Neu: Das Amazon-Kategorien-Ranking – welche Genres liefern die besten Umsätze?

Betrachtet man die Amazon-Charts, hat man unmittelbar diesen Eindruck: Mit Liebesromanen ist offenbar das meiste Geld zu verdienen. Selbst wenn man unterstellt, dass die meisten Autoren nicht wegen des Honorars schreiben, scheint dieses Genre für viele spannend zu sein. Tatsächlich ist es gar nicht wirklich lukrativ, wie ein Blick in die neuen Amazon-Kategorien-Charts der Selfpublisherbibel zeigt.

Beim Umsatz pro Titel liegen nämlich Kategorien wie Dramatik oder Krimis & Thriller deutlich vor den Liebesromanen, die nur irgendwo im Mittelfeld landen. Noch schlechter verdienen im Mittel unter anderem Kinder- und Jugendbücher, Diätratgeber oder Science Fiction. Besonders dramatisch sieht die Lage im Ressort Germanistik aus: Dieses Genre ist nach Anzahl der Titel auf Platz 15 (von knapp 2000) – verdient dabei jedoch keinen Cent. Dagegen geht es der Lyrik mit 16 Cent pro Titel ja vergleichsweise glänzend…

 

 

 

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

7 Kommentare

  1. 1.) Warum genau sind dann permanent größtenteils Liebesromane in den top 10 und top 100 kindle charts?

    2.) Bei “Anzahl der Bücher” in der Tabelle wird wirklich die Anzahl ALLER verfügbaren Bücher angezeigt? Scheinen mir ein bisschen zu wenig zu sein…oder habe ich da etwas falsch verstanden?

    1. 1) Es sind auch permanent Liebesromane in den Top 100.000 😉 Die Präsenz sagt nichts über den Umsatz pro Titel.
      2) Es sind alle Titel, die im Genre “Liebesroman” eingetragen haben und mind. 1 x verkauft wurden.

      1. Das ist keine wirklich brauchbare Statistik. Poppy J. Anderson verkauft ihre Liebesromane beispielsweise nicht als Liebesromane, sondern als Gegenwartsliteratur. Jedes Buch, bei dem der Autor oder der Verlag nicht weiß, wo er es hinstecken könnte, verkauft es auch als Gegenwartsliteratur.

        Das Entscheidendste aber: Der Umsatz pro Titel ist bei Liebesromanen vermutlich in erster Linie nur deshalb geringer, weil der Anteil an Selfpublisher(inne)n bei Liebesromanen viel höher als in allen anderen Genres sein dürfte, und damit der Anteil der E-Books, die nur zwei, drei Euro kosten.

        Würde man die Genres vergleichen und dabei nur die Bücher als Grundgesamtheit verwenden, die von Selfpublishern geschrieben wurden, sähe die Statistik anders aus. So aber verzerrt der unterschiedliche Anteil an Selfpublishern pro Genre die Statistik vollkommen.

  2. Anhand welcher Zahlen ist die Statisitk erstellt?
    Ziehst du auch in Betracht, dass z.B. in der Science-Fiction knapp 4000 Titel für 1,49 erhältlich sind, namentlich vor allem die Serien “Perry Rhodan” und “Atlan”?
    Wäre hier statt des Durchschnitts nicht eher der Median zur Ermittlung angebracht?

    1. Anhand der aktuellen Bestsellerränge – “in Betracht” zieht die Software gar nichts. Wenn alle Perry Rhodans die Rubrikbezeichnung “Science Fiction” haben, dann werden sie auch für diese Rubrik gezählt. Die Interpretation ist Sache des Lesers 🙂 Den Median könnten wir tatsächlich noch mit ausgeben.

  3. Hallo Herr Matting, eine hochinteressante Liste. Könnten Sie bitte noch genauer ausführen, welche Produkte hier enthalten sind (vermutlich Print). Für die Kategorie ‘Science Fiction’ sehe ich nur 4 Bücher, und das bei einem Angebot von 13.782 Büchern und 10.168 eBooks. Das ist doch recht überraschend.

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