Schicker Flachmann: Das neue Amazon-Tablet Fire HDX 8.9 im Test

Kindle_Fire_HDX8.9_Front_hochDie Fire-Tablets verkaufen sich bei Amazon erstaunlich gut – erstaunlich, wenn man bedenkt, dass erstens der Tablet-Markt schrumpft und zweitens so gut wie jede Firma inzwischen ihr eigenes Tablet auf dem Markt hat. Okay, beim Edeka bei uns um die Ecke habe ich noch keins mit großem blauem E gesehen, aber sonst… Offenbar macht Amazon einiges richtig und hat das passende Paket geschnürt.

Das zielt eindeutig auf die Couch-Potato ab. Das Fire HDX 8.9 spricht mit seinem wirklich großartigen Bildschirm (2560 x 1600 Pixel!) vor allem Spielfilm- und Serien-Fans an. Wenn die sich dann noch ein Fire TV kaufen, wandern die Bilder per Fingertipp auf den großen Fernseher. Dann lässt sich auch verschmerzen, dass das Fire HDX keinen HDMI-Anschluss mitbringt.

Für den Betrieb unterwegs ist es angenehm leicht und flach. Trotz des flachen Gehäuses klingt der Sound auch ohne Kopfhörer durchaus voluminös. Die Kamera auf der Rückseite macht ordentliche Fotos und muss sich vor der Tablet-Konkurrenz nicht verstecken. Das Display ist natürlich nicht für den Betrieb im Sonnenlicht geeignet, hier spiegelt es stark (wie auch fast alle Konkurrenten).

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Wie gewohnt, sind alle Amazon-Inhalte nahtlos integriert. Wer 100 Euro aufzahlt, erhält das Tablet sogar mit LTE/3G-Funkmodul und kann dann auch unterwegs Serien-Nachschub holen. Die Bedienung über das Amazon-typische Karussell wird zwar von Android-Fans gern kritisiert, tatsächlich scheint sie Einsteigern durchaus eingängig. Beim Fire HDX weiß man immer, was man bekommt, wenn man irgendwohin tippt, und das ist für die Zielgruppe mehr wert als die absolute Flexibilität. Dabei ist der Prozessor flott genug, dass nichts ruckelt, selbst in der hohen Auflösung.

Fire_HDX_Karussell
Das Karussell – geliebt (und gehasst?)

Trotz Fire OS 4.0 muss man auf fast keine App verzichten – es ist nur nicht ganz trivial, mit dem Fire HDX auf andere Appstores als den von Amazon zuzugreifen. Sogar die Installation von Flash auf dem Fire HDX ist möglich. Generell gilt: hat man die APK-Datei eines Android-Programms erst einmal in der Hand, funktioniert sie zu 95 Prozent auch auf dem Fire HDX. Die fehlenden 5 Prozent setzen auf ein Google-Login.

Erstmals hat Amazon auf einem Tablet auch FireFly und Mayday eingesetzt. Firefly erkennt Barcodes, QR-Codes, Visitenkarten, TV-Shows (am Ton), Songs und sogar ein paar Gemälde. Die Technologie ist faszinierend, doch ich setze sie auf dem Fire Phone ungefähr so oft ein wie Siri auf dem iPhone. Ob ich wirklich ein Tablet zum Shoppen mitnehme?

Firefly liest Barcodes und linkt zum Shop
Firefly liest Barcodes und linkt zum Shop

Mayday hingegen passt sehr gut zur Zielgruppe. Die App baut ein Videogespräch mit dem Support auf, der gleichzeitig auch Änderungen auf dem Gerät ausführen kann. Die Fernwartungs-Option dürfte so manch langwierige Erklärung ersparen.

Fazit: Im Vergleich zum Vorgängermodell (Test des Fire HDX 8.9 2013) hat sich vor allem bei der Software einiges getan. Die wirkt moderner und bringt innovative Features mit. Mit Preisen zwischen 379 (16 GB / WLAN) und 579 Euro (64 GB / LTE) ist das Fire HDX 8.9 aber auch nicht ganz billig.

Tipp: Fire HDX 8.9 – das inoffizielle Handbuch bei Amazon.

Technische Daten des Amazon Kindle Fire HDX 8.9

Bildschirm8,9 Zoll, 2560 x 1600 Punkte, Multitouch
Prozessor2,5 GHz
RAM2 GB
Speicher16 / 32 / 64 GB
BetriebssystemAndroid (mit Amazon-Oberfläche, FireOS 4)
KommunikationWiFi (a/b/g/n), Micro-USB, LTE optional
Speicherkartekeine
Audio3,5 mm Klinke
eBook-FormateMobi (auch mit DRM), PDF, alles andere über externe Apps
BildformateJpeg, BMP, PNG, TIF
MusikformateDolby Digital (AC-3), Dolby Digital Plus (E-AC-3), DRM-freie AAC, 3, MIDI, PCM/WAVE, OGG, WAV, M4V, MP, AAC LC/LTP, HE-AACv1, HE-AACv2
Akku11 Stunden (WLAN/Video), 18 Stunden (Lesen)
Maße231 x 158 x 7,8 Millimeter
Gewicht375 Gramm (LTE: 390 Gramm)

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.