Software-Tipp: Kleinere Mobipocket-Dateien für Amazon & Co.

Auf einen interessanten Tipp bin ich über Twitter gestoßen: Scot Johns beschreibt in seinem Blog, wie man das Amazon-Programm KindleGen dazu bringt, kleinere Dateien zu produzieren. Ihnen sagt KindleGen gar nichts? Vermutlich benutzen Sie es trotzdem. Es ist nämlich der kleine Helfer im Hintergrund, der bei beliebter Software wie Jutoh für die Umwandlung von ePub-Dateien in das Kindle-Format sorgt.

Seit einiger Zeit fügt KindleGen der von ihm erstellten .Mobi-Datei automatisch offenbar auch das Original-Dokument an. Das hat zur Folge, dass Mobi-Dateien immer deutlich größer als die zugrundeliegenden ePubs sind. Aber das muss gar nicht sein. Amazon hat das Gegenmittel in den Kindle-Publishing-Guidelines versteckt. Es gibt nämlich die Option “-dont_append_source”, die aufgeblähte Mobipocket-Dateien verhindert.

Ein kurzer Test anhand meines inoffiziellen Handbuchs zum Samsung Galaxy S5 ergab dabei folgende Ergebnisse:

  • KindleGen 2.4: 4.505.057 Bytes
  • KindleGen 2.9: 6.582.158 Bytes
  • KindleGen 2.9 mit “-don’t_append_source”: 3.129.021 Bytes

Das Endprodukt war also auf einmal nur noch halb so groß. Heißt das, dass auch mehr Honorar bei Amazon anfällt, weil die nach der Dateigröße berechneten Transferkosten schrumpfen? Leider nicht. Offenbar entfernt KDP beim Hochladen der Mobi-Datei automatisch überflüssigen Ballast. Egal ob 4,5, 6,5 oder nur 3,1 MB, KDP berechnete für mein eBook immer 9 Cent Transferkosten.

Trotzdem kann es sich lohnen, diese Option zu nutzen. Etwa wenn Sie auch selbst Ihren Lesern Mobipocket-Dateien schicken oder zum Beispiel via Beam Mobi-Files außerhalb von Amazon verkaufen. Oder einfach nur, um auf dem Kindle Platz zu sparen, wenn Sie gekaufte ePubs selbst nach Mobi konvertieren.

Wie Sie die “dont_append”-Option nutzen, hängt davon ab, in welcher Art und Weise Sie auf KindleGen zurückgreifen. Falls Sie in der Kommandozeile arbeiten, geben Sie einfach hinter dem Dateinamen -dont_append_source ein, also

kindlegen meinepub.epub -dont_append_source

Das funktioniert unter Windows ebenso wie unter MacOS und Linux.

Wenn Sie mit Jutoh arbeiten, müssen Sie den Zusatzbefehl unter Jutoh -> Preferences -> Helpers eintragen (siehe Bild unten).

Wie man KindleGen in Jutoh verankert
Wie man KindleGen in Jutoh verankert
Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

7 Comments

  • Ich mag Calibre nicht. Wenn man sich von calibre umgewandelte epubs im xhtml anguckt bekommt man das kotzen.

  • Danke guter Tipp

  • Uschi Bachmann Na von so weit entfernt stamme ich doch nicht, die Andromeda-Galaxie ist doch gleich nebenan 😉

  • Mir kommt es vor , als spräche hier ein Ausserirdischer zu mir…….

  • Bei Calibre lässt man das erzeugte Mobi einfach noch mal umwandeln, das schafft erheblich Platz. Interessant ist dies auch, wenn man fettere Mobis für 99-Cent-Bücher uploaden will. Ab etwa 3 MB verlangt Kindle nämlich automatisch höhere Ladenpreise.

  • Ich vermute aber richtig, dass das nur nützt, wenn man seine Mobi aus einer epub generiert,, oder? Wenn man wie ich gleich den xml-Code schreibt und dann diesen umwandelt, bringt das nichts?

  • Pst! Wer Platz sparen will, der nimmt die Option "-c2"

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