Einsteiger-Tipp: Wie Sie den Steuerfragebogen bei Amazon KDP korrekt ausfüllen

Nach der Erstanmeldung bei Amazon KDP (und dann etwa alle drei Jahre, gerade hat Amazon wieder Mails dazu verschickt) steht Ihnen noch eine Aufgabe bevor, die auf den ersten Blick furchtbar kompliziert wirkt: Amazons Steuer-Fragebogen, der ermitteln soll, ob Ihre Einnahmen in den USA versteuert werden müssen. Aber keine Sorge – Sie brauchen keine Belege zu sammeln, sondern müssen lediglich an den richtigen Stellen klicken. Welche das sind, erklärt Ihnen dieser Artikel.

Auf der ersten Seite müssen Sie drei Fragen beantworten.

  • Wie lautet Ihre Steuerklassifizierung? -> Einzelperson
  • Wegen der US-Steuern: sind Sie eine US-amerikanische Person? -> Nein
  • Fungieren Sie als Vermittler oder sonstige Person, die eine Zahlung im Namen einer anderen Person oder als Durchflussgesellschaft erhält? -> Nein

Darunter geben Sie Ihre Adressdaten an. Dann klicken Sie auf “Ich habe eine Nicht-US-TIN” und geben dort Ihre Steuer-ID an (nicht die Umsatzsteuer-ID, sondern die persönliche Nummer vom Finanzamt).

Dann bestätigen Sie das Land Ihres steuerrechtlichen Wohnsitzes (Deutschland) und klicken auf “Bestätigen”.

Die Zustimmung zur Verwendung der elektronischen Signatur ist schon aktiviert. Sie brauchen unten im Unterschriftsfeld nur noch Ihren Namen einzutippen und auf “Speichern und Vorschau anzeigen” zu klicken. Amazon zeigt Ihnen das W-8BEN-Formular an. Prüfen Sie, ob Sie sich evtl. vertippt haben, und klicken Sie schließlich auf “Formular übermitteln”.

Fertig! Das Ergebnis sollte eine nullprozentige Einbehaltung sein. Diese gilt für Einnahmen in den USA.  Sie bekommen also Ihre kompletten Einnahmen über Amazon.com ausgezahlt.

Schwieriger wird das Ausfüllen leider für GbRs. Hier müssen Sie im ersten Schritt die Personen/Kapitalgesellschaft wählen. Als Art des Eigentümers kommt nur die Personengesellschaft in Frage, was dann zum Fragebogen W-8IMY führt. Dort wählen Sie die Non-Withholding Foreign Partnership. Ohne weitere Unterlagen zu den einzelnen GbR-Partnern werden Ihnen allerdings in den USA 30 Prozent Steuern abgeführt werden.

Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

32 Comments

  • Gerade gesehen: Diese Felder gab es wohl schon lange bei KDP. Dieser Blogartikel von 2012 gibt schon an, wie es auszufüllen ist.
    Wobei jetzt eben die Frage ist, welche Art von Einkommen Patreon ist.
    https://sevecke-pohlen-blog.de/2012/08/24/formular-w-8ben-so-sparen-autoren-geld-und-stress/

  • Hallo Matthias,
    ich bin 2020 hier bei dem Artikel gelandet, weil ich bei Patreon ein W8BEN ausfüllen muss.
    Wenn man 0 Prozent Steuer in den USA abführen will (weil es ja ein Steuerabkommen mit den USA gibt und die Einnahmen in Deutschland von mir versteuert werden) muss man dort auch den entsprechenden Absatz (also die Nummer dafür) des deutsch-amerikanischen Tax Treaties angeben und die Art von Einnahmen.
    Das ist gar nicht so einfach, denn: Zählt Patreon als Royalties? Als Spende kann es in Deutschland wohl nicht zählen.
    Die bei IRS in der Übersicht der Tax Treaties aufgeführten “Royalties” beziehen sich aber auf Einnahmen aus Computerprogrammen (steht im Kleingedruckten).
    Ich trauere den Zeiten nach, als man einfach nur wie bei Dir hier angegeben die Adresse eintragen musste und ein paar mal “No” anklicken musste …

  • Hello,
    Danke für die zahlreichen Tipps! Das hat mir sehr weitergeholfen. Ich habe zwar noch nichts über den Amazon Dienst veröffentlicht, plane es aber. Nun habe ich eine Frage dazu. Gilt dies nur für e-Books oder auch für die Taschenbücher, die man über Amazon veröffentlichen kann? Es wäre echt schade, wenn man zumindest für die verkauften Taschenbücher Steuern zahlen muss.

