Forschung: Bei Leseschwäche (Dyslexie) schneiden eReader besser ab als Papier

Dass sich auf dem eReader die Schriftart vom Leser beliebig verändern lässt, gehört zu den Vorteilen dieser Technik. Davon profitieren ganz besonders Nutzer mit einer Sehschwäche, wie sie sich gern im Alter entwickelt. Im Wissenschaftsmagazin PLoS One zeigen Forscher nun, dass auch von einer angeborenen oder erworbenen Leseschwäche (Dyslexie) Betroffene vom elektronischen Lesen profitieren.

Dabei spielt aber weniger die Möglichkeit vergrößerter Buchstaben eine Rolle als die Aufteilung des Textes in sehr kurze Abschnitte. Deshalb stört hier auch nicht, dass die Forscher ihre Tests mit Hilfe eines iPod Touch der dritten Generation (3,5 Zoll Diagonale, 640 x 960 Pixel) durchführten – nicht gerade ein klassischer eReader.

Beim Vergleich von Probanden und Kontrollgruppe zeigte sich, dass elektronisches Lesen nicht generell zu verbessertem Textverständnis führte oder das Lesen beschleunigte. Die Leser jedoch, denen andere Tests ein Aufmerksamkeitsdefizit bescheinigten oder die größere Schwierigkeiten mit dem Aufschlüsseln der Bestandteile eines Wortes (Phoneme) besaßen, konnten die in kurzen Abschnitten auf dem eReader präsentierten Texte besser verstehen und schneller lesen als auf Papier.

In dem Versuch lasen die Probanden Auszüge eines Lesetests auf Papier und auf einem iPod (Bild: Schneps MH, Thomson JM, Chen C, Sonnert G, Pomplun M)

 

Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat ĂĽber 50 BĂĽcher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. FĂĽr sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der MĂĽnchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet auĂźerdem als Kolumnist fĂĽr das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor fĂĽr SPACE, Federwelt und Telepolis. SchlieĂźlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.