Die wichtigsten Programme zum Schreiben von eBooks

Die Zeiten, als man zum Verfassen eines Romans nur Papier und einen Stift brauchte, sind vorbei. Bis der Leser Ihr eBook herunterladen kann, müssen Sie mehrere Schritte absolvieren. Eine universelle Software, die Sie dabei stets optimal unterstützt, gibt es jedoch nicht.

Hier bietet sich natürlich zuallererst Ihr gewohntes Schreibprogramm an, meist Word oder aber OpenOffice. Ein Pluspunkt ist dabei sicher die Rechtschreibprüfung, die für diese Programme schon recht ausgereift ist. Lassen Sie sich jedoch nicht verleiten, Ihren Text auch grafisch zu gestalten. Sie brauchen keine ausgefeilte Formatierung – im Gegenteil: diese stört bei den nächsten Schritten nur. Arbeiten Sie unbedingt mit den Absatzvorlagen Standard sowie Überschrift 1, 2 und 3. Nehmen Sie ansonsten keinerlei Änderung vor.

Ich habe ebenfalls mit OpenOffice angefangen, bin inzwischen allerdings auf das Programm Scrivener umgestiegen. Das bietet mir zwei Vorteile: Zum ersten eine ablenkungsfreie Oberfläche. Auf Wunsch zeigt die Software auf dem Bildschirm nur ein weißes Blatt Papier und Ihren Text. Nichts anderes. Das verbessert die Konzentration. Zum zweiten erhöht Scrivener die Motivation: Wenn Sie den Umfang Ihres Werks und den Abgabetermin festlegen, sagt Ihnen das Programm live, wieviel Sie bei jeder Schreib-Session noch tippen müssen. Ein für mich unentbehrliches Feature.

Ein besonderer Fall ist iBooks Author. Mit diesem kostenlosen, aber nur für Apple-Rechner erhältlichen Programm können Sie wunderschöne eBooks für das beliebte iPad erstellen. Wenn Ihr Buch viele grafische Elemente enthält, können Sie hier so richtig loslegen. Sogar Videos und Animationen lassen sich einbinden. Für einen simplen Roman lohnt sich das nicht unbedingt (höchstens für eine Luxus-Ausgabe), aber ein Kochbuch oder ein Reiseführer sehen hier erst richtig gut aus.

Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat ĂĽber 50 BĂĽcher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. FĂĽr sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der MĂĽnchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet auĂźerdem als Kolumnist fĂĽr das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor fĂĽr SPACE, Federwelt und Telepolis. SchlieĂźlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

3 Comments

  • Mac-Nutzern (OS X) empfehle ich an dieser Stelle wärmstens das Schreibprogramm *Ulysses” http://www.ulyssesapp.com.

    Ich hab’ schon nach ein paar Minuten mit der Testversion (10-Stunden-Test) auf den App-Store-Link geklickt.

    Für Scrivener-Nutzer: Ulysses ist wie Scrivener in schön und einfach.
    Zusätzlich arbeitet es jetzt schon mit iPad und anderen Geräten zusammen.

  • Ich nutze ebenfalls Papyrus und finde die Duden-Rechtschreibung dort wesentlich besser, das Klemmbrett am Seitenrand fĂĽr Notizen ist ein kleines Plus, das Strukturieren mit Szenen statt Ăśberschriften rĂĽckt das Manuskript optisch näher an den fertigen Text, das Backup ist viel verlässlicher als bei Word (mit vielen Zwischenversionen). Mit der Stilanalyse kann ich allerdings null anfangen.

    Zwischenzeitlich habe ich mit yWriter geschrieben, der Vorteil dort ist, dass man die Szenen besser verwalten kann (z.B. nur Szenen-Ăśbersicht ausdrucken). DafĂĽr hat yWriter keinen eigenen Texteditor.

  • Das m. E. wichtigste Programm fehlt: Papyrus Autor. Ich nutze es seit vielen Jahren und kann mir ĂĽberhaupt nicht mehr vorstellen, eines anderes zu benutzen. Es hat so viele einmalige Funktionen (Stilanalyse. integrierter Thesaurus und, und, und), das ich es jedem professionell Schreibenden nur ans Herz legen kann.

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