Urlaub im Buchladen – perfekt für Indie-Autoren?

Eine sehr nette Idee hatte die schottische Stadt Wigtown, “Schottlands nationale Buchstadt” (die allerdings nur 800 Einwohner hat). Der dort eröffnete Open Book Shop kann nämlich, wie der Guardian berichtet, von Interessierten gemietet werden – inklusive Wohnung direkt über dem Laden, und zwar via AirBNB für 150 Pfund pro Woche. Inklusive sind ein Laptop, WiFi und Fahrräder.

Erwartet wird allerdings, dass der Mieter den Buchladen auch aktiv mitbetreibt, und zwar für 40 Stunden pro Woche. Natürlich gibt es zuvor eine Einführung, und es stehen auch Helfer bereit. Autoren können den Laden in dieser Zeit gern auch für eigene Zwecke nutzen, die Vermieter machen da keine Vorgaben.

Verlage, Händler, Autoren: Wer sich in Deutschland vor Amazon wirklich fürchten sollte

1998 hatte ein schöner Film mit Tom Hanks und Meg Ryan Premiere. “E-Mail für dich” spielte vor dem Hintergrund eines für die damalige Zeit typischen Vorgangs: Weil eine große Buchkette eine Filiale in der Nähe eröffnet, muss Meg Ryans liebevoll inhabergeführte Buchhandlung schließen.

Tatsächlich hat der Aufstieg von Thalia, Weltbild, Hugendubel und Co. auch in Deutschland zahlreiche kleinere Buchhändler die Existenz gekostet. Während Thalia etwa, die 2005 noch 96 Filialen hatten, bis 2009 auf 238 Filialen expandierte, stellte in den letzten zehn Jahren jede fünfte Buchhandlung ihre Geschäfte ein. Die größten Buchhändler waren 2012 DBH (mit Weltbild, Jokers und Hugendubel 420 Filialen), Thalia (293) und Valora (178) – letztere ein Player, den keiner unter diesem Namen kennt, aber als Bahnhofsbuchhandlung sehr wohl.

Dass die Ketten derartige Erfolge feiern konnten, lag zum einen an ihrer Einkaufsmacht – Thalia war schon weitaus länger als Amazon für hohe Rabattforderungen an die Verlage bekannt. Den Kunden konnten sie zum anderen ein riesiges Angebot ausbreiten, das sofort zum Mitnehmen verfügbar war.