Mark Coker: Was es heißt, ein Indie-Autor zu sein

Smashwords-Gründer Mark Coker hat im Smashwords-Blog ein paar interessante Gedanken zusammengetragen – und zwar zu der Frage: Was heißt es, Self Publisher (oder auch Indie-Autor) zu sein? Zehn Thesen sind dem Branchen-Urgestein dabei eingefallen, die er in die Form eines Manifests gegossen hat:

1. Ich bin ein Indie-Autor.

2. Ich habe die Freude und Befriedigung erfahren, die Self Publishing bringt.

3. Ich habe ein Recht zu veröffentlichen.

4. Es ist mir wichtig, die kreative Kontrolle zu haben. Ich entscheide, wann, wo und wie aus meinen Worten ein veröffentlichtes Buch wird.

5. Als Indie bin ich nicht allein. Ich suche meine Partner aus.

6. Ich werde mich keinem Verleger beugen oder andienen. In meinen Geschäftsbeziehungen suche ich Partnerschaft, Fairness, Gleichheit und Interessensausgleich.

7. Wir Indie-Autoren versammeln uns mit dem gemeinsamen Ziel, Autoren überall zu feiern und zu fördern.

8. Ich arbeite professionell. Ich bin stolz auf meine Arbeit, und ich bemühe mich, mein Handwerk zu verbessern, meinen Lesern, mir selbst, anderen Indie-Autoren und der Buchkultur zuliebe.

9. Mein Schreiben ist wertvoll und wichtig. Seine Bedeutung kann nicht nur in kommerziellem Erfolg gemessen werden.

10. Ich feiere den Erfolg anderer Indie-Autoren, weil ihr Erfolg auch der meine ist, und der meine der ihre. Zusammen schaffen wir eine bessere Zukunft für Bücher, die von größerer Qualität, Verschiedenheit, Auswahl, Erhältlichkeit, Bezahlbarkeit und Zugänglichkeit geprägt ist.

Was ist euch am Self Publishing wichtig?

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

7 Kommentare

  1. Ich kann auf Johannes Monse und Sven Rübhagen nicht direkt antworten, darum also hier:

    Wer die Nutzungsrechte am eigenen Werk exklusiv an einen Verlag (Rechteverwerter) abtritt, hat seine Unabhängigkeit aus der Hand gegeben.

  2. Meine Güte sie haben das “u” niedergeschlagen obwohl sie eigentlich das “z” hätten treffen sollen. “Beuahlbarkeit”. Das arme u, das kann doch wirklich nichts dafür.

  3. Ich stimme mit den Punkten überein. Allerdings finde ich es nicht verkehrt, neben dem E-Book-Verkauf einen Buchverlag aufzusuchen, bei dem man unterkommen könnte. Somit hat man wieder neue Möglichkeiten und wird wahrscheinlich bekannter, wenn es ein Verlag ist, der sich um den Autor bemüht.

  4. Das kann ich auch nur unterschreiben. Mit der Einschränkung, dass Punkt 6 sicherlich differenzierter betrachtet werden kann. Denn viele Autoren, die in Publikums- oder Autorenverlagen veröffentlichen, "beugen" sich nicht notgedrungen einem ausbeuterischen Verleger, sondern haben eine faire, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit diesem (oder dieser). Sicherlich gilt das keineswegs allumfassend. Aber so wie es viele Bücher, Autoren, Themen und Bereiche gibt, für die Selfpublishing der allerbeste Weg ist, so gibt es auch Bücher, Autoren, Themen und Bereiche, wo der Weg über einen klassischen Verlag seine wohlverdiente Berechtigung hat. All diese Einstufungen sind meiner Ansicht nach auch nicht fest, sondern sehr dynamisch und ineinander verschwimmend. So verlegt beispielsweise der KiWi-Autor Tom Hillenbrand natürlich seine kulinarischen Krimis weiter bei KiWi, die ihn mit einer umfassenden Logistik, weiten Vertriebskanälen und guter Promotion so versorgen, dass beide Seiten sehr gut profitieren. Sein Nischenwerk "Drachenväter" über Rollenspiele seit den 70er Jahren aber hat er mit uns als Dienstleistungspartner über Crowdfunding und Selfpublishing realisiert. Worüber auch KiWi wohl kaum traurig sein dürfte. Starre Grenzen fallen derzeit, müssen ja aber vielleicht nicht durch neue und genauso starre Abgrenzungen ersetzt werden.

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