Software-Test: Storyteller – eine Plattform für multimediale Netzgeschichten

Nicht für jede Geschichte ist ein Buch das passende Format: Reportagen oder andere bild- und vielleicht sogar videolastige Stories lassen sich oft besser im Web erzählen. Ich habe dazu schon einige Tools getestet, etwa Blookist, PubML oder auch Creatavist. Storyteller ist insofern anders, als es sich auf ein einziges Format spezialisiert: Die Multimedia-Story aus Text, Foto und Video im Web. Zielgruppe sind Autoren aller Art, die eine lineare Geschichte erzählen wollen, ohne sich mit Technik oder Programmierung herumschlagen zu müssen.

Grundlage für Storyteller ist die beliebte Blog-Plattform WordPress, die Sie zuvor auf Ihrem Server einrichten müssen. Storyteller ist als Theme für WordPress umgesetzt. Sie laden einfach das Theme von der Storyteller-Homepage und installieren es wie jedes andere Theme auf Ihrer Seite. Dann brauchen Sie noch ein bestimmtes Plugin (QuickTag) – der gesamte Prozess ist von der Storyteller-Erfinderin gut dokumentiert.

Das Ergebnis ist eine Art “WordPress light”. Das Admin-Menü ist kaum wiederzuerkennen. Alle unnötigen Einträge sind verschwunden. “Beiträge” heißen jetzt “Slides”. Das sind die einzelnen Seiten einer Geschichte, die anti-chronologisch angezeigt werden. Eine “Story” definiert sich über die Zugehörigkeit eines Slides zu einer Kategorie. Das Kategorie-System wird hier also anders genutzt. Vorteil: Sie können einzelne Slides ganz simpel in unterschiedlichen Stories nutzen.

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Eine Seite Ihrer Story besteht aus Text (den Sie mit dem normalen WordPress-Editor und all seinen Möglichkeiten schreiben), Hintergrundbild (über das “Beitragsbild”) oder bei Bedarf auch Video. Die Position des Textes legen Sie über das QuickTag-Menü fest.

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Ansonsten brauchen Sie sich um nichts weiter zu kümmern. Ändern können Sie allenfalls pauschal für die komplette Installation die genutzte Schriftart (im “Options”-Menü). Dabei können Sie aus vier Schriftarten wählen.

Die fertige Geschichte rufen Sie über die URL des ersten Slides auf. Von dort kann der Leser dann mit Pfeilen vor- und zurückwandern. Das wars!

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Fazit: StoryTeller erfüllt das Versprechen, leicht bedienbar zu sein. Lediglich die WordPress-Installation könnte eine Hürde sein (siehe dazu auch meine WordPress-Installations-Anleitung). Die Ergebnisse sind ansprechend. Abwechslung entsteht allerdings nicht aus der Gestaltung, sondern aus dem Inhalt: für manchen Nutzer vielleicht eine Herausforderung.

Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

One Comment

  • Ich habe übrigens mittlerweile ein kleines, frei lizenziertes Tool fertiggestellt, mit dem man HTML-Seiten und EPUBs nach WordPress hochladen kann, um eben z.B. auch größere Textbestände zügig und ohne manuelles Kopieren/Einfügen auf eine WordPress-Installation hochzuladen. Allerdings ist in jedem Fall der Umgang mit Formatierungs-Angaben zu entscheiden, damit die Formatierungen der Quelle nicht mit der WordPress-Seite konfligieren. Demnächst auch als Online-Dienst. Demo-Video siehe hier: vimeo.com/104800015

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