Die sechs häufigsten Verstöße gegen die Amazon-Metadatenrichtlinien

Um am Kindle StoryTeller teilzunehmen, genügt es, das Keyword kindlestoryteller2019 anzugeben. Aber reicht das wirklich? Nein, der Titel muss auch die so genannte Metadatenrichtlinien von KDP erfüllen. Worum geht es da? Die besagte Richtlinie bestimmt, was ein KDP-Nutzer an welcher Stelle in das Upload-Formular eintragen sollte. Leider gehört sie zu den am häufigsten missachteten Richtlinien von Amazon, in weitaus höherem Maße als die Kindle Publishing Guidelines, die für das E-Book selbst zuständig sind. Deshalb hier eine Auswahl der häufigsten Fehler:

1. Genre im Titel

Manche Autoren glauben, es sei sinnvoll, das Genre im Titelfeld zu erwähnen, à la “xxx yyyy: Thriller” oder “zzz: aaaa: Erotischer Liebesroman”. Das ist nicht erlaubt. Die Richtlinien sagen dazu eindeutig: “Das Titelfeld darf nur den tatsächlichen, auf dem Buchcover verwendeten Titel des Buchs enthalten.” Anders verhält es sich übrigens mit dem Untertitel.

2. Preishinweis in der Beschreibung

“Nur kurze Zeit zum Einführungspreis”, “Osteraktion 99 Cent”: Hinweise zu Preis und Verfügbarkeit sind im Beschreibungstext nicht erlaubt.

3. Zusatzhinweise im Titel

Es ist ja schön, wenn ein E-Book sich gut verkauft hat. Trotzdem sind Hinweise wie “Bestseller” oder “kostenlos” im Titel nicht erlaubt.

4. Leser-Rezensionen in der Beschreibung

“Spannend bis zum Schluss (Leser X. Y.)” – Auszüge aus Rezensionen lesen sich vielleicht gut, verstoßen aber trotzdem gegen die Richtlinien.

5. Konkurrenz-Stichwörter

Es gibt Autoren, die glauben, dass es eine gute Idee ist, die Namen von anderen, bekannteren Autoren als Such-Keywords zu verwenden, in der Hoffnung, von deren Bekanntheit zu partizipieren. Das verbietet Amazon.

6. Suchstichwörter als Autoren / Mitwirkende

Vor allem im Sachbuch- und Erotik-Bereich findet man öfter Angaben wie “Erotische Romane” im Autorenfeld, in der Hoffnung, dass das Buch dann besser gefunden wird. Erlaubt ist das nicht.

Warum sollte ich diese Richtlinie einhalten? Amazon kontrolliert das doch gar nicht, und die anderen halten sich auch nicht daran.

Tatsächlich sind diesbezügliche Kontrollen bei KDP eher lasch. Anders als etwa bei Tippfehlern im Buch, die schnell zu einer “Kindle-Qualitätsmitteilung” per E-Mail führen, werden Verstöße gegen die Metadaten-Richtlinie bei der Freischaltung oft toleriert. Das gilt jedoch nur so lange, bis Ihr Buch wegen der Verstöße dem Support gemeldet wird. Immerhin sagen die Metadatenrichtlinien eindeutig: “Aus diesem Grund verfolgen wir eine Null-Toleranz-Politik im Hinblick auf Metadaten, die zu Zwecken der Werbung oder Irreführung vorgesehen sind.”

Das für mich wichtigste Argument ist aber: Karma. Mit unsauberen Tricks zu arbeiten, die am Ende eh wenig bringen, führt – jedenfalls bei den meisten Menschen – doch schließlich bloß zu einem unguten Gefühl. Schreiben soll Spaß machen, und da passt das nicht dazu.

Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

8 Comments

  • Wenn man sie die belletristischen Bestseller bei Amazon anschaut, dann gewinnt man den Eindruck, dass das Genre im Titel eher die Regel als die Ausnahme ist. Gilt diese Regel vielleicht nur für Selfpublisher? Selbst Megabestseller beinhalten Beschreibungen im Titel, die eben nicht auf dem Cover stehen.

    • Man muss da aufpassen – Untertitel sind erlaubt. Amazon setzt auf der Seite einen Doppelpunkt zwischen Titel und Untertitel. Die Metadaten-Richtlinie von KDP gilt aber so erst einmal nur für KDP. Es mag eine ähnliche Richtlinie für Verlage geben.

  • Da scheint sich wirklich etwas zu tun. Ich bekam heute eine Mail, meine Titel dementsprechend zu ändern. Dabei hatte ich nur das jeweilige Genre in Klammern gesetzt.

  • Was mir kürzlich passiert ist: Das Wort “Bestseller” wurde in meinem Titel bemängelt, und zwar bei meinem Ratgeber “Schneller Bestseller”, in dem es ja genau darum geht: wie man (schneller) einen Bestseller schreiben kann.

    Das zeigt, dass KDP jetzt tatsächlich härter vorgeht, das Buch ist schon seit über vier Jahren bei KDP erhältlich und wurde mehrfach upgedated und nie bemängelt. Das zeigt leider auch, dass Algoritmen auch ungeprüft durchschlagen und dem Autor ein unangenehmes Erlebnis bescheren können.

    Und: Hinter jeder Prüfung stecken Menschen. Was die einen durchwinken, wird von den anderen gnadenlos verfolgt. So wurde mein “Bestseller” bei oben genanntem Buch (nach einer Erklärung meinerseits) akzeptiert. Bei einem anderen Buch, einem Sammelband, der eben auch “Schneller Bestseller” enthält, wurde das Wort “Bestseller” auch nach einer Erklärung von mir nicht akzeptiert.

  • Danke für die Zusammenfassung. Zu Punkt 5: Wie merkt ein Mitbewerber, ob ein anderer Autor seinen Namen in den Such-Keywords verwendet?
    Der Hinweis “man werfe bloß einen Blick in die aktuellen Top 100” sollte ergänzt werden. Blick in Top 10 und ist leider ernüchternd. Offenbar ist es Amazon herzlich wurscht, wer da gegen die Metarichtlinien verstößt, mit Rängen in den Top 10 wird Geld verdient.

    • Zu den Keywords: ein Hinweis darauf ergibt sich über die Suche nach dem eigenen Namen. Allerdings ist das kein BEweis, da Amazon den Suchalgorithmus nicht offen legt. Der KDP-Support sieht aber die Keywords und kann sie ablehnen.

  • Der Witz an der Sache ist ja, dass Jeder glaubt “mir passiert schon nix”…wie beim Parkplatzknöllchen. Ich hatte mal in meiner “GreyHat”-Zeit einen netten Hinweis von Amazon.com bekommen, ich möge doch die Metadaten in Zukunft ordentlich gestalten, sonst sehen sie sich gezwungen alle meine Bücher GENAU nachzuprüfen. Das war allerdings erst, nachdem ich auf .com eine nennenswerte Umsatzmenge erreicht habe. Darüber redet dann halt Keiner gern, wenn es ihn selbst betrifft….Amazon.de scheint ja aktuell noch “Schlaraffenland” zu sein – vorerst.

    Habe seitdem festgestellt, dass die GreyHat-Methoden in den Metadaten eh kaum/nichts gebracht haben im großen Spiel der Dinge. Dann kann ich es auch gleich weglassen und es sieht “besser” aus.

    • Ja, das kommt dazu, dass es wenig bringt, aber das ist als Argument im Karma-Sinn eher schwach, 😉

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