Gastbeitrag: Buchcover-Designtrends 2018

Das neue Jahr hat gerade begonnen und es warten bereits viele neue Lieblingsbücher darauf, in der Masse entdeckt zu werden. Allein im Jahr 2016 wurden mehr als 85.400 Erst- und Neuauflagen in Deutschland veröffentlicht. Wer mit seinem Buch 2018 aus dem Pool der Mitbewerber herausstechen will, muss deshalb nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch für Aufmerksamkeit sorgen. Am besten gelingt das mit einer gelungenen Gestaltung des Buchcovers unter Berücksichtigung der neusten Trends. Schließlich soll Ihr Werk 2018 nicht zum Ladenhüter werden. Hier präsentieren wir Ihnen die aufregendsten Buchcover-Designtrends für 2018.

Minimalistische Cover

Während viele Buchcover mit einer überbordenden Fülle an Formen und Farben nach Aufmerksamkeit streben, verfolgen minimalistisch designte Bucheinbände das Motto „Weniger ist mehr“. Und gerade durch die Reduktion auf das Wesentliche, den Titel und die Autorin oder den Autor, werden minimalistische Buchcover 2018 erneut für eine große Anziehungskraft sorgen. Gerade durch das Weglassen umfangreicher Designelemente und Farbspiele wecken sie die Neugier der Leser und lassen Spielraum für die eigene Fantasie. Kurz, ein Designcoup, der Ihre Leserschaft in diesem Jahr trotz spartanisch anmutender Grafik beschäftigen und zum Konsum Ihrer Werke anregen wird.

Manchmal ist weniger mehr. So auch auf diesem minimalistischen Buchcover von meella.

Designs der 70er und 80er

Wenn eine Epoche für Farben und experimentelles Design steht, dann sind es die 1970er- und 1980er-Jahre. Wer bekommt keine gute Laune bei Flower-Power-Musik und elektronischen Synthesizern? Wer kann sich nicht an die Blues Brothers oder Abba erinnern? Der positive „Soundtrack“ der Zeit spiegelte sich auch im Design wider: Knallige Farben, verspielte Formen und geschwungene Schriftarten prägten diese Generation. Heute liegt dieser Stil auch beim Buchdesign schwer im Trend. Deshalb werden Leser 2018 schon beim Betrachten der Buchcover direkt in die 1970er- und 1980er-Jahre eintauchen können.

Wenn Sie auf das Retro-Design setzen, können Sie eine ganze Bandbreite an Gefühlen wecken. Von sehnsüchtig bis freudig, von überschwänglich bis waghalsig. Beste Voraussetzungen also, um neue Leser auf Ihr Werk aufmerksam zu machen.

Eine Reminiszenz an das Neonschild der 1980er-Jahre, Buchcover von nevergohungry.

Fette Typographie

Seit einigen Jahren schreien viele Buchtitel potenzielle Leser regelrecht an und sorgen so für die nötige Aufmerksamkeit. Verantwortlich dafür sind Buchdesigns mit einem starken Fokus auf aussagekräftige Typographie. Die aktuellen Trend-Schriftarten sind expressiv und belegen den größten Teil des Buchcovers. Den Trend zur fetten Typographie hat sicherlich auch der Erfolgsautor Jonathan Safran Foer befeuert. Sein Romantitel „Extremely Loud and Incredibly Close“ wurde mit Hilfe des typographisch auffälligen Buchdesigns auch optisch in Szene gesetzt.

2018 wird sich der Trend zur auffälligen Typographie fortsetzen. So können Sie sich mit Ihrem Werk dank organischen Designansätzen wie Buchtiteln in Tropfenform oder als nachgeahmte Pinselstriche von der Masse abheben. Ihr Buch wird die Leser damit direkt ansprechen und nicht dezent im Regal oder der Auslage warten.

Typographie, die alle Augen auf sich zieht. Design von nevergohungry

Handgezeichnete Cover

Jede Handschrift sagt etwas über die Persönlichkeit des Schreibers aus. Damit erhielten die Titel eine sehr individuelle und persönliche Note. Als Element des Coverdesigns war die Handschrift gemeinsam mit der Illustration lange Zeit auf Kinderbücher oder Mystery-Romane beschränkt. In den letzten Jahren hat sich der Trend auf alle Genres ausgebreitet. Haben sich handgezeichnete Cover bisher jedoch eher auf Literatur für weibliche Zielgruppen konzentriert, verbreitet sich der Handmade-Style 2018 geschlechterübergreifend. Mit diesem Trend drücken Sie Selbstbewusstsein aus und beanspruchen schon mit Ihrem Coverdesign einen vorderen Platz in den Bestsellerlisten.

