Preisbindung für eBooks: Wie geht es weiter?

Der Buchreport zitiert aktuell aus dem Arbeitsbericht der Preisbindungstreuhänder der Verlage, Dieter Wallenfels und Christian Russ, der Mitte Juli an diese versandt wurde. Darin gehen die Anwälte speziell auch auf einen Absatz aus der Begründung der Neufassung des Gesetzes ein, der bei Bekanntwerden für Irritationen gesorgt hatte:

Elektronische Bücher, die nicht als verlags- oder buchhandelstypisch anzusehen sind, wie beispielsweise von den Autoren selbst unter Nutzung spezialisierter Plattformen veröffentlichte elektronische Bücher, fallen nicht unter die Preisbindung.

Diese Formulierung (die nicht Teil des Gesetzes ist, das in neuer Formulierung am 1. September in Kraft tritt) sei missverständlich. Auf mehreren Plattformen veröffentlichende Selfpublisher müssten sich auf jeden Fall an die Preisbindung halten. Und die anderen im Grunde auch, denn bei der Veröffentlichung auf einer einzigen Plattform ergibt das Konzept der Buchpreisbindung ja gar keinen Sinn. Das gelte nach Wallenfels/Russ auch, wenn es um Beträge unter 4 Euro geht, für die der Börsenverein eine Bagatellgrenze ziehen möchte.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

2 Kommentare

  1. Das würde aber nach deren Argumentation heißen, dass sämtliche SP-Titel, die für 3,99 oder weniger abgegeben werden, dann eben doch *nicht* unter die Peisbindung fallen, auch wenn sie auf mehreren Shops angeboten werden?

    Ja, der klaren Sprache entziehen sich deutsche Gesetzestexte so dann und wann …

  2. Ich möchte nicht in das allgemeine Politiker-Bashing einstimmen, weil mir das nur noch zu wohlfeil ist. Aber wenn ich solche Entscheidung sehe, dann frage ich mich wirklich, ob unsere Gesetzesgeber noch nüchterne Augenblicke haben.
    E-Books von Selfpublishern sind doch, aber irgendwie nicht, aber nun doch, aber nur wenn…
    Scheinbar ist man in Berlin aus lauter Rücksichtnahme gegenüber jedem Grüppchen nicht mehr in der Lage Gesetzestexte zu verfassen, die eindeutig sind.
    Das erinnert mich leider immer wieder an das Flaschenpfand, bei dem nicht die Verpackung sondern die Inhalte bepfandet werden.
    Ach, Seufz, ich hör lieber auf… ich halte mich sowieso seit Jahr und Tag an die Buchpreisbindung.

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