Autoren-Tipp: Die besten Distributoren für Ihr englischsprachiges eBook

Photo of business people are glowing at world map. International business communication concept

Sie haben Ihr eBook übersetzen lassen – wie bringen Sie es nun zum Leser? Insbesondere, wenn Sie ein englischsprachiges Buch vermarkten wollen, sollten Sie sich auf keinen Fall auf die USA und Großbritannien beschränken. Die Leserschaft ist weltweit verteilt – auch und gerade in Ländern wie Indien oder Indonesien. Amazon, Apple oder Google Play, die Sie selbst beliefern können oder die Ihr gewohnter Distributor im Programm hat, sind zwar in weiten Teilen der Welt vertreten, aber Marktführer sind vielerorts lokale Unternehmen. Haben Sie schon mal von Flipkart, eSentral oder Pothi gehört?

Glücklicherweise hatten andere vor Ihnen dieses Problem auch schon. Als Lösung bieten sich Distributoren mit starkem internationalem Fokus an. Neobooks oder Bookrix etwa konzentrieren sich auf den deutschen Markt. Das Problem: es gibt kein Unternehmen, das wirklich alle Märkte weltweit abdeckt. Doch zunächst mal eine kleine Übersicht:

FirmaKosten / HonorarKanäle
Smashwordsi.d.R. 60% des Netto-ListenpreisesBarnes&Noble, Kobo, Apple, Inktera, Baker&Taylor, Oyster, Scribd, Overdrive, Gardners
Xinxiii.d.R. 70% des Netto-ErlösesTolino, Kobo, Apple, Amazon, Google, Barnes&Noble, Scribd, Whitcoulls (Neuseeland), Mondadori (Italien), Livraria Cultura (Brasilien), Flipkart (Indien)...
Draft2Digitali.d.R. 85% des Netto-ErlösesApple, Barnes & Noble
Kobo, Inktera, Scribd, Oyster, Tolino
eBookPartnership$50 pro Titel pro Jahr, 100% der ErlöseApple, Barnes&Noble, Google, eSentral (Ostasien), Kobo, Overdrive, Bookmate (Russland), Scribd, Storytel (Skandinavien), Gardners, Ingram

Wie Sie sehen, unterscheidet sich das Konzept der Firmen doch jeweils deutlich. Das höchste Honorar erhalten Sie zum Beispiel bei Draft2Digital – dort stehen aber auch die wenigsten Vertriebswege offen. Bei eBookPartnership zahlen Sie pro Titel, nicht anteilig vom Honorar. Das lohnt sich bei guten Verkäufen, aber bei schlechten zahlen Sie drauf. Smashwords, weltweit wohl am bekanntesten, hat einen Schwerpunkt bei den eBook-Flatrates und hier auch recht gute Deals ausgehandelt (bei Scribd etwa 60% vom Listenpreis). Aber sehen Sie sich auch mal XinXii an: Der Berliner Anbieter bringt Sie sowohl nach Indien (Flipkart) als auch nach Brasilien. Und Sie haben den Vorteil, dass die Website in Deutsch bedienbar ist.

Sie können die verschiedenen Anbieter aber auch kombinieren. Denn alle in der Liste aufgeführten Firmen lassen Sie wählen, welches Buch bei welchem eBook-Shop landen soll. Eine clevere Kombination erreichen Sie zum Beispiel mit XinXii und Smashwords: Beliefern Sie über Smashwords die eBook-Flatrates und über XinXii die Shops.

Wenn Sie Ihr Honorar weiter optimieren wollen, stellen Sie Ihr eBook überall dort selbst ein, wo das möglich ist: bei Amazon natürlich, aber auch bei Apple (weltweit stark), Kobo (stark in französisch- und spanischsprachigen Ländern, aber auch Kanada und Großbritannien), Barnes & Noble (USA) und schließlich auch Pothi.com, dem indischen Händler.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

5 Kommentare

  1. Da muss man teilweise noch ein wenig mehr sagen. So ist Smashwords etwa für den "Meatgrinder" (Fleischwolf) berüchtigt, der zwar in der Lage ist, eine angelieferte DOC in praktisch jedes Format umzusetzen (einschließlich solcher Altertümchen wie Palm-Dokumenten und TXT), gilt dafür aber als schwierig, weil er mit einer lupenrein formatierten DOC gefüttert werden will.
    Um Fehler zu vermeiden empfiehlt es sich, das Dokument nach Ende der Bearbeitung komplett von allen Formatierungen zu befreien und dann die endgültige Formatierung umzusetzen. Der Grund dafür sind die bei Microsoft-Produkten durchaus häufigen Codefehler, die auftreten, wenn eine Formatierung erst eingefügt und später wieder verändert oder rückgängig gemacht wurde – Word produziert dann häufig formatierte Bereiche ohne Inhalt, die in der Word-Datei nicht weiter auffallen, bei der Konversion aber Probleme machen können.
    Oder man liefert eien fertige ePub und verzichtet dafür auf die Möglichkeit, eBooks in praktisch jedem Dateiformat verkaufen zu können.

    Smashwords hat auch einen eigenen Verkauf, wobei man da einschränken muss, dass dessen Frontend für Kunden, die nicht exakt wissen, welches Buch sie suchen, praktisch unbrauchbar ist.

    Ich bevorzuge im deutschsprachigen Raum Xinxii (einziger hiesiger Distributor, der nicht in der fertig gelieferten ePub rumfuscht) und bin überrascht, den auch in dieser Liste ausländischer Distributoren zu finden. Bisher nutzte ich im englischen Raum eine Kombi aus Draft2Digital und Amazon.

  2. Da muss man teilweise noch ein wenig mehr sagen. So ist Smashwords etwa für den "Meatgrinder" (Fleischwolf) berüchtigt, der zwar in der Lage ist, eine angelieferte DOC in praktisch jedes Format umzusetzen (einschließlich solcher Altertümchen wie Palm-Dokumenten und TXT), gilt dafür aber als schwierig, weil er mit einer lupenrein formatierten DOC gefüttert werden will.
    Um Fehler zu vermeiden empfiehlt es sich, das Dokument nach Ende der Bearbeitung komplett von allen Formatierungen zu befreien und dann die endgültige Formatierung umzusetzen. Der Grund dafür sind die bei Microsoft-Produkten durchaus häufigen Codefehler, die auftreten, wenn eine Formatierung erst eingefügt und später wieder verändert oder rückgängig gemacht wurde – Word produziert dann häufig formatierte Bereiche ohne Inhalt, die in der Word-Datei nicht weiter auffallen, bei der Konversion aber Probleme machen können.
    Oder man liefert eien fertige ePub und verzichtet dafür auf die Möglichkeit, eBooks in praktisch jedem Dateiformat verkaufen zu können.

    Smashwords hat auch einen eigenen Verkauf, wobei man da einschränken muss, dass dessen Frontend für Kunden, die nicht exakt wissen, welches Buch sie suchen, praktisch unbrauchbar ist.

    Ich bevorzuge im deutschsprachigen Raum Xinxii (einziger hiesiger Distributor, der nicht in der fertig gelieferten ePub rumfuscht) und bin überrascht, den auch in dieser Liste ausländischer Distributoren zu finden. Bisher nutzte ich im englischen Raum eine Kombi aus Draft2Digital und Amazon.

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