Zeichnungen von Hand – nun auch für Erwachsene. Design von lemoor.

Millennial Pink

Sie werden sich jetzt fragen: „Was ist eigentlich Millennial Pink?“. Um sich diese Frage zu beantworten, gehen Sie am besten in einen Buchladen Ihrer Wahl und suchen die Abteilung „Literatur für Frauen“ auf. Spätestens dort werden Ihnen die Buchcover in Millennial Pink regelrecht ins Auge springen. Buchdeckel in gedeckten Pink- und Rosé-Tönen mit leichtem Grauschimmer werden Ihnen, ganz Klischee, vermeintlich nur Geschichten von Liebe, Leidenschaft und grenzenlosen Gefühlen von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt verheißen.

Tatsächlich werden diese Klischees den frechen und sympathischen Farbtönen nicht gerecht. Denn in Kombination mit einer schlichten Bildsprache oder rauer Handschrift werden sich auch im Jahr 2018 sehr spannende Buchcover ergeben, mit welchen Sie vor allem selbstbewusste, weibliche Leserinnen ansprechen können.

Buchcover in Millennial Pink von subsiststudios.

Collagen

Collagen erzeugen neue Designs aus vorhandenen Bildern. Zugleich können sie eine ganz eigene 3D-Optik schaffen. Buchcover erhalten dadurch ein plastisches Erscheinungsbild. Für Designer ergeben sich durch Collagen vielseitige Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung von Büchern. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Collagen digital oder als klassisches Print-Exemplar produziert werden. Durch die Verwendung bekannter Motive, Bilder oder Symbole kann ein solches Buchcover auf Vergangenheit und Zukunft zugleich verweisen, Gegensätze anschaulich präsentieren, dichotomisch, pluralistisch oder kontrastreich erscheinen. In Verbindung mit einer einzigartigen Typographie und sorgfältig ausgewählten Farben ergeben sich mit diesem Buchcoverdesign-Trend vielfältige Möglichkeiten, um der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen.

Collagen sind nicht nur visuell, sondern auch haptisch ein Magnet. Design von n23art.

Hochwertige Finishes

Die Druckereilandschaft hat sich im im Zuge der Digitalisierung enorm verändert. Waren aufwändige Druckveredelungen wie Blindprägungen, Heißfolienreliefprägungen oder UV-Spotlack vor wenigen Jahren meist nur gebundenen Bänden in größerer Auflage vorbehalten, sind diese Veredelungstechniken heute für eine breite Masse zugänglich. Somit liegt es auf der Hand, dass im Jahr 2018 immer mehr Designer hochwertige Finishes in ihre gestalterischen Entwürfe einfließen lassen. Auf diese Weise werden Buchcover nicht nur zu optischen, sondern auch zu haptischen Erlebnissen, die Leser auf ihre ganz eigene Art zum Zugreifen animieren werden.

Mit diesem Buchcover wird der fallende Körper tatsächlich auch haptisch erlebbar. Designt von B&J.

Coverdesign ist 2018 so vielfältig wie nie zuvor

Die aktuellen Trends im Buchcover-Design verleihen Designerinnen und Designern sowie Autorinnen und Autoren noch mehr Möglichkeiten als zuvor, wirklich individuelle anziehende Cover zu erstellen. Ob Typographie, Farbwahl oder Drucktechnik – die Möglichkeiten im Rahmen der Designtrends waren noch nie so vielfältig wie jetzt. Sie haben es in der Hand, welchem Designtrend Sie mit Ihrem Buchcover folgen möchten. Dabei können Sie sich und Ihrem Werk in jeder Facette treu bleiben und zugleich eindrucksvoll die Aufmerksamkeit Ihrer Leserinnen und Leser aus der Masse der Veröffentlichungen heraus erobern.

Autoreninfo:

99designs ist der weltweit größte Online-Marktplatz für Grafikdesign. Das Unternehmen verknüpft die freischaffende Designerwelt mit kreativen Menschen, cleveren Unternehmern und genialen Firmen – also mit allen, die großartige Designs schätzen.

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Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

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