Autoren-Tipp: Wie Sie Fehler in Ihrem eBook finden und beseitigen

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Was nun? Typische Fehlerliste des ePub-Validators

Nachdem Sie Ihr eBook auf Fehler geprüft haben, gibt es zwei mögliche Ergebnisse: Ihr eBook ist sauber – oder es steckt voller hässlicher Fehler (was nach einer Umwandlung mit Calibre besonders wahrscheinlich ist). Der erste Fall ist nur auf den ersten Blick ein Grund zum Aufatmen, denn Ihr Werk kann immer noch Fehler aufweisen – nur handelt es sich nicht um technische Bugs, sondern um Verstöße etwa gegen die Amazon-Richtlinien. Das ist aber ein eigenes Thema. Hier zeige ich Ihnen, was Sie im zweiten Fall tun können: Wie bekommen Sie die Fehlermeldungen des ePub-Checks aus Ihrer Datei heraus?

Zunächst einmal gilt immer: Keine Panik! Betrachten Sie die Liste ganz genau. Wenn Sie Glück haben, ist die Liste zwar lang, enthält aber immer wieder denselben Fehler, wie im Bild oben. Ein solches Problem lässt sich leicht bereinigen, selbst wenn sich die Fehler an verschiedenen Stellen im Dokument befinden. Sie brauchen ja nur ein einziges Mal herauszufinden, was dahinter steckt.

Falls die Liste aber ganz unterschiedliche Fehler nennt, sollten Sie vorab eine strategische Entscheidung treffen: Wollen Sie wirklich direkt im ePub auf Fehlersuche gehen – oder nicht doch lieber den Umwandlungsprozess verbessern? Lange Fehlerlisten entstehen oft, wenn das Eingangsdokument (Ihr Manuskript) falsch – meist zu viel – formatiert wurde. Bei einem eBook bestimmt ja der Leser weitgehend die Darstellung, deshalb müssen Sie auf zu viel Layout verzichten. Haben Sie dabei, das ist am wichtigsten, immer mit Formatvorlagen gearbeitet? Nur dann haben Konvertierprogramme überhaupt die Chance, vernünftige Ergebnisse zu erzielen.

Wenn Ihre Entscheidung für die Fehlersuche im ePub gefallen ist, brauchen Sie zuerst ein hilfreiches Programm: Sigil, den ePub-Editor. Sie können die Software für Windows und Mac kostenlos hier herunterladen. Installieren Sie das Programm, starten Sie es und öffnen Sie Ihr ePub-Sorgenkind.

Sigil zeigt normalerweise drei Fenster an. Links sehen Sie die Struktur Ihres eBooks, in der Mitte den Inhalt des gerade ausgewählen Kapitels und rechts das Inhaltsverzeichnis. Über das Menü “Ansicht” können Sie diese Fenster auch einzeln ein- und ausschalten.

Jetzt kommt Zaubertrick Nummer 1: Klicken Sie links auf irgendein Kapitel, geben Sie dann in der Mitte ein Zeichen ein, löschen es wieder und wählen Sie dann “Datei” -> “Speichern“. Laden Sie die ePub-Datei in den Validator – und voilà, oft erscheinen bereits einige Fehler weniger. Das liegt daran, dass Sigil beim Speichern Ihre Datei schon mal aufräumt, so gut es geht.

Aber vermutlich sind noch nicht alle Fehler beseitigt. Nun müssen Sie der vom Validator angezeigten Fehlerliste folgen. Machen Sie sich nicht allzu viele Sorgen, weil Ihnen die Meldungen nichts sagen. Selbst der Experte kann mit diesen Texten oft nichts anfangen. Oft geben sie eine eigentliche triviale Nachricht weiter, etwa dass Umlaute in bestimmten Strukturen nicht erlaubt sind. Nur werden Sie das Wort “Umlaut” nie finden… Die Liste gibt aber sehr genau Auskunft, wo Sie den Fehler finden, also in welcher Datei, in welcher Zeile und in welcher Position. Suchen Sie dabei auch in den Zeilen drumherum, denn die Position gibt nur wieder, wo sich der Fehler endgültig auswirkt, also gewissermaßen das Satzende des grammatikalisch falsch formulierten Satzes (auch ePubs enthalten eine Art technische Grammatik). Der Fehler selbst kann also auch etwas weiter vorn zu finden sein (aber eigentlich nie weiter hinten).

Bei dem Fehler oben im Bild reicht etwa schon der Eintrag in der Spalte “File”, um auf den Fehler hinzuweisen. Hier wird toc.ncx erwähnt, das Inhaltsverzeichnis. Nun besitzt Sigil praktischerweise im rechten Fenster die Funktion “Inhaltsverzeichnis aus Überschriften erzeugen”. Ein Klick auf den Button, und der ePub-Validator zeigt die Datei als fehlerfrei an. Ganz so schnell kommen Sie leider nicht immer zum Ziel. Manchmal hilft auch nur Ausprobieren. Typische Quellen für Fehlermeldungen sind etwa:

  • Umlaute
  • Groß- / Kleinschreibung
  • Sonderzeichen

Sie brauchen das ePub bei Änderungen übrigens nicht immer wieder neu beim ePub-Validator hochladen, denn Sigil kann (über den Button mit dem grünen Haken) auch selbst auf Fehler prüfen. Zum Abschluss würde ich aber zur Sicherheit trotzdem immer die letzte Version des Validators auf der Website einsetzen.

Hinweis: Sigil kann zwar Änderungen auch zurücknehmen, bei größeren Korrekturen sollten Sie aber trotzdem in einer Kopie der Datei arbeiten, rein zur Vorsicht.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

3 Kommentare

  1. Ich habe ein frei lizenziertes GUI für epubcheck programmiert: https://vimeo.com/132641131 – Oberfläche und Fehlermeldungen auch in Deutsch, braucht Java, noch nicht mit der neuesten Version 4.0 von epubcheck zusammengepackt, kann ich aber noch machen. Wozu ist das gut? Man braucht nicht immer den Online-Validator des IDPF benutzen und kann mehrere EPUB-Dateien automatisch hintereinander validieren lassen.

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