eBook-News: Flatrate-Anbieter Scribd kann sich Liebesromane nicht mehr leisten

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Der amerikanische Flatrate-Anbieter Scribd hat offenbar ein Problem: Die Leser lesen zu viel! Deshalb streicht die Firma jetzt einen großen Teil der angebotenen Liebesromane und Erotik-Titel aus dem Programm. Gerade Leserinnen, die diese Genres lieben, gehören offenbar zu den fleißigsten Konsumenten.

Das Problem für Scribd: Die Firma setzt auf ein besonders autoren- beziehungsweise verlagsfreundliches Modell und zahlt ab einer bestimmten Lese-Schwelle fast den kompletten Nettopreis eines eBooks aus (zum Vergleich: beim deutschen Anbieter Skoobe geht man von 15-20 Prozent Auszahlung aus). Da ein Scribd-Abo jedoch nur 8,99 Dollar kostet, ist mit einem Roman pro Woche das Budget schon ausgeschöpft. Scribd sieht deshalb nur noch eine Alternative: die beliebtesten Titel aus dem Programm zu werfen.

Indie-Distributor Smashwords schätzt, dass etwa 80 bis 90 Prozent der von ihm ausgelieferten eBooks dieser Genres betroffen sein werden. Je teurer das Buch, desto größer ist das Risiko, dass es aus dem Programm fällt.

Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat ĂĽber 50 BĂĽcher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. FĂĽr sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der MĂĽnchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet auĂźerdem als Kolumnist fĂĽr das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor fĂĽr SPACE, Federwelt und Telepolis. SchlieĂźlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

One Comment

  • Als Verleger begrĂĽĂźe ich diese Entwicklung. BĂĽcher sind keine 90-Minuten-Kino-Filme. Wer mit einem Buch wochen- oder gar monatelang gut unterhalten wird, der soll auch einen fairen Preis bezahlen – und das ist fĂĽr mich der volle Preis.

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