Distributoren-News: ePubli verringert eBook-Honorare

Die Homepage von ePubli
Die Homepage von ePubli

Die Selfpublishing-Plattform ePubli zahlt Autoren in Zukunft für eBooks weniger aus. Die Pressemitteilung des Anbieters verklausuliert das ein bisschen: Statt von einer Herabsetzung der eBook-Honorare spricht man von einer Umstellung des Honorarmodells. Statt bisher 60 Prozent vom Netto-Verkaufspreis gibt es in Zukunft 70 Prozent vom Netto-Erlös. Faktisch entspricht das einer Verringerung der Auszahlungen um gut 20 Prozent: Bei Titeln für 2,99 Euro gibt es zum Beispiel in Zukunft statt 1,50 Euro nur noch 1,17 Euro.

Hintergrund könnte sein, dass ePubli und Neobooks seit einiger Zeit beide zum Holtzbrinck-Konzern gehören. ePubli könnte in Zukunft wohl eher auf das Print-on-Demand-Geschäft getrimmt werden, während Neobooks im eBook-Bereich aktiver ist. Durch die Honorarumstellung spricht derzeit wenig dafür, ePubli als Distributor zu wählen: Dort kann man Amazon nicht ausschließen (Update: ePubli sagt, das sei schon seit einiger Zeit möglich) und muss für ISBN bezahlen (je 14,95 Euro), erhält aber trotzdem nicht mehr Honorar als bei Neobooks & Co.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

4 Kommentare

  1. Einige Distributoren haben es wohl nötig, durch Augenwischerei Kunden zu ködern, anstatt mit Leistung zu punkten. Das Spielchen 60% vom Nettopreis werden durch 70% vom Nettoerlös ersetzt, ist im Grunde nichts anderes, als die extragroßen Verpackungen mit weniger Inhalt im Laden. Zumindest bei mir läuft es so: Ich falle vielleicht mal drauf rein oder akzeptiere es sogar bewusst, aber dieses Gefühl, für dumm verkauft zu werden, das bleibt – und damit ist man jederzeit bereit, sein Glück woanders zu suchen, anstatt vom Anbieter überzeugt loyal zu bleiben.

  2. Das ist eine schwere Enttäuschung. Ich hatte eigentlich gehofft, dass sie sich dazu durchringen, die Shops an- und abwählbar zu machen. Und jetzt so ein Rückschritt. Das war’s, ich warte nicht mehr auf bessere Konditionen bei deutschen Distributoren.

  3. ePubli hat aber eigentlich einen ganz anderen Kundenstamm als Neobooks. Nuja, Holtzbrincks Entscheidung, wenn das wirklich die Motivation ist.

Kommentare sind geschlossen.