Neues Amazon-Tablet für 119 Euro: Kindle Fire HD 7 im Test

Kindle_Fire_HD_7_5Amazon wird mehr und mehr zum Hardware-Hersteller – und zwar mit einem anderen Konzept als Apple: In jeder Preisklasse will Amazon das günstigste Gerät bieten, um dann an den damit gekauften digitalen und physischen Gütern zu verdienen. Die Tablets Kindle Fire HD 7 und Fire HD 6 decken den Markt nach unten ab. Ein Markengerät für 100 Euro (HD 6) beziehungsweise 120 Euro (HD 7), das muss man woanders erst einmal finden.

Aber es ist ebenso klar, dass auch Amazon Abstriche an der Technik machen musste, um einen solchen Preis zumindest kostendeckend zu ermöglichen. Beim HD 7 beginnen diese Abstriche beim Äußeren. Das Tablet ist in schlichtes Plastik gehüllt, kantig und relativ schwer (sogar schwerer als das Tolino Tab 7 – das HDX 8.9 wiegt nur 40 Gramm mehr).

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Die Hardware musste auf einige technische Features verzichten. So fotografiert die Kamera auf der Rückseite nur mit 2 Megapixeln, die Frontkamera macht Schnappschüsse sogar nur in VGA (640 x 480, also 0,3 Megapixel – da sehen nicht einmal Selfies gut aus).

Einen Speicherkartenslot gibt es nicht, auch keine HDMI-Buchse zur Verbindung mit dem TV, und nicht einmal eine WLAN-Verbindung zum Fernseher über den Miracast-Standard ist möglich. Der Bildschirm ist mit 1280 x 800 Punkten kein Wunder an Schärfe, für 7 Zoll Diagonale reicht das aber noch.

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Software-seitig vermisst der Amazon-Kunde weniger. Die Bedienung erfolgt wie bei Amazons FireOS üblich über das Karussell, in dem alle Apps und Inhalte nach letzter Nutzung angeordnet sind. Über die Leiste darüber erreicht der Nutzer schnell bestimmte Inhaltstypen. Die klassische Android-Programmübersicht erreicht man, indem man sie von ihrem Platz unter dem Karussell nach oben wischt.

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Einige neue Features, die etwa das Fire Phone oder das HDX 8.9 beherrschen, sind noch nicht auf dem HD 7 verfügbar, etwa die Produkterkennung Firefly oder der Hilfeservice Mayday. Familien können sich mehrere Profile einrichten und so verschiedene Zugangsmöglichkeiten bereitstellen.

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Perfekt ist das Kindle Fire HD 7 für die Wiedergabe von Filmen, Hörbüchern und Musik, auch Lesen ist damit bequem – nur reicht der Akku keinen ganzen Arbeitstag. Die Kamera-Software ist kräftig aufpoliert, ebenso die Fotogalerie. Allerdings kann die Software mit der eingebauten Kamera keine Wunder vollbringen: Deren Bilder sind meist flau und taugen kaum als ewige Urlaubs-Erinnerungen.

Fazit: Für seine 119 Euro bietet das Fire HD 7 einen ordentlichen Gegenwart. Man sollte sich nur keinen iPad-Konkurrenten darunter vorstellen: Wenn das iPad ein BMW ist, ist das Fire HD 7 ungefähr ein VW Polo (aber kein Dacia). Achtung: Film-Fans werden die Verbindungsmöglichkeit zum TV vermissen!

Tipp: Kindle Fire HD 6 und HD 7 – das inoffizielle Handbuch. Anleitung, Tipps, Tricks.

Technische Daten des Kindle Fire HD 7

Bildschirm7 Zoll, 1280 x 800 Punkte, Multitouch
Prozessor1,5 GHz, Quadcore
RAM1 GB
Speicher8 / 16 GB
BetriebssystemFireOS
KommunikationWiFi (b/g/n), Bluetooth, Micro-USB
Speicherkartekeine
Audio3,5 mm Klinke
eBook-FormateKindle (AZW), KF8, TXT, PDF, ungeschützte MOBI, PRC nativ, alles andere über externe Apps
BildformateJpeg, BMP, PNG, TIF
MusikformateAlles
Akku8 Stunden (WLAN)
Maße191 x 128 x 10,6 Millimeter
Gewicht337 Gramm

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.