Wer mit wem? Welche Selfpublishing-Anbieter Sie miteinander kombinieren können

Cat and dog together lying on a white background

“Wenn ich mein E-Book bei X veröffentliche, kann ich mein Taschenbuch dann bei Y drucken lassen?” Solche Fragen bekomme ich immer wieder zu den unterschiedlichsten Selfpublishing-Anbietern. Deshalb hier eine Übersicht, wer mit wem gern zusammenarbeitet. Mehrere Anbieter zu kombinieren,  hat in der Regel den Sinn, das Honorar zu erhöhen. Wenn Sie Amazon KDP z.B. selbst beliefern, bleibt mehr für Sie übrig, als wenn sie alles über einen Distributor laufen lassen.

Grundsätzlich müssen Sie bei dieser Frage E-Book und gedrucktes Buch trennen. Die beiden Formate berühren sich nicht. Es ist also für die Wahl des Druckanbieters völlig gleichgültig, wo Sie Ihr E-Book vertreiben – und umgekehrt.

Wer kann mit wem beim E-Book?

Die Tabelle zeigt, welche Kombinationen möglich sind. Es gibt Anbieter, bei denen Sie die Shops für Ihre Bücher völlig frei wählen können. Bei den meisten können Sie zumindest Amazons KDP blacklisten, also selbst KDP beliefern. X = Kombination möglich, O = passt nicht, W = nach Wahl (bei Neobooks können Sie entweder KDP selbst beliefern ODER Tolino Media, aber nicht beide).

 KDPTolino MediaNeobooksBookrixePubliBoDXinxiiFeiyr
AmazonXXWXXOXX
Tolino MediaXXWOOOXX
NeobooksWWXOOOOO
BookrixXOOXOOOO
ePubliXOOOXOOO
BoDOOOOOXOO
XinxiiXXOOOOXX
FeiyrXXOOOOXX

Achtung: Wenn Sie KDP mit irgendeinem anderen Anbieter kombinieren wollen, müssen Sie auf KDP Select (und damit die Teilnahme an Kindle Unlimited) verzichten.

Wer kann mit wem beim gedruckten Buch?

Die Tabelle zeigt ebenfalls, welche Anbieter sich vertragen. X = Kombination möglich, A = nur für deutlich verschiedene Ausgaben, z.B. Hardcover / Taschenbuch.

 KDP PrintBoDePubliTreditionAuflagendruck
KDP PrintXAAXX
BoDAXAAA
ePubliAAXAA
TreditionXAAXX
AuflagendruckXAAXX

So etwas wie KDP Select gibt es bei gedruckten Büchern nicht. Dafür setzen außer KDP Print und Tredition die Anbieter auf Exklusivität, zumindest für ein bestimmtes Format. Sie können also nicht Ihr Taschenbuch  gleichzeitig über KDP UND BoD drucken lassen. Aber Taschenbuch bei KDP und Hardcover bei BoD, das ist möglich. Mit “Auflagendruck” ist die Option gemeint, dass Sie selbst bei einer Druckerei eine Auflage drucken und auf selbst  gewähltem Weg vertreiben (etwa bei Lesungen). Dadurch erreichen Sie in der Regel besonders günstige Druckkosten.

Twentysix gehört in der Tabelle zu BoD, CreateSpace zu KDP Print, Neobooks zu ePubli.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

12 Kommentare

  1. Hallo, vielen Dank für diese Übersicht und überhaupt für Ihre vielen nützlichen Inhalte. Ich hoffe, meine Frage zur Unvereinbarkeit von BoD/KDP bei Print bei identischen Ausgaben ist nicht schon x mal beantwortet worden oder schlicht doof: Ich lese und höre es überall, wie auch hier, dass die Ausgaben deutlich unterschiedlich sein müssen, z.B. Soft- und Hardcover. Ich habe in den Verträgen von BoD nichts dazu finden können. Was passiert, wenn man es doch macht? Auf welcher Grundlage wird das untersagt? Danke vorab für Ihre Antwort!

      1. Danke, das habe ich auch gefunden. Da steht aber ja nichts darüber, was eine “deutlich verschiedene” Ausgabe wäre, von der Sie in Ihrem Beitrag ja auch sprechen. Im Autorenvertrag steht unter 4.1, dass man BoD die exklusiven Rechte an den Werken einräumt, für die man einen BoD-Buchvertrag abgeschlossen hat. Im Buchvertrag wird dann ja sehr genau beschrieben, welche Form das Buch hat: Titel, Format, Seitenzahl, Papier., Art des Covers etc. Wenn man das dann streng interpretiert, dürfte man das Buch nirgendwo parallel veröffentlichen, auch nicht Soft-/Hard-Cover, weil es ja immer noch das gleiche Werk ist. Wenn man es locker interpretiert, würde m.E. eine kleine Änderung beim Format schon einen ausreichenden Unterschied machen. Gibt es dazu denn ganz konkrete Erfahrungen, was schon durchgegangen ist und was hingegen an- oder sogar abgemahnt wurde?

  2. Interessante Aufstellung. Wie sieht es aus, wenn ich z.B. ein Taschenbuch über KDP anbiete, dann aber vom Markt nehme und das Buch alternativ z.B. über BoD anbiete. Gilt dann ebenfalls der Zwang, ein anderes Cover zu wählen?

  3. Hallo Herr Matting,

    vielen Dank für die informative Zusammenstellung.

    Ich hätte eine Frage dazu: Ist es möglich, ein Taschenbuch bei amazon-KDP im Format X herauszugeben und das selbe Taschenbuch im Format Y bei BDO zu verlegen? Man hätte dann zwar zwei unterschiedliche Formate für das selbe Buch, könnte aber so den Buchhandel über BDO bedienen, was ja bei amazon nicht geht. Haben Sie damit eventuell Erfahrungen?

    Mit freundlichen Grüßen

    Jörg Haas

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