Abschreiben, die nächste: Comic als Vorlage

Allmählich müsste es sich ja herumsprechen, dass es keine gute Idee ist, sich beim geistigen Eigentum anderer Autoren zu bedienen. Bis diese Erkenntnis den letzten oder die letzte erreicht hat, werden wir hier wohl noch ab und zu über Plagiate sprechen müssen. Diesmal trifft es eine Liebesroman-Autorin mit denen Pseudonymen Hannah Ben / Hannah Heitmeyer, derzeit immerhin “Kindle AllStar”. Ihr Buch “Boys next door” weist demnach erstaunliche Parallelen zu einem gleichnamigen Manga auf. Nicht nur die Handlung wurde 1:1 übernommen, sondern nachweisbar auch komplette Textzeilen aus den Dialogen kopiert.

Das Buch, bei dem sich die Autorin bedient hat, ist in deutscher Sprache im Carlsen-Verlag herausgekommen. Dort hätte demnächst unter dem Label Impress auch eine eBook-Serie aus ihrer Feder erscheinen sollen. Dazu wird es nun nicht mehr kommen, sagt Carlsen: “Da wir es vom Verlag aus nicht vertreten können, eine Autorin zu publizieren, welche die Werke anderer Autoren plagiiert (ob die unseren oder andere), lösen wir den Vertrag zu Hannah Bens Impress-Reihe auf und distanzieren uns entschieden von der Autorin.”

Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

4 Comments

  • Und dann ist das abgekupferte Buch auch noch just beim Carlsen-Verlag erschienen, dort wo sie einen Vertrag hatte – und eben nun nicht mehr hat.

  • Ich verstehe nicht, wieso man nicht wenigstens den Titel, Namen usw. ändert. Gerade den Titel. Man googled den Titel und wird aufs Original gestoßen… Wie behindert ist sowas?

  • Das abgeschriebene Buch ist tatsächlich erst vor einer Woche erschienen.

  • Ich verstehe nur nicht, warum Carlsen da nicht selbst einmal vorher geguckt hat. Man beschäftigt sich doch eigentlich mit den Autoren, mit denen man zusammenarbeiten will, oder?

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