Nachgerechnet: “Das Syndikat” wehrt sich gegen eBook-Flatrates

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Einen “Ausverkauf der Literatur” erkennt die AutorInnengruppe Das Syndikat in Amazons geplanter eBook-Flatrate KindleUnlimited. Nun kann man diese Flatrate durchaus kritisch sehen: Fordert Amazon doch von unabhängigen Autoren, die sich daran beteiligen wollen, unbedingte Exklusivität. Allerdings entzündet sich die Kritik nicht an dieser Bedingung, sondern am lieben Geld.

Die AutorInnen werden beleidigend niedrig für ihre Leistung honoriert” zitiert Buchmarkt.de die Bestsellerautorin Nina George. Tatsächlich erhalten beteiligte Verlage jedoch je nach individuellem Vertrag einen hohen Prozentsatz des Netto-Verkaufspreises (bis zur Hälfte, hört man) pro Ausleihe. Und kauft der Kunde das betreffende Buch später, weil er es behalten will (maximal zehn Titel können gleichzeitig ausgeliehen werden), wird der verbliebene Differenzbetrag zum Kaufpreis ausgezahlt.

Self Publisher bekommen hingegen einen Anteil an einem weltweiten Fonds, der bei ca. 1,50 € liegt.

Vielleicht sollte Nina George ja mal einen Blick auf ihre Honorarabrechnung werfen. Denn der von den Verlagen gestützte eBook-Verleih Skoobe (der auch Titel von Nina George im Programm hat) zahlt mit ca. 15% pro Leihvorgang weitaus weniger aus. Bei einem Bruttopreis von 8,99 Euro (Lavendelzimmer) bleiben für die Autorin dann tatsächlich nur noch ein paar Cent (nämlich genau 28 Cent, wenn der Verlag 25% des Erlöses auszahlt, wie bei eBooks meist üblich).

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

4 Kommentare

  1. Es geht schon damit los, dass die sich “AutorInnen” nennen. Wie kann man als Schriftsteller dieses bescheuerte Binnen-I auch noch fördern?

  2. Der nun bald schon klassische Beißreflex nach Amazon, ohne sich auch nur Gedanken über die Marktsituation gemacht zu haben. Es ermüdet langsam.

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