Sieben Elemente, die ans Ende Ihres Buches gehören

Ihre Leserin sieht dem glücklichen Paar bei der Abreise in die Flitterwochen zu, lächelt seelig, blättert noch eine Seite weiter – und plötzlich steht da “ENDE” – oder gar ein juristischer Begriff, der sie auf den Boden der Tatsachen holt: “Impressum”. Was für ein deprimierender Abschied! Sie lassen damit nicht nur einen potenziellen Fan im Regen stehen, Sie verpassen auch gleich mehrere Chancen.

Womit sollten Sie Ihr Buch besser beenden?

1. Nachwort

Wenn Leser*innen gerade erlöst und vielleicht noch mit einer Träne im Augenwinkel die Handlung verlassen haben, sollte auf der nächsten Seite jemand stehen, der sie mit einer Packung Taschentücher erwartet – Sie, die Autorin oder der Autor. Das Nachwort beginnt oft mit “Liebe Leserinnen und Leser”, aber das ist nicht wichtig – die Anrede muss zu Ihren Buch und Ihrem Publikum passen. Hier dürfen Sie gern persönlich werden. Welche Gedanken haben Sie beim Schreiben bewegt? Wie ist es zu dem Ende gekommen, das die Protagonistin gerade erlebt hat? Stand sie vielleicht kurz davor, ein ganz anderes Schicksal zu erleben?

2. Einladung

Keine Sorge, Sie brauchen Ihre Leser*innen nicht zu sich nach Hause einzuladen. Weisen Sie sie auf Ihre Website hin, verraten Sie, wo man Sie in den sozialen Medien trifft. So können Sie die Unterhaltung mit den Fans auch dann noch fortsetzen, wenn die Handlung schon lange abgeschlossen ist.

3. Bitte um Rezension

Jetzt ist der perfekte Moment. Alle Eindrücke sind noch frisch, die Begeisterung ist unmittelbar – wer jetzt eine Rezension schreibt, kann sein Erlebnis mit Ihren Buch authentisch weitergeben. Scheuen Sie sich nicht, konkret um eine Besprechung zu bitten. Erklären Sie, wie wichtig Rezensionen für Sie als Autor*in sind, und dass sie nichts kosten außer einem bisschen Zeit. Bedienen Sie sich bei der Argumentation gern in diesem Artikel.

4. Newsletter

Eine Facebook-Seite zu haben, kann hilfreich sein. Einen Newsletter brauchen Sie unbedingt, denn nur so erreichen Sie wirklich alle Fans, wann Sie es wollen. Und am Ende des Nachworts laden Sie Ihre Leser*innen dazu ein. Idealerweise haben Sie irgendeinen Bonbon dafür. Aber der sollte nie der Grund sein, Ihren Newsletter zu abonnieren. “Ich möchte gern erfahren, wie es mit den Protagonisten weitergeht” – das ist der perfekte Grund. Erläutern Sie das! Ihr Abo-Bonus ist dann allenfalls der Auslöser, jetzt und nicht später auf den entsprechenden Link zu klicken. Nutzer*innen, die auf Freebies aus sind, werden kaum etwas von Ihnen kaufen.

5. Leseproben

Gleich mal in das nächste Buch reinlesen? Jetzt, am Ende der Handlung, ist das Publikum gern bereit dazu. Aber übertreiben Sie den Umfang nicht. Etwa drei Kapitel sollten genügen. Wenn die Leseprobe zu lang wird, endet das eigentliche Buch vielleicht schon bei 80 Prozent des Gesamtumfangs, und Ihre Leser*innen sind dann enttäuscht. Am Ende der Leseprobe erfahren Neugierige natürlich, wann es die Fortsetzung wo geben wird (am besten mit Vorbestell-Link).

6. Links

Es sollte ja selbstverständlich sein, aber immer, wenn Sie irgendeine Ressource im Netz erwähnen, darf ein Link dorthin auf keinen Fall fehlen. Der Link muss möglichst direkt auf die richtige Seite gehen. Das ist bei der Bitte um eine Rezension genauso wichtig wie beim Newsletter-Abo. Denken Sie daran, den Link auch im E-Book auszuschreiben (im Taschenbuch sowieso), also nicht einfach nur ein Wort zu verlinken. Nicht jeder E-Reader ist ja mit dem Web verbunden. Der ausgeschriebene Link sollte möglichst unkompliziert abzutippen sein. Behelfen Sie sich dazu mit einem Linkverkürzer wie Bitly.

Wichtig: Links zu Konkurrenz-Shops sind in der Regel verboten. Falls Sie über mehrere Shops verkaufen, müssen Sie im Buch also auf Ihre Website verweisen.

7. Impressum

Ja, auch das Impressum findet seinen Platz in Ihrem Buch, aber wirklich erst ganz am Ende. Was gehört ins Impressum eines Buches? Das erklärt dieser Artikel.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

5 Kommentare

  1. Das ist – sorry – Quatsch. Natürlich KANN man das alles hinten dran setzen, aber GEHÖREN tut nur das Impressum ins Buch (klassischerweise hinten, aber auch das wird schon lange auch anders gehandhabt).

    Der Witz am Ende eines Buches ist, dass das Buch zu Ende ist. Die Herausforderung am Schluss besteht darin, ihn so zu schreiben, dass der Leser das resultierende Gefühl mit in sein Leben außerhalb des Buches mitnimmt, es verinnerlicht und quasi “auf ewig” mit diesem Buch verbindet. In diesen für die Rezeption so wichtigen Moment mit irgendwas “reinzuquatschen”, den Leser über das Buchende hinaus weiterlesen zu lassen, als sei das Ende gar kein Ende, heißt, einen wichtigen Teil des Buches zu zerreden. Dem Buch einen erheblichen Teil seiner (Nach)Wirkkraft zu rauben. Dafür muss man schon gute Gründe haben. “Taschentuchreichen” ist kein guter Grund. Warum soll der Leser, die Leserin nicht ein paar Minuten länger emotional bei dem Buch bleiben (und ein Tränchen verdrücken)? Es sei denn, der Autor weiß, dass er das schwache Ende am besten ganz, ganz schnell vergessen machen sollte.

  2. Guten Morgen, ich habe die Fibel (Bibel) bei mir auf dem Schreibtisch. Konnte schon so einiges nachlesen…
    Empfehlenswert. Lieber Matthias Matting vielleicht sehen wir uns bei dem Self Publisher Day in Nürnberg, wenn du da bist.
    LG Vero KAa

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