Gastartikel: Chance für Selfpublisher – gewinnt den Blogbuster unter den Büchern

Der Blogbuster ist der erste Literaturpreis, der von Bloggern an Nachwuchsautoren vergeben wird. So erobert das Netz nun also auch die altehrwürdige Zunft der Literaturkritiker – und verspricht frischen Wind in Deutschlands Bücherregalen.

Man kennt ja die Zitate begeisterter Literaturkritiker auf der Rückseite des Buchumschlags –à la „Ein Feuerwerk der Erzählkunst!“, „Ich konnte das Buch gar nicht mehr weglegen!“ oder ähnliches – die gepaart mit dem allseits bekannten Namen fast schon eine Art Gütesiegel darstellen. Bald könnten sich dazu die Namen von Literaturbloggern gesellen. Wie, wann und warum, erklärt exali.de-Geschäftsführer Ralph Günther in diesem im Rahmen unserer Sponsoring-Vereinbarung mit exali entstandenen Gastbeitrag.

Das Selfpublishing-Business ist ein hartes Pflaster. Zwar hat das Internet hier einiges an Möglichkeiten mit sich gebracht. Dennoch ist es viel Arbeit, das eigene Buch bekannt zu machen und so viele Käufer zu akquirieren, dass sich damit auch tatsächlich Geld verdienen lässt. Allein vom Schreiben leben kann bisher nicht einmal jeder zwanzigste unabhängige Autor. So ein Literaturpreis kann da durchaus als Verkaufsbooster wirken.

Was ist der Blogbuster-Wettbewerb?

Um denen zu helfen, die noch keinen Verlag gefunden haben, der ihr Manuskript verlegen möchte, oder nachgrübeln, wie und wo sie ihr Erstlingswerk am besten publizieren, hat Tobias Nazemi, selbst Blogger und Inhaber der Essener Agentur Brandrevier, den Literaturpreis Blogbuster initiiert. Das Konzept ist einfach: 15 Literaturblogger bewerten eingereichte Romanmanuskripte und küren jeweils ihren persönlichen Gewinner. Die gewählten Werke werden anschließend von Teams bestehend aus dem Autor und „seinem“ Blogger einer Jury vorgelegt (u.a. mit Denis Scheck), die das endgültige Gewinner-Talent bestimmt.

Das gibt’s zu gewinnen

Der Sieger wird im Mai 2017 gekürt. Er erhält einen Agenturvertrag mit der Literaturagentur Elisabeth Ruge; das Buch wird vom Klett-Cotta-Verlag veröffentlicht und auf der Frankfurter Buchmesse 2017 präsentiert. So dürfte einem Erfolg fast nichts mehr im Wege stehen.

Blogger bewerten die Werke

Die ausgewählten Blogger betreiben alle seit mehr oder weniger langer Zeit und durchwegs erfolgreich ein eigenes Literaturblog, auf dem sie kluge Rezensionen, Lesetipps für verschiedene Geschmäcker und grundsätzliche Gedanken zum Thema Literatur veröffentlichen. Sie haben jeweils ihren ganz eigenen Stil und können sich für unterschiedliche Bücher begeistern.

Das Schöne ist, dass dadurch ganz neue Stimmen zu Wort kommen. Die Meinung etablierter Kritiker, die seit Jahren den Buchmarkt beeinflussen, interessiert beim Blogbuster niemanden. Die Blogger repräsentieren einen Querschnitt durch das lesende Publikum, jeder von ihnen hat andere Ansprüche an den potenziellen Gewinner-Autor und kann sich für einen anderen Schreibstil begeistern. Bewerben können sich alle Autoren zwischen 21. Oktober und 31. Dezember 2016. Mit einer Einschränkung: Der Autor darf noch kein Buch in einem Verlag veröffentlicht haben. Selbst publizierte Werke gelten in diesem Sinn nicht als Verlags-Veröffentlichung – ein Vorteil für erfahrene Selfpublisher.

Ruhm und Unrühmlichkeiten

Bei aller Euphorie und dem winkenden Ruhm sollte eines nicht vergessen werden: Je mehr Leute ein Buch lesen, desto mehr Kritiker wird es natürlich auch geben. Und desto mehr Leute schauen genau hin, ob es bei deinem Erfolg mit rechten Dingen zugeht. Rechtlich wasserdicht sollte das Manuskript also in jedem Fall sein: Urheberrechte, Namen- und Persönlichkeitsrechte, aber auch Markenrechte sind für Autoren relevant und können bei Nichtbeachtung schnell zur Stolperfalle werden. So könnte sich zum Beispiel ein Leser in einer der Charaktere wiederfinden und seine Persönlichkeitsrechte verletzt sehen.

Eine Media-Haftpflicht schützt Kreative bei Abmahnungen durch einen passiven Rechtsschutz (zur Abwehr unberechtigter Ansprüche) und die Übernahme von (berechtigten) Schadenersatzforderungen im Falle von Rechtsverletzungen. So kann den Erfolg dann auch nichts mehr trüben.

Oberkörper_Ralph Günther 2013Über den Autor: Ralph Günther, geboren 1972, ist Fachautor, Versicherungsexperte und Gründer sowie Geschäftsführer von exali.de, dem Versicherungsportal für Dienstleister und freie Berufe. Er hat langjährige Erfahrung im Risikomanagement und der Versicherung von IT-Experten, Kreativ- und Medienberufen, sowie Beratern und Anwälten. Sein Fokus liegt auf der Absicherung von Vermögensschäden – und damit verbunden der Weiter- und Neuentwicklung branchenspezifischer Versicherungskonzepte. Sein Wissen gibt er regelmäßig als Autor in relevanten Fachmedien an seine Zielgruppe weiter.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

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