Neuer E-Reader im alten Gewand: Tolino Page im Test, das Einsteigergerät der Tolino-Familie

Amazon hat den Kindle für 70 Euro (mit Werbung, gerade erst aktualisiert), Weltbild hatte mal den Weltbild-Reader für 50 Euro – aber das günstigste E-Reader-Modell der Tolino-Initiative kostete bisher rund 100 Euro. Das ändert sich ab sofort, und zwar mit dem Tolino Page, der heute offiziell vorgestellt wird.

Amazons neuester E-Reader Kindle Oasis im Test: Eine spannende Wette

Der Kindle Oasis ist nicht einfach nur ein neuer E-Book-Reader. Der Kindle Oasis ist eine Wette, und wer Amazon auch nur ein bisschen kennt, weiß, dass es eine Wette von Jeff Bezos persönlich ist. Die Behauptung, die Amazons neues Luxusmodell aufstellt, lautet: E-Reader sind keine Billigst-Tablets. Sie werden nicht verschwinden wie die Pferdekutsche, als irgendwann Autos eine mindestens ebenso bequeme Fortbewegung ermöglicht haben. Es existiert eine wachsende Zahl von Menschen, die elektronisch lesen – und dazu ein Gerät bevorzugen, das nur diese eine Funktion bietet. Die dann auch noch bereit sind, für eine besonders komfortable Ausprägung dieser Funktion so viel Geld zu bezahlen wie andere für ein Multifunktions-Tablet.

Autoren-Tipp: Warum und wie Sie Ihr eBook mit einem echten eReader testen sollten – und mit welchem

Ein eReader, das sollten Autorinnen und Autoren auf jeden Fall wissen, hat gegenüber dem gedruckten Buch Vor-und Nachteile. Der Bildschirm ist etwas kleiner als die Seite eines typischen Taschenbuchs. Blättern lässt sich jedoch nur deutlich langsamer, weshalb Inhaltsverzeichnis und Index deutlich wichtiger werden. Farbe stellen klassische eReader nicht dar.

Vor allem aber richten sie sich immer nach den Wünschen des Lesers, nicht des Autors, was die Gestaltung der Seite betrifft. Schriftarten, Formatierungen, Schriftgrößen, das kann und möchte der Leser so einstellen, wie es ihm passt. Hier muss der Autor also auf etwas Eitelkeit verzichten. Dafür kaufen eReader-Besitzer im Durchschnitt mehr Bücher als Papier-Leser – und sind damit die besseren Kunden.

Neuer Tolino-E-Reader im Test: Der Tolino Shine 2 HD als Einstieg in die Tolino-Welt

Der Tolino shine stellte den gemeinsamen Einstieg der deutschen Buchhändler in die digitale Welt dar – 2,5 Jahre ist das nun her. Das Gerät hat zwar nicht alle Erwartungen erfüllt, wurde aber software-seitig kontinuierlich weiterentwickelt und ist bis heute im Verkauf. Tatsächlich verkauft es sich nicht einmal schlecht, wie ich auch an meinem inoffiziellen Tolino-shine-Handbuch sehe.

Ende Oktober ist aber trotzdem eine Ablösung fällig – in Form des Tolino shine 2 HD. Dafür haben sich die Tolino-Händler einen guten Zeitpunkt ausgesucht: Die neuen, hochauflösenden eInk-Panels (1448 x 1072 Pixel) sind offenbar günstig genug geworden, auch in den Einstiegsmodellen ihren Platz zu finden. Derzeit ist der finale Preis des Shine 2 zwar noch unbekannt, aber damit das Gerät seine Funktion erfüllen kann, darf es nicht wesentlich mehr als 100 Euro kosten. Im Vergleich zu den Kindle-Modellen ist hier allerdings immer zu berücksichtigen, dass die günstigeren Kindle-Preise werbefinanziert sind – ohne Werbung sind 15 Euro Aufschlag zu zahlen.

Schärfer lesen in der Badewanne: Neues Tolino-Spitzenmodell Tolino Vision 3 HD im Test

Mit dem Tolino Vision zielt die deutsche Händler-Allianz schon seit einiger Zeit auf den erfahreneren Vielleser – und das mit einigem Erfolg. Insbesondere, seit der Tolino Vision 2 sich auch bei einem Sturz in die Badewanne nicht beschwert, ist das Modell zum ernsthaften Kindle-Konkurrenten geworden. Jedenfalls bis Amazon beim Paperwhite 3 ein neues, hochauflösendes Display eingeführt hat.

Mit dem Tolino Vision 3 HD zieht dieses nun auch bei der deutschen Konkurrenz ein, und zwar in besonders eleganter Form: mit einem planen Display (1448 x 1072 Punkte) ohne erhabenen Rand, das zudem auch sehr gut ausgeleuchtet ist. Hard- und Software sind den Weg mitgegangen, denn obwohl nun deutlich mehr Punkte aufzufrischen sind, funktioniert das flotter als noch bei den Vorgängern. Vom Tolino Vision 2 übernommen hat das neue Modell auch Tap2Flip, das Blättern durch Tippen auf die Rückseite.

eBook-Flatrate Skoobe mit offizieller eInk-Unterstützung – mit dem Icarus-eReader

Der deutsche Flatrate-Anbieter Skoobe ist nun auch offiziell auf einem eReader vertreten: In Form des Icarus Illumina Skoobe Edition. Das Gerät, das intern mit Android 4.2 arbeitet, unterstützt die Skoobe-App schon länger. Nun ist sie aber auch direkt im Hauptmenü verankert.

Aus Lesersicht bietet ein eReader mit seinem augenschonenden, nicht spiegelnden und akkusparenden eInk-Display wesentliche Vorteile gegenüber einem Tablet. Der Illumina kostet 120 Euro und besitzt einen Sechs-Zoll-Touchscreen mit 758 x 1024 Pixeln und Frontbeleuchtung, ist also mit dem alten Paperwhite vergleichbar. Er unterstützt ansonsten auch ePub-Dateien (inkl. DRM), lässt sich also mit allen Tolino-eBooks ebenfalls verwenden.

E-Reader-Forschung: Lesen mit Beleuchtung bringt Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander

Seit Tausenden von Jahren schläft der Mensch, wenn es dunkel wird, und wacht vom Licht des neues Morgens wieder auf. Dieser Schlaf-Wach-Rhythmus wird vor allem von dem Hormon Melatonin geprägt, das deshalb auch als Anti-Jetlag-Medikament genutzt wird. Die Melatonin-Ausschüttung wiederum erfolgt nach Lichtintensität; insbesondere kurzwelliges Licht (typisch für Sonneneinstrahlung, untypisch für Kerzen oder Lagerfeuer) verringert die Melatonin-Ausschüttung.

Der Mensch lebt schon lange nicht mehr in Höhlen. Der moderne Alltag hat dazu geführt, dass sein Schlaf-Wach-Rhythmus in vielen Aspekten gefährdet ist: Schichtarbeit, Flugreisen, Alkohol bringen ihn durcheinander – und offenbar auch E-Reader. Das zeigt jedenfalls ein Experiment, das US-Forscher im Magazin PNAS beschreiben. Die Wissenschaftler haben zwölf gesunde Erwachsene am Abend jeweils vier Stunden lang in einem abgedunkelten Raum mit einem beleuchteten E-Reader oder in einem normalen Buch (mit Leselampe) schmökern lassen.