Amazons Eintrittskarte fĂĽr das Wohnzimmer: Amazon Fire TV Stick im Test

Der Fire TV Stick nebst Fernbedienung
Der Fire TV Stick nebst Fernbedienung

Nach dem Fire TV hat Amazon vor einiger Zeit auch den Fire TV Stick vorgestellt. Ich habe das kleine, derzeit nur in den USA erhältliche Gerät zwar fast sofort bestellt, musste aber trotzdem eine Wartezeit bis Anfang Dezember akzeptieren. Hat sich das gelohnt? Wäre ich auch in den USA Prime-Kunde, dann sicher: Ich hätte dann nur 19 Dollar bezahlt. So waren es 39 Dollar. Das liegt ungefähr auf dem Niveau des Google Chromecast, der ebenfalls in Stick-Form kommt und etwa dasselbe kann.

In der Packung befinden sich der Stick selbst, eine Fernbedienung samt Batterien, ein USB-Kabel samt USB-Netzteil (amerikanisch) und ein kurzer, flexibler HDMI-Adapter. Den Adapter brauchen Sie, wenn der Fire TV Stick nicht direkt hinter die HDMI-Buchse Ihres Fernsehers passt. Ein HDMI-Kabel brauchen Sie nicht zu kaufen.

https://www.youtube.com/watch?v=NQo-kpd318

Die Inbetriebnahme funktioniert simpel und wie schon vom Fire TV gewohnt (allerdings komplett in englischer Sprache):

  1. Gerät anschließen – Strom erhält es über USB. Wenn Ihr TV eine USB-Buchse hat, können Sie sogar diese nutzen und brauchen keine Verbindung zur Steckdose.
  2. Fernbedienung verbinden (automatisch). Da die Fernbedienung per Bluetooth arbeitet, braucht sie keine Sichtverbindung. Sie können den Stick also hinter dem TV verstecken.
  3. WLAN einrichten (über Fernbedienung).
  4. Einführungs-Video ansehen – das lässt sich nicht überspringen.

Was nun passiert, hängt davon ab, ob Sie einen amerikanischen oder deutschen Amazon-Account besitzen. Mit deutschem Account erreicht der Fire TV Stick weder den Appstore noch den Videostore. Was aber funktioniert: Sie können Apps auf anderem Weg kaufen (Webbrowser!) und dann aus Ihrem Account herunterladen. Ebenfalls möglich ist es, auf demselben Weg wie bei der Fire-TV-Box fremde Apps auf den Fire TV Stick zu kopieren. Ihr Musik- und Ihr Foto-Archiv in der Amazon-Cloud zeigt der Stick jetzt schon problemlos an. Die Oberfläche unterscheidet sich ansonsten nicht von der des Fire TV. Wer die Box schon kennt, fühlt sich gleich wie zu Hause. Wer nicht, arbeitet sich schnell ein.

Insgesamt sind etwas über 5 Gigabyte frei. Das ist wenig, mehr hat das “große” Fire TV allerdings auch nicht. Der Prozessor des Sticks soll zwar langsamer sein, das konnte ich in der Praxis aber noch nicht bestätigen. Auch Spiele funktionieren gut. Bei der Fernbedienung müssen Sie auf die Spracheingabe verzichten. Ich muss allerdings zugeben, dass ich diese eh nie nutze. Wer sie unbedingt braucht: Die neue Android-Fernbedienungs-App von Amazon lässt auch Sprach-Eingabe zu.

Was dem Fire TV Stick ebenfalls fehlt: der USB-Anschluss. Bei der größeren Box kann man darüber Tastaturen, Mäuse und so weiter anschließen. Die braucht man für viele nicht ans Fire TV angepasste Android-Apps. Auf dem Stick ist es also etwa kaum möglich, einen Webbrowser sinnvoll zu nutzen.

Fazit

Der Fire TV Stick ist kein vollwertiger Ersatz für das Fire TV – eher eine Ergänzung. Er ist zum Beispiel optimal für Vielreisende, die sich am Hotelfernseher ihr eigenes Videoprogramm zusammenstellen wollen. Der Stick passt immer ins Gepäck, und ein USB-Netzteil nehmen wohl die meisten eh mit auf Reisen. Dank der Amazon-App kann sogar die Fernbedienung zu Hause bleiben.

Alles zum Fire TV erfahren Sie in “Fire TV – das inoffizielle Handbuch. Anleitung, Tipps, Tricks“.

Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat ĂĽber 50 BĂĽcher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. FĂĽr sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der MĂĽnchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet auĂźerdem als Kolumnist fĂĽr das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor fĂĽr SPACE, Federwelt und Telepolis. SchlieĂźlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.