Branchen-News: Self Publisher in den Börsenverein!

Eine kleine Revolution bahnt sich im Börsenverein des Deutschen Buchhandels an: Ab Herbst 2014, nach der Frankfurter Buchmesse, sollen auch Selbstverleger Zugang zu den Verbandsstrukturen bekommen. Die Nachricht versteckt sich in einer Broschüre der Börsenvereins-Tochter MVB mit “Informationen für Selbstverlage”.

Hier heißt es auf Seite 16: “Der Börsenverein wird den Veränderungen im Markt Rechnung tragen und ab der Frankfurter Buchmesse 2014 auch den Verlagen mit noch sehr geringen Umsätzen ein kostengünstiges Schnupperangebot unterbreiten, um sie in die Branche zu integrieren und mit den Leistungen des Verbandes bekannt zu machen. Das Angebot gilt ein Jahr und wird z.B. eine kostenlose Rechtsberatung und die kostenlose Teilnahme an einer Branchenveranstaltung enthalten. Letzteres dient der Vernetzung mit Kollegen und Kolleginnen aus der Branche.” (Hervorhebung von mir)

Wer daran Interesse hat, solle sich unter dem Stichwort „Schnupperangebot“ beim Verleger-Ausschuss des Börsenvereins melden (genaue Adresse siehe Broschüre). Der Ausschuss sende dann “rechtzeitig weitere Informationen”. Dann fehlt ja eigentlich nur noch, dass Self Publisher auch dem Verband deutscher Schriftsteller beitreten dürfen…

Die Homepage des Börsenvereins
Die Homepage des Börsenvereins

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

4 Kommentare

  1. Dieser Schritt ist sehr begrüßenswert, denn obwohl der Börsenverein in vielerlei Hinsicht manchen digitaltechnologisch bedingten Entwicklungen verschlossen gegenübersteht, zeigt sich hiermit dennoch eine Öffnung einem Teilaspekt gegenüber. Hoffentlich sorgt eine verstärkte Interessensvertretung der Selbstpublizisten im Börsenverein für die zunehmende Beschäftigung mit modernen Verlagskonzepten (z.B. Autor, Verlag und Händler in Form des Selbstverlegers in Personalunion) und einen Wandel auch im traditionellen Verlagswesen weg vom schädlichen Rechteverwertertum und hin zur gleichberechtigten partnerschaftlichen Dienstleistung und Investmentpolitik zugunsten aller beteiligten Parteien.

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