Gastbeitrag: Übersetzen ist nicht Schreiben

Eine Übersetzung kann man sich als eine zerbrochene Vase vorstellen, bei der man immer die Bruchstellen sehen wird, so sorgfältig man sie auch wieder zusammenklebt. Dieses schöne Bild hat Walter Benjamin einmal benutzt. Aber wir müssen nicht bei irgendwelchen Wissenschaftlern anfangen, wenn es um die Frage geht, ob du dir zutrauen solltest, literarische Texte zu übersetzen.

Fallstudie: Mit Übersetzungen auf den englischsprachigen Markt

Mein Autoren-Alter-Ego Brandon Q. Morris klingt amerikanisch. Tatsächlich habe ich schon Post von Lesern bekommen, die mir ihre Überraschung gestanden, dass meine Bücher keine Übersetzungen sind. Natürlich war bei der Wahl des Pseudonyms immer im Hinterkopf, dass der Autorenname auch bei englischsprachigen Lesern gut ankommt. Im Vordergrund standen allerdings erst einmal die deutschen Veröffentlichungen. Erst als sich hier ein erstaunlicher Erfolg abzeichnete, begann ich, Pläne für den US-Markt zu entwickeln.

Neu: Übersetzungs-Wörterbücher Japanisch-Deutsch und Deutsch-Japanisch für den Kindle

Seit kurzem habe ich mein Angebot an Übersetzungs-Wörterbüchern für den Kindle ergänzen können, und zwar um das Sprachpaar Japanisch-Deutsch. Wegen der Kindle-Tchnik benötigen Nutzer für jede Übersetzungsrichtung eine spezielle Datei, die Sie bei Amazon herunterladen können:

Kindle-Wörterbuch Japanisch-Deutsch (2,99 €)
Kindle-Wörterbuch Deutsch-Japanisch (2,99 €)

Tipp: Wörterbücher auf dem Kindle, dem Paperwhite und in den Kindle-Apps

render of a stream of letters flying to a laptop

Eine der meistunterschätzten Funktionen von Kindle, Kindle Voygae und Kindle Paperwhite ist die Einbindung von Offline-Wörterbüchern. Der eReader kann automatisch und ohne Internet-Verbindung alle Begriffe, auf die er stößt, nachschlagen und am unteren oder oberen Bildschirmrand eine Erklärung dazu anzeigen. Dazu muss man lediglich den Text-Cursor mit den Pfeiltasten auf das betreffende Wort führen (bei den Tasten-Kindles) beziehungsweise den Finger auf das Wort halten.

Im Lieferumfang der internationalen Kindles sind bereits Wörterbücher all der Sprachen enthalten, in denen Amazon offiziell Kindles anbietet, also Deutsch (Duden), Englisch (Oxford), Französisch, Italienisch, Portugiesisch und neuerdings sogar Japanisch und Chinesisch. Allerdings handelt es sich dabei um erklärende Wörterbücher: Sie geben die Bedeutung eines Begriffs in der Originalsprache wieder. Der Duden erklärt also in deutschen Büchern deutsche Begriffe, das Oxford-Dictionary veranschaulicht englische Wörter in englischen (oder amerikanischen) Werken. Solche Wörterbücher sind für Leser optimal, die in einer Sprache bereits recht gut zu Hause sind, denen aber doch ab und zu mal ein kompliziertes Wort fehlt.

Übersetzungs-Site Babelcube produziert nun auch Taschenbücher

Babelcube ist für Übersetzungen eigener Titel besonders interessant, weil dort Autoren und Übersetzer zusammenarbeiten – statt dass der Übersetzer als Auftragnehmer auftritt. Autoren müssen also den Übersetzer nicht vorab bezahlen, sondern geben ihm oder ihr einen Teil des Honorars ab (zu Beginn sogar den größeren Teil, das ändert sich dann mit steigenden Verkaufszahlen). Die Abrechnung überimmt dabei Babelcube selbst, die dafür einen kleinen Teil vom Kuchen verlangen.

Als Self Publisher ins Ausland? Lassen Sie sich von Autoren in aller Welt helfen

Vor ein paar Wochen habe ich Joanna F. Penn darüber interviewt, wie einfach es ist, als Autor mit einer Übersetzung in einen neuen, bisher unbekannten Markt zu starten. Nachdem ich den Beitrag hier auf der Selfpublisherbibel.de veröffentlicht hatte, entwickelte sich auf Twitter eine kleine Diskussion. Fazit: “Man müsste sich mit Autoren in anderen Ländern zusammentun, um Bücher gemeinsam zu vermarkten.” Doch wo findet man diese Autoren? Ab sofort hier.

Authorbuddies.com, so der offizielle Name, verrät schon, wie das Ganze funktioniert: Fast wie ein Partnersuch-Angebot, nur dass Sie hier interessierte Autoren in anderen Ländern finden. Sie melden sich an und verraten dabei, für welche Fremdsprachen Sie lokale Unterstützung suchen. Dazu erzählen Sie noch ein bisschen über sich, ihre bisherigen Erfolge und Ihre Bücher. Wirklich fruchtbar kann eine solche Zusammenarbeit sein, wenn Sie und Ihr Authorbuddy in ähnlichen Genres schreiben und ungefähr auf gleiche Erfolge zurückblicken können.

Autorentipp: Erfolgreich im Ausland? Der englischsprachige Markt im Blick

In der vergangenen Woche unterhielt ich mich mit der britischen Autorin Joanna F. Penn über ihre ersten Versuche auf dem deutschen Markt. Natürlich hat mich dabei auch ihr Heimatmarkt interessiert. Was braucht man, um mit einer Übersetzung in Großbritannien erfolgreich zu sein? Joanna hat das Wort…

“Zunächst sollte man wohl besser nicht das Land, sondern die Sprache im Blick haben in dieser neuen, bemerkenswerten Welt. Ein englischsprachiges Buch verkauft sich in Großbritannien, den USA, Kanada, Australien sowie an alle englischsprachigen Menschen weltweit. Amazon hat weltweit eBook-Läden, iBooks verfügt über 51 Szores und Kobo Writing Life zeigt schon auf der Verkaufsoberfläche, wo Ihr Buch überall gekauft wurde.

Vorablesen, ePubli & Co.: Erfahrungen mit einer Übersetzung auf dem deutschen Markt

Joanna F. Penn started gerade mit Pentecost, Ein ARKANE Thriller über ePubli und Amazon auf dem deutschen Markt. Die Autorin hat zwar bereits 10 Titel in Englisch veröffentlicht und insgesamt über 100.000 Exemplare verkauft – doch Pentecost ist ihr erster Versuch mit einer deutschsprachigen Übersetzung. Joanna betreibt die unter Self Publishern beliebte Seite TheCreativePenn.com; ihr Buch “How to Market a Book” hilft Indie-Autoren bei der Vermarktung.

Ungewöhnlich am Deutschland-Start von Pentecost erschien mir die Nutzung des Portals Vorablesen.de – das ich bisher als eher auf Verlage fokussiert kannte. Ich habe Joanna dazu ein paar Fragen gestellt, die Sie auf Englisch beantwortet hat. Hier die Übersetzung.

Im Self Publishing mit Klassiker-Übersetzung erfolgreich: Werkstattbericht „12 Years a Slave“

Sogar die Süddeutsche Zeitung fand die Geschichte spannend: Da machen sich zwei beinahe Unbekannte ans Werk, übersetzen die einem Oscar-Erfolg zugrunde liegende Geschichte – und bringen das Buch eher an den Start als ein Verlag. Übersetzerin, Autorin und Journalistin Petra Foede gibt in einem kleinen Bericht Einblicke in die Geschichte hinter der Geschichte.

Die Entscheidung, Solomon Northups Autobiografie „12 Years a Slave“, die Vorlage des erfolgreichen Kinofilms, als Selfpublisherin zu übersetzen, habe ich sehr spontan getroffen, und das war auch gut so, denn es war schnell klar, dass die deutsche Fassung möglichst schnell fertig werden muss, wenn sie erfolgreich sein soll. Am 12. Januar bekam ich eine Mail von Rainer Zenz, einem befreundeten Buchgestalter: Er hatte gerade in der Sonntagsausgabe der FAZ ein Interview mit Steve McQueen zum Film gelesen und festgestellt, dass es Northups Buch noch nicht auf Deutsch gab. „Wäre das nicht was für dich?“, fragte er.