    Danke schön!

  • Hallo ich habe eine Frage,
    wie muss man die Umsätze richtig versteuern? Die Einnahmen kommen ja von amazon.com und ohne Umsatzsteuer-ID korrekt? Also wohl kein Reverse-Charge, aber wie dann?

  • Hallo Herr Matting, danke für den Artikel! Wir sind eine UG also steht da 30 % wg. Kapitalgesellschaft. Wenn wir aber nur KDP-Einnahmen von Marktplatz Deutschland haben, dürfe es doch keine Nachteile geben, oder?

    Mit freundlichen Grüßen

    Christian

  • Guten Tag Herr Matting,

    also um das Amazon KDP Selfpublishing zu bertreiben muss ich ein Kleingewerbe anmelden und zusätzlich beim Finanzamt eine UsT-ID beantragen?

    Ich bin Angestellter und möchte nebenbei meine E-Books auf Amazon veröffentlichen.

    Ich bedanke mich im Voraus und verbleibe

    mit besten Grüßen

    Richard

  • Hallo,
    vielen Dank erst einmal für den Beitrag.
    Ich bin schon längere Zeit bei KDP angemeldet und habe auch schon Geld verdient.
    Mir ist nur jetzt aufgefallen, dass ich meine Steuer-ID nicht hintergelegt hatte.
    Der Geltende Einbehaltungssatz war aber dennoch 0.0%
    Habe ich jetzt nachgeholt und eingetragen.
    Ist es schlimm, dass ich die ganze Zeit keine Steuer-ID hinterlegt hatte?
    Ich bin als Freiberufler gemeldet.
    vielen lieben Dank schon einmal und beste Grüße,
    Alexander

  • Hallo ich habe ein Gewerbe angemeldet und deswegen auch die Steuernummer angegeben. Geht das?

    • Einfach neu korrekt ausfüllen. Ich bin ja nicht Amazon und kann nicht für die sprechen.

  • Vielen Dank für die nützlichen Informationen!!

    Habe eine Frage zum Satz:
    “Ohne weitere Unterlagen zu den einzelnen GbR-Partnern werden Ihnen allerdings in den USA 30 Prozent Steuern abgeführt werden.”

    Da wir eine GbR sind und unsere Steuererklärung ebenfalls als GbR machen, wäre es natürlich sehr praktisch, das Tax Interview bei Amazon auch als GbR mit Steuernummer zu machen.

    Natürlich haften wir innerhalb einer GbR auch als Privatpersonen, allerdings denke ich, dass es spätestens bei der Steuererklärung kompliziert wird, wenn bei Amazon eine andere Steuernummer hinterlegt ist als die der GbR.
    Bzw bin ich mir nicht sicher, inwiefern es Probleme gibt, wenn bei Amazon alles über eine Privatperson läuft, die aber Teil einer GbR ist, über die wir am Ende alles Steuerliche abwickeln möchten.

    Daher die Frage, um welche “Unterlagen zu den einzelnen GbR Partnern” es sich genau handelt bzw. wie man sichergehen kann, auch als GbR die 30% nicht abgeführt zu bekommen? 🙂

    • Na einfach das Interview weitermachen, das steht dann ja da. Man kann das jederzeit wieder ändern. Sichergehen kann man nicht.

  • Wir haben zu zweit eine GbR. Ist das ohne weiteres möglich, wie sie in einem anderen Kommentar erwähnt haben, das einfach alleine anzumelden? Muss ich dann meinen Namen oder den Namen unter denen unsere GbR auftritt angeben. Und können wir dann die UsT Nr von der GbR benutzen ?

