Studie: Wie eBook-Flatrates das Leseverhalten verändern

Ob nun Skoobe, Readfy oder KindleUnlimited: die neuen Lese-Flatrates verändern die Art und Weise, wie eBooks ausgesucht und gelesen werden. Das zeigt eine aktuelle Studie des Anbieters Skoobe, die auf einer Befragung der eigenen Kunden basiert. Die wesentlichen Punkte daraus:

  • Mehr lesen: Flatrate-Nutzer verbringen mehr Zeit mit Lektüre. 84 Prozent der Befragten gaben an, etwa ein Viertel mehr zu lesen. Auch der Stellenwert dieser Freizeitbeschäftigung veränderte sich, Computerspiele und TV wurden weniger genutzt.
  • Vielfältiger lesen: Die Nutzer lesen auch Titel an, die sie sonst nicht gekauft hätten. 84 Prozent trauen sich, neue Autoren abseits der Bestsellerlisten zu testen, die Hälfte probiert es mit neuen Genres. Fast ein Drittel gibt aber auch an, Bücher seltener zu Ende zu lesen.
  • Gedruckt lesen: Flatrate-Nutzer kaufen nicht weniger gedruckte Bücher. Ein Viertel gibt an, gelesene Werke anschließend auch als physisches Buch zu erwerben. 40 Prozent der Kunden lesen sogar parallel eBook und gedrucktes Buch. Und ein Drittel hat schon einmal ein gelesenes eBook in gedruckter Form verschenkt.
  • Bücher ins Regal: Zwei Drittel der Befragten gaben an, sich auch weiterhin Bücher ins Regal stellen zu wollen. Allerdings ändert sich hier die Auswahl: Sachbücher und Ratgeber wollen die Leser nicht mehr unbedingt physisch besitzen. Ihre Lieblingsbücher, Kochbücher und Reiseführer jedoch finden noch einen Regalplatz.
(Bild: Skoobe)
(Bild: Skoobe)

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

6 Kommentare

  1. Ich bin schon seit Jahren Flatrate-Nutzer bei scribd.com für ~US$9 pro Monat und habe sehr viele Bücher, Artikel und andere Dokumente auf diese Weise gelesen – auch in deutscher Sprache. Möglicherweise ist der Erfolg von scribd.com bei Amazon nicht unbemerkt geblieben. Es ist schon fantastisch, innerhalb von Sekunden ein e-Book testen und lesen zu können, ohne erst lange zu überlegen, ob es wohl die Ausgabe lohnt. – Besonderen Dank an Matthias für die Bereitstellung des Themas hier im Facebook!

  2. Bei mir ist es umgekehrt. Ich bevorzuge Belletristik und Ratgeber als eBooks, Sachbücher und Kochbücher in der Printausgabe, zumal ich gerade jene Sachbücher, die ich brauche, oft gar nicht als eBook bekomme. Bin auch jemand mit einer höheren Affinität zum Lesen.

  3. Die dürften übertragbar sein. Was sogar für eBook only-SP eine Perspektive ist. Je größer die Fanbase, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sich deine Leser deine Romane (auch) gedruckt ins Regal stellen wollen.

  4. Ja, ist natürlich keine repräsentative Befragung. Aber die Ergebnisse zum physischen Besitz und zur Buchauswahl dürften übertragbar sein. Schlecht für Sachbuch- und Ratgeber-Verlage…

  5. Das Ergebnis ist leider nicht repräsentativ, da es sich eben auf Skoobe-Nutzer beschränkt. Diese haben ohnehin eine höhere Affinität zum Lesen, sonst würden sie die Flatrate nicht nutzen.
    Ließe sich das Ergebnis gesamtgesellschaftlich übertragen (was ja gut sein kann), wäre es natürlich erfreulich.

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