eBook-Distributoren: Was Self Publisher wirklich ausgezahlt bekommen

Angeregt durch eine Diskussion in der Self-Publishing-Gruppe auf Facebook habe ich mal ermittelt, was bei einem typischen eBook für 2,99 Euro tatsächlich beim Autoren hängen bleibt.

Die Ergebnisse sind ernüchternd. Die eBook-Distributoren für Self Publisher versprechen zwar meist einen recht großen Teil vom Kuchen – aber bei genauem Hinsehen bleibt dann doch viel weniger übrig. In der Tabelle unten finden Sie alle Daten.

Den besten Deal liefert demnach Xinxii ab, zumal auch die ISBN dort inzwischen kostenlos ist. Wer Xinxii nutzt, hat auch sämtliche Freiheiten bei der Wahl anderer Kanäle. Bei Neobooks etwa darf man nur Amazon ausschließen, und das auch nur bei Preisen ab 2,99 Euro.

ePubli bietet zwar über alle Kanäle einheitlich dieselbe Summe – allerdings muss man dort auf die Nutzung von KDP verzichten. Man verliert also für alle Verkäufe über Amazon 50 Cent pro Titel, um dafür (im Vergleich zu Xinxii) über die anderen Kanäle 25 Cent zu gewinnen. Das würde sich lohnen, hätten die anderen gemeinsam doppelt so viel Marktanteil wie Amazon. Tatsächlich ist es aber genau andersherum: Amazon dominiert den Markt mit großem Vorsprung.

FirmaFeiyrNeobooksePubliXinxiiBookrix
Amazon2,02* (1,38)2,02* (1,17)1,52,02* (1,26)2,02* (1,24)
Weltbild/Hugendubel1,031,021,51,260,92
Thalia1,111,021,51,260,92
Andere1,191,021,511,07
iTunes1,381,171,51,261,24
*= bei eigener Belieferung via KDP*= bei eigener Belieferung via KDPBeliefert immer alle Shops*= bei eigener Belieferung via KDP*= bei eigener Belieferung via KDP

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

12 Kommentare

  1. Hallo Matthias
    Bei Narcissus.me kommt hinzu, dass sie 30% (von 60%) der Autorenhonorare an den Staat abführen, wenn der Autor aus der Schweiz kommt. (Es sind nur ein paar Länder ausgenommen, (nicht die ganze EU) zum Beispiel Deutschland.)

  2. Vielen Dank für die Übersicht.
    Ich bin gerade dabei einen weiteren Vertriebsweg zu suchen. Vier E-Books habe ich bei Amazon veröffentlicht, was recht reibungslos funktionierte.

    Nun möchte ich aber auch auf den anderen Plattformen mein Glück versuchen. Deswegen suche ich Entscheidungshilfen. Die finanziellen Aspekte sind ja nicht ganz unwesentlich.

    Bei meiner Suche fand ich einen Artikel, in dem Xinxii eher schlecht wegkam, weil die Abrechnung undurchsichtig war.

    Im Moment tendiere ich zu Neobooks. Fürchte dort allerdings die Formatierung des Buches als Worddatei.

    Ich frage mich also Xinlii oder Neobooks.

    1. Ich bevorzuge definitiv XinXii, zumal ich dort neben Word-Dateien auch PDF-Dateien hochladen kann. Die Konvertierung wird immer professionell vom Team gemacht. Dass die Abrechnung undurchsichtig ist, kann ich nicht bestätigen. Alle Verkäufe und Provisionen werden übersichtlich pro Shop aufgelistet (von Amazon gibt es jedes täglich Zahlen), und die Provisionsauszahlung kommt pünktlich.

  3. Spannende Übersicht! Ich würde sie gern um einen Punkt ergänzen, da hier unberücksichtigt bleibt, dass nicht alle Bücher automatisch Amazon-Topseller werden. Die Frage, wie wichtig es ist, sein Buch auf sämtlichen Distributionskanälen anbieten zu können, sollten Autoren ernsthaft abwägen. Bei epubli etwa gibt es diverse Bücher, die sich bei Apple und Google Play sehr viel besser verkaufen als bei Amazon. Apple war 2013 in den Bereichen Freizeit (mit 62 %) und Chick Lit / Romance (61 %) führender Vertriebskanal. Google Play war bei Erotica (75 %) und Young Adult (56 %) führender Distributor. Ein konkretes Beispiel ist der Chick Lit-Topseller “Liebe, Sex und andere Katastrophen”, der 82 % der Einnahmen über Apple, aber nur 15 % über Amazon eingespielt hat.
    Außerdem sollte man nicht unerwähnt lassen, dass sich immer heftigerer Widerstand gegen Amazons Praktiken regt und es fraglich ist, wann der Schleichweg über die Steueroase Luxemburg abgeschnitten wird. Spätestens wenn das nicht mehr der Fall ist, sollte die Relevanz einer breiten Distribution noch einmal überdacht werden.

    1. ePubli wäre ja komplett Spitze, wenn man Amazon rausnehmen könnte 😉 Dass ein Titel über Apple mehr einnimmt als über Amazon, kann natürlich auch deshalb passieren, weil bei Apple die Konkurrenz kleiner ist.

  4. An Amazon (direkt) führt kein Weg vorbei.

    Das wird sich wohl auch so schnell nicht ändern. Bisher hatte ich mich mit den anderen Anbietern noch gar nicht beschäftigt und weiß auch nicht, ob ich das noch tun sollte.

  5. Danke schön für die vielen hilfreichen Artikel, so wie auch diesen hier.

    Ich habe heute mein erstes “Buch” fertig geschrieben und werde es wohl ausschliesslich bei Amazon veröffentlichen. Alle weiteren Plattformen erscheinen mir irgendwie etwas verworren.

    Herzliche Grüsse

    Frank Obels

  6. Danke für die Übersicht, die meine Recherchen bestätigen. Und deshalb bleibt Amazon auch mein Favorit für meine eBooks, zumal die Veröffentlichung sehr schnell geht und bei Problemen oft innerhalb von Stunden sich jemand vom Service meldet.

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