    Im Beitrag schreiben sie über “weiteren Unterlagen”, wie ist das gemeint ?

    • “Allein anmelden” heißt, KDP eben allein zu nutzen, nicht als GbR. Es gibt keine Verpflichtung, alle Tätigkeiten über eine GbR abzuwickeln. Wenn man sich bei KDP nicht als GbR anmeldet, kann man natürlich auch nicht die USt.-ID der GbR benutzen. “Weitere Unterlagen” ergibt sich für GbRs dann aus dem Prozess.

  • Hallo, vielen Dank für die Infos.
    Bedeutet das, dass wir unsere Einnahmen der Kindle-Ebooks aus den USA bekommen? Ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass jetzt auch eine Europäische Stelle existiert (Luxemburg), von wo aus die Vergügunt erfolgt…

    ‘Viele GRüße

    • Äh, nein, in dem Artikel geht es um den Steuerfragebogen, nichts anderes.

  • Hallo,

    wir haben eine GbR und wollten eben den Amazon-Steuerfragebogen ausfüllen. Bei der GbR fragt Amazon aber nicht mehr nach der TIN und sagt am Ende, wir müssen 30 Prozent in den USA zahlen. Hat da jemand eine Idee?

    Viele Grüße
    Florian

    • Eine GbR ist keine juristische Person, KANN also den Fragebogen W8BEN gar nicht ausfüllen, deshalb kommst du bei 30% raus. Fülle den Fragebogen als Individuum aus. Urheberrechte gehören ja auch nicht der GbR, sondern jedem einzeln.

      • Hallo,
        wir haben auch eine GbR und müssten ja eigentlich den Fragebogen nicht als Individuell ausfüllen sondern als Business. Du schreibst aber in einem Komentar dass derjenige doch als Individuell das Ganze ausfüllen soll. Kann mir nicht vorstellen dass das stimmt. Wir bekommenam am Ende auch 30% raus. Wie füllt man das als Dirma nun korrekt aus sodass die 30% zu 0 werden?
        Viele Grüße
        Albert

  • Vielen Dank für den tollen Beitrag!
    Wenn ich nur meine persönliche Steuer-ID benötige steht dem Veröffentlichen des ersten Buches nichts mehr im Weg 🙂

  • Hallo, kleine Frage: Ich habe das so gemacht, aber bekomme nun – wie beim letzten Mal – eine Aufforderung, der IRS etwas zu Faxen, sonst würden mir 30% einbehalten. Da das nur für Amazon.com gilt und ich dort exakt nichts verkaufe, ist das zwar irrelevant, würde mich aber dennoch interessieren… Müsste ich jetzt erstmal ein Fax auftreiben, um der irs was zu schicken?

    lg

    • Dann hast du irgendwas anders gemacht. Aber da ich nicht weiß, was, kann ich nichts dazu sagen. Macht man es wie beschrieben, stehen am Ende 0%.

  • DANKE!!!!!!!!

  • war bis jetzt eher auf nischenseiten spezialisiert und gehe jetzt Richtung Kindle 🙂
    Danke für die Hilfe 🙂

  • Vielen Dank für diese ausführliche Beschreibung, die mir sehr geholfen hat.
    Eine Frage hätte ich aber noch, und zwar zur Einkommenssteuer-Nummer. Kann ich dort meine normale Steuer-ID verwenden, die mir irgendwann vom FA zugeteilt worden ist und die auch auf meinen Gehaltsabrechnungen, die ich als Angestellte erhalte, verwendet wird? Oder geht es um jene, die man zugewiesen bekommt, wenn man seine freiberufliche Tätigkeit beim FA meldet?
    Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen.
    Vielen Dank im Voraus.
    Lieben Gruß
    Nadine

    • Es ist tatsächlich die normale Steuernummer gemeint.

      • Es ist also nicht notwendig eine Freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt anzumelden?

  • DANKE!!

  • Danke für diesen sehr hilfreichen Beitrag! Er hat mir das Ausfüllen des Fragebogens immens erleichtert :)!

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