Autorentipp: Was Sie gegen Raubkopien Ihrer eBooks unternehmen sollten

Kaum erschienen – und schon ist auch das neueste Werk in den einschlägigen Raubkopierer-Börsen erhältlich. Irgendein (Sie entschuldigen den Begriff, aber hier passt er:) Arschloch hat das Ergebnis von Monaten harter Arbeit hochgeladen, sodass es nun weltweit umsonst bereitsteht.

Harte Diskussionen mit dem Lektor, Nachtschichten und die damit verbundene Müdigkeit am Arbeitsplatz, die Familie, die sich vernachlässigt gefühlt haben muss – und dann kommt ein Blödmann daher, stiehlt die Früchte und fühlt sich im schlimmsten Fall auch noch als eine Art Robin Hood. Ich gebe zu, das ist schwer zu verkraften.

Trotzdem gibt es im Grunde nur eine einzige passende Reaktion.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Genau: Ignoranz. Opfern Sie dem Arschloch nicht noch mehr Ihrer wertvollen Zeit. Denn tatsächlich ist die übergroße Mehrheit der Leser ehrlich. Die allermeisten Menschen wollen Sie bezahlen.

Der beste Beweis: die Rückgabequote liegt bei Amazon seit Jahr und Tag konstant bei ein bis zwei Prozent. Obwohl Amazon es den Käufern so einfach wie kaum ein anderer Anbieter macht, eBooks zurückzugeben. No questions asked – der Käufer braucht keinerlei Begründung und nur einen Mausklick. Sieben Tage beträgt die Frist dafür – wenn Sie nicht gerade 1000-Seiten-Wälzer verfassen, ist Ihr Buch in dieser Zeit längst gelesen. Trotzdem geben es 98 von 100 Käufern nicht zurück. Und das liegt nicht an Unkenntnis: Ich weise in meinem Kindle-Handbuch zum Beispiel explizit darauf hin, und doch ist die Rückgabequote konstant niedrig.

Widmen Sie Ihre Zeit den ehrlichen Lesern. Liefern Sie denen neuen Lesestoff, statt sich mit den Abgründen des Internets herumzuärgern. Die Käufer und Ihre Nerven werden es Ihnen danken.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

8 Kommentare

  1. Ich habe mich auch schon mehrfach aufgeregt.
    Aber auch wenn es weltweit Millionen von Gaunern, Strauchdieben, Perversen etc. gibt, machen sie eben doch nur einen kleinen Bruchteil der Gesamtbevölkerung aus.
    Cool bleiben ist also wirklich die bessere Ansage.

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