Software-Test: Book Creator – eBooks auf dem iPad erstellen

Das Programm Book Creator verspricht, auf einfache Art und Weise professionelle eBooks zu erstellen, die sich auch für den Verkauf auf Self-Publishing-Plattformen eignen. Was die für iPad und Android verfügbare Software leistet, habe ich anhand der iPad-Version getestet.

Das Programm ist zunächst kostenlos. Die Gratis-Version erlaubt allerdings nur das Erstellen eines einzigen eBooks – danach muss man für 4,49 Euro auf die Bezahlversion upgraden.

Nach der Installation erwartet den Nutzer bereits ein Beispielbuch, praktischerweise in deutscher Sprache, das den Umgang mit der Software erläutert. Neue Bücher können Sie in drei Formaten erzeugen: Hochformat (2:3), Quadratisch (1:1) und Querformat (4:3). Die Software selbst arbeitet im Querformat.

Die Bedienung des Programms ist tatsächlich sehr einfach. Über den Plus-Knopf fügen Sie Inhalte hinzu:

  • Fotos
  • Kamera-Bilder
  • Stift (Zeichnungen)
  • Texte
  • Sound

 

Dabei können Sie auf die iTunes-Bibliothek zurückgreifen oder sofort eigene Aufnahmen anfertigen (Fotos und Sound). Die Texteingabe ist etwas spartanisch: Se können Links einsetzen, mit fett, kursiv und unterstrichen formatieren sowie Texte aus der Zwischenablage hineinkopieren. Ein direkter Zugriff auf Word-Dateien ist nicht möglich.

Inhalte fügen Sie in Book Creator über das Plus-Icon hinzu
Inhalte fügen Sie in Book Creator über das Plus-Icon hinzu

Mit Hilfe des Inspektors (i-Button) können Sie die eingefügten Elemente anschließend verändern, etwa die Textgröße einstellen (nur pauschal für den kompletten Textkasten), die Schriftart festlegen, ein Bild mit einer Internet-Adresse verlinken oder die gegenseitige Überdeckung von Blocks definieren. Seiten lassen sich Soundtracks und Farben zuordnen.

Der Inspektor verändert Eigenschaften eines Objekts
Der Inspektor verändert Eigenschaften eines Objekts

Wenn Sie Ihr Buch auf diese Weise fertiggestellt haben, tippen Sie auf den “Teilen”-Knopf. Darüber können Sie das Werk unter anderem in iBooks betrachten oder in Ihrer Dropbox ablegen. Die fertigen eBooks lassen sich direkt bei Apple oder Google Play hochladen, auch der ePub-Validator hatte an einem Testbuch nichts auszusetzen. Sie genügen allerdings dem ePub-3-Standard – von Amazon und Tolino werden solche eBooks derzeit nicht angenommen.

Fazit: Zum Erstellen bildlastiger eBooks eignet sich der Book Creator sehr gut – etwa für Kinder- oder Rezept-Bücher. Die Textfunktion könnte allerdings raffinierter sein. Insbesondere ihretwegen ist das Programm für Belletristik und sonstiges Sachbuch wenig geeignet.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

2 Kommentare

  1. Ich muss ehrlich sagen, dass ich skeptisch bin. Ok, man könnte den Text per Copy und Paist einfügen aber ob man die App dann wirklich nutzt ist denke ich eine andere Frage. Sieht für mich etwas aus wie ein guter Ansatz der Aufgrund von fehlender Eingabemöglichkeiten zurückgehalten wird. Wenn man mal was kürzeres in ein eBook packen möchte ist es sicherlich praktisch, aber wer zahlt dann im Endeffekt dafür?

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