartphone (am besten mit Stativ), einen bequemen Sitzplatz und ein Buch, um sich via Internet live in die Wohnzimmer Ihrer Fans zu beamen. Die Apps können Sie hier herunterladen:

Alle sind kostenlos. Sie zahlen lediglich Übertragungskosten, falls Sie keine Flatrate besitzen. Idealerweise senden Sie vom heimischen WLAN aus, aber Sie können durchaus auch eine Live-Lesung von der Zugspitze organisieren, sofern Sie dort mobilen Empfang haben. Suchen Sie sich den Ort aus – wenn er zum Buch passt, wird Ihre Lesung noch spannender. Wie wäre es mit einer Live-Lesung aus dem Folterkeller (im Museum), vom Strand oder aus der Gerichtsmedizin?

Ihre Zuschauer brauchen zum Empfang ebenfalls die passende App. Alternativ lassen sich die Streams aber auch über spezielle Webseiten abrufen (Periscope-Streams hier, Meerkat-Streams hier). Natürlich sollten Sie zuvor für Ihr Event werben: auf Ihrer Homepage, in Facebook, via Twitter, über Ihren Newsletter und auch auf dem neuen Lesungs-Portal des Beam-Gründers Christoph Kaufmann, Lesenlive.de.

Anders als eine physische Lesung wirkt eine Lesung im Netz übrigens auch länger nach. Sie laden die Mitschnitte einfach bei YouTube hoch und bauen sie in Ihr Blog ein – so haben Sie eine weitere Marketing-Option. Auch Lesenlive.de katalogisiert Video-Mitschnitte von Lesungen.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

Ein Kommentar

  1. Ist mir nicht neu Matthias, ich veranstalte selber regelmäßig Onlinelesungen. Auch Livestreamlesungen habe ich schon das ein oder andere mal über make.tv gemacht. Ja es ist einfacher und man erreicht den internationalen Markt. So habe ich bspw schon Bücher nach Kanada und Amerika verkauft, nachdem Leute aus diesen Ländern meine Lesung im Netz gesehen haben. Sehr schön für Lesungen sind meiner Meinung nach auch sogenannte Special Effekts bspw Lesen mit einer blutenden Totenkopfmaske oder blutiger Kehle. Lesungen an einem eigentümlichen Ort wie bspw in einer Gefängniszelle oder auf einem Friedhof wollte ich immer mal machen, leider hat sich diese Möglichkeit bisher noch nicht ergeben.

    Schönen Gruß

    Stefan Lamboury

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