Selfpublishing? Heftroman-Verlag sucht neue Autorinnen und Autoren

Chefarzt Dr. Norden, Fürstenkrone, Wyatt Earp, Der Bergpfarrer, Edition érotique: Heftroman-Verlage wie der Kelter-Verlag sind im Grunde die Erfinder der Erfolgs-Konzepte des Selfpublishing. Sie liefern zielgruppengerechten, günstigen Lesestoff in hoher Frequenz, also genau das, was im Selfpublishing als Erfolgsgeheimnis gilt. Allerdings hat ihre Präsenz im Buchhandel gelitten – gerade das “Heft” wurde vom Vielleser durch das E-Book ersetzt. Die Verlage geben zwar längst auch digitale Versionen heraus, aber da konkurrieren sie eben mit den erfolgreichen Selfpublishern.

Da ist es nur konsequent, wenn der Kelter-Verlag nun selbst versucht, das Thema Selfpublishing zu besetzen. Das Angebot sieht so aus:

  • 70 % Beteiligung am Nettoumsatz (Nettoverlagserlös, entspricht etwa 30% vom Nettopreis)
  • Kostenloses Cover
  • Verbreitung über alle E-Book-Shops
  • Kostenlose Bearbeitung durch Lektorat und Redaktion
  • Monatliche Auskunft über Verkaufszahlen und monatliche Abrechnung (Optional)

Der Ablauf ist allerdings verlagstypisch: Sie laden Ihr Manuskript samt Exposé hoch, dann wird es begutachtet, evtl. auch abgelehnt, bearbeitet und veröffentlicht. Die Konditionen sind okay, wobei der Umfang des Lektorats unklar bleibt. Falls es sich um ein vollwertiges Lektorat handeln würde, wären die Konditionen auf jeden Fall fair. Schön wäre allerdings, könnte man den Autorenvertrag vorab einsehen, das ist derzeit nicht vorgesehen.

Man könnte das Angebot allerdings auch als moderne Form der Autorensuche klassifizieren. Um Selfpublishing handelt es sich, wenn der Autor “nur” schreibt, ja nun gerade nicht.

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Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

4 Kommentare

  1. @Annina
    Das ist nicht richtig. Denn dieses Angebot funktioniert eben völlig unabhängig von den “normalen” Kelter-Reihen.

    @Matthias
    Mir ist allerdings auch nicht ganz klar, worin hier genau der Selfpublishing-Aspekt besteht. Die “Autorenvereinbarung im Selfpublishing” ist sehr schlank, sie beinhaltet mehr oder weniger die Überlassung der Nutzungsrechte und das Honorar.

    Bei Interesse könnte ich die Vereinbarung zur Verfügung stellen.

  2. Guten Morgen Mattias Matting, ich denke du warst auch bei dem Self Publisher Tag in Münster. Es war recht spannend dort. Freue mich auf Nürnberg. Ist die Bewerbung hier, unabhängig vom Alter? Ich schreibe seit 2008 und habe 2010 das erste Mal veröffentlicht. Bin bereits 73 Jahre. Meine Bücher sind nicht perfekt aber für mich stimmig. Ich freue mich über deine Rückantwort. Liebe Grüße aus dem Schwarzwald Vero

  3. Danke für diese Info. Eine erste Prüfung des Angebots zeigt mir vor allem eines: Der Kelter-Verlag hat mit dieser Aktion einen tollen Werbecoup in eigener Sache gelandet – er weist damit gleichzeitig auf sämtliche erhältlichen Serientitel und besonderen Aktionen hin. Denn wer sich mit der Möglichkeit befassen will, für Kelter zu schreiben, muss ja erst einmal wissen, WAS Kelter so alles anbietet. Und um das zu erfahren, wird er sich vertieft darüber informieren, ob und welche Genres ihm zusagen, bzw. welche eigenen Werke zu welchen Romanserien passen könnten.
    Da ist es unvermeidlich, den einen oder anderen Roman selbst zu kaufen und zu lesen, nicht wahr?
    Leider ist der Verlag erstaunlich unverbindlich und ungenau mit seinen Angaben, wie und in welcher Form und zu welchen Bedingungen eine Zusammenarbeit zustande kommen könnte/würde, falls …
    Mein vorläufiges Fazit: Eine (fast) neue Möglichkeit, die sich hier eröffnet, aber von den Autoren sehr genau geprüft werden sollte, bevor sie ihre eigenen Manuskripte bei Kelter hochladen.
    Oder genügt für die erste Kontaktnahme auch eine Probe, wie bei seriösen Verlagen üblich? Und wenn nicht, was geschieht mit diesen kompletten Manuskripten in fremden Händen, wenn sie von Kelter abgelehnt werden? Die rechtlichen Grundlagen (auch im Hinblick auf die DSGVO) sollten deshalb meiner Erachtens vom Verlag dringend im Voraus vertieft veröffentlicht werden.
    Ich freue mich darauf, hoffentlich in Kürze eine ausgereiftere Instruktion dazu zu lesen.
    Liebe Grüße Annina

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