Selfpublisherin Hanni Münzer steigt mit “Honigtot” in Spiegel-Bestsellerliste ein

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Hanni Münzers Roman “Honigtot” hat es (nach einigen Hundert Tagen in den Amazon-Kindle-Top10) als Piper-Taschenbuch nun auch in die vom Buchreport erstellte SPIEGEL-Bestsellerliste geschafft, und zwar von 0 auf Platz 22 (siehe Bild). Damit geht eine weitere meiner Prognosen über das Jahr 2015 für Selfpublisher in Erfüllung.

Da allein das Erscheinen in der Bestsellerliste erfahrungsgemäß die Verkäufe ankurbelt, setze ich einiges darauf, dass Honigtot nicht auf Platz 22 bleiben wird – in der kommenden Woche wird es dann wohl unter den Top 20 sein, denen die Buchläden der Bundesrepublik die besten Regalplätze freihalten.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

5 Kommentare

  1. Sie hätte es nicht ohne Piper geschafft, da die Spiegel-Bestseller kein realistisches Bild des Buchmarkts abbilden, sondern sich aus einer kleinen Anzahl ausgesuchter Buchläden errechnen […]
    Werte(r) Bocchelli, Sie bringen es auf den Punkt.
    Ich denke, Frau Münzer kann noch so viele Bücher im Buchhandel verkaufen, sie wird nur dann in den Top 20 beim Spiegel landen, wenn der Spiegel das will.
    Die Daten, die Media-Control liefert, erscheinen mir jedenfalls wenig valide. Das Prinzip dahinter: Das Ranking basiert auf einer reinen SCHÄTZUNG, basierend aus einer kleinen Anzahl Buchläden. Dabei hätte Medial Control die Möglichkeit, online und zeitnah auf die Daten zuzugreifen, die die realen Zahlen der wöchentlichen Buchverkäufe abbilden.
    Mit vergleichendem Blick auf den größten deutschen Buchhändler, auf die AMAZON-Top-20, fragt man sich jedenfalls, ob Deutschland von zweierlei Menschen bevölkert wird: den AMAZON-Kunden und den ganz speziellen Buchladen-Kunden, die offenbar wenig von Grillen und Sex halten – und lieber zum Literatur-Nobelpreisträger greifen. Hier beschleicht mich denn auch der Verdacht, dass das Design-Ranking Ausdruck dessen ist, was die Medien der Öffentlichkeit seit langem vermitteln: beim Klassenfeind Amazon kauft nur der Kleingeist, der wahre = intellektuelle Buchfreund geht in den guten alten Buchladen.
    Bleibt die Frage, wonach sich denn nun genau richtet, wer auf die heiligen Spiegel-Plätze 1-20 kommt? Hier kann man natürlich nur spekulieren, aber ich denke, die Antwort dürfte lauten: Einen Platz bekommt, wer bereit ist, für eine entsprechende Platzierung zu bezahlen. – Anders sind einige Platzierungen jedenfalls nicht zu erklären. Offenbar kommt bei dieser Form des Rankings schon mal der Eine oder Andere durcheinander. Thalia zum Beispiel nutzt online auch die Spiegel-Bestsellerliste. Merkwürdigerweise sind die beiden Listen nicht identisch. Gibt es womöglich zwei Spiegel?
    Im Stern findet sich auch eine interessante Bestsellerliste, dessen Auswahl-Kriterien sich mir bisher nicht erschlossen haben. Es wird dem Leser suggeriert, dass das abgedruckte Ranking die Realität widerspiegelt, dabei ist es Manipulation in Reinkultur. Die Spiegel-Liste ist so authentisch wie seinerzeit die Abstimmungsergebnisse zum „Lieblingsauto der Deutschen“ beim Allgemeinen Deutschen Automobilclub. Der Spiegel und seine Praktiken sind nicht besser als die vom ADAC. Trotzdem würde das nie einen Aufschrei verursachen wie seinerzeit beim ADAC. Weil es die gesamte Branche so handhabt.

  2. Sie hätte es nicht ohne Piper geschafft, da die Spiegel-Bestseller kein realistisches Bild des Buchmarkts abbilden, sondern sich aus einer kleinen Anzahl ausgesuchter Buchläden errechnen, und ein Selfpublisher wird seine Bücher kaum in ausgerechnet diesen Buchläden innerhalb einer Woche so gut verkaufen können.

  3. Übrigens sehr interessant, dass Piper auf ein völlig anderes Cover setzt, obwohl der gelbe Honig im Original sicher ein Blickfang war. Hier zeigt es sich, das die Verlage eine bestimmte Formensprache bevorzugen. Es geht z.B. um Einheitlichkeit des Verlagsprogramms und Erwartungen der Buchhändler.

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