Autoren-Tipp: Lohnt sich der Kleinunternehmer-Status?

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Autoren sind Freiberufler. Als solche sind sie Unternehmer, die unter Umständen den Kleinunternehmer-Status beanspruchen können. Das heißt, dass sie weder Umsatzsteuer berechnen noch vom Finanzamt zurückfordern können. Kleinunternehmer kann sein, wer im Vorhjahr weniger als 22.000 Euro Umsatz hatte und im aktuellen Jahr voraussichtlich unter 50.000 Euro Umsatz bleibt. Praktisch spart das auf jeden Fall ein bisschen Arbeit, denn es sind keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen fällig.

Aber lohnt es sich, finanziell? Das hängt davon ab, wie Ihre Umsätze verteilt sind. Auf Verkäufe bei Amazon, Apple, Kobo und Google müssen nämlich diese Unternehmen die Umsatzsteuer abführen, nicht Sie (vorausgesetzt, Sie stelle ihre Bücher direkt dort ein, also nicht über einen Distributor wie Neobooks oder Bookrix). Verkäufe über Distributoren oder über Tolino Media werden meist mit 19 Prozent abgerechnet. Gleichzeitig können Sie sich gezahlte Umsatzsteuer zurückholen.

Angenommen, Sie nehmen bei Tolino Media im Jahr 500 Euro ein, haben aber Kosten für zwei Lektorate (2500 Euro) und 500 Euro Materialkosten. Dann ist der Kleinunternehmer-Status ungünstig für Sie: Sie verlieren 130 Euro. Das ist unabhängig davon, wie hoch Ihre Amazon-Umsätze sind.

In dieser Google-Tabelle können Sie Ihre eigenen Angaben eintragen und prüfen, was für Sie günstiger ist. Öffnen Sie die Datei und erstellen Sie eine Kopie (Datei -> Kopie erstellen). Wenn der Wert ganz rechts negativ ist, erhalten Sie vom Finanzamt mehr Geld zurück, als Sie gezahlt haben.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

4 Kommentare

  1. Super. Klasse Artikel, der gerade auch im Hinblick auf geringe Umsätzen via Amazon KDP gute Hinweise gibt und bares Geld spart. Die Tantieme sollte man als “sonstige Leistungen (§ 18a Absatz 7 Satz 1 Nummer 3 UStG)“ angeben. Kann ich bei der VSt neben dem Lektorat auch die VSt für Probedrucke aber auch Tastatur, Maus (mit Rechnung) anmelden? Gibt es da Erfahrungswerte bei nebenberuflichen Freiberuflern? Vorab vielen Dank für die Unterstützung. Die Seite sowie das Buch sind wirklich klasse